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24.03.12

Sitecom X6 Cloud Security: Virenscanner und Router in einem

Die Router der Marke Sitecom beschreiten neue Wege: Die X-Serie schützt die angeschlossenen PCs vor Viren und anderen Gefahren - ganz ohne Software-Installation.

 

Jaja, das Internet: Dort, wo die Anarchie regiert. Wo die Viren und Trojaner hausen! Das Internet ist ein gefährliches Pflaster und wer sich dort aufhält, kommt meist nicht ohne Virenscanner und Firewall aus. Aber für jedes Gerät eine eigene Lizenz erwerben? Den PC im Kinderzimmer warten, den Wohnzimmer-PC absichern und sich dann auch noch um Netbook, Tablet und Smartphone kümmern? Es geht einfacher: mit der „Sitecom Cloud Security“ im X6-Router.

Gute Funkabdeckung

Im Test war der Sitecom Router X6, mit vier Gigabit-Ethernet-Ports, einem Modem-Anschluss und einer USB-Buchse für Speicherfreigaben im Netzwerk. Über die fünf eingbauten Antennen soll der Router bis zu drei Stockwerke überbrücken und auch noch einen Surfer im Garten mit 450 Mbps versorgen können. Im ersten Testvergleich (Router im Keller, PC im zweiten Stock genau darüber) war der Empfang aber weder besser, noch schlechter als mit einer Standard-Fritzbox (7112). Hatten die Marketing-Heinis wieder kräftig übertrieben? Mitnichten, denn während die Fritzbox mit ihren externen Antennen nur die Zimmer genau über dem Router mit genügend Signal versorgte, schaffte es der X6 mit seinen eingebauten, nicht sichtbaren Antennen, das gesamte Stockwerk zufriedenstellend mit Funkfeuer abzudecken.

Sitecom Cloud Security

Sitecom verspricht „sicheres Webbrowsen” ohne Updates installieren zu müssen. Im Gegensatz zu den bisherigen Routern enthalten alle Sitecom-Router der X-Serie neben der herkömmlichen Firewall noch eine Proxykonfiguration. Das ist nämlich das Geheimnis hinter der Cloud-Security: Alle Anfragen, bei denen man „http://” vor einer Adresse im Browser sieht (Port 80), werden über den Proxy umgeleitet und auf Gefahren hin überprüft. Der Virenspezialist Hitman Pro sorgt für diesen Service, bei dem wiederum im Hintergrund mehrere Virenscanner parallel die Daten analysieren. In der Standardeinstellung werden Malware, Phishing-Angriffe und Viren geblockt. Ganz paranoide wissen, dass in letzter Zeit verstärkt auch Anbieter von Werbebannern für Angriffe missbraucht wurden und können die Werbeblockierung aktivieren. Bei Auftreten von Gefahren leitet der Router den Browser auf eine Warnseite um: Hier entscheidet man, ob man trotzdem weitergeht oder lieber der Empfehlung folgt. Selbstverständlich kann die Cloud Security jederzeit deaktiviert werden.

Theorie und Praxis

Mein erster Gedanke war: „Super, jetzt wird mein Internet noch langsamer...” Doch Sitecom und Hitman haben vorgesorgt. Im Router wird ein Cache vorgehalten, der die überprüften Webadressen speichert, damit diese nicht jedesmal neu geprüft werden müssen. Hinzu kommt, dass eben nur der Port fürs Internetbrowsen überprüft wird. Im normalen Alltag merkt man von alldem nichts. Erst im Ping- und Traceroute-Test bemerkt man den Einsatz: Die durchschnittliche Verzögerung war zwischen zwei und drei ;al höher, als ohne Überprüfung. Der Ping sprang von konstanten 30 ms in einem Bereich von 30 bis 100 ms herum. Ein Wert, der vernachlässigbar ist.

Wichtiger ist der Eicar-Test. Er überprüft, ob der Virenscanner mit Archiven und Unterverzeichnissen zurechtkommt. Die Sitecom Cloud Security meldete beim Versuch des Downloads die Schadsoftware sofort. Auch den obligatorischen Portscan (zum Beispiel bei heise) meisterte der Router ohne besondere Vorkommnisse.

Datenschutz

Sobald Daten über andere Server geleitet werden, ist auch der Datenschutz zu beachten. Auf der Sitecom-Homepage wird explizit in den FAQs dazu geschrieben: „Sitecom erklärt, dass Daten nicht gespeichert und zu kommerziellen Zwecken verwendet werden.” Da es sich um ein europäisches Unternehmen handelt, sollte man sich darauf verlassen können. Die Datenschutz-Problematik könnte auch den Grund darstellen, wieso es zum jetzigen Zeitpunkt keine E-Mail-Überprüfung gibt.

Fazit

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Statt jeden PC einzeln mit Firewall und Virenscanner zu schützen, kauft man sich einen X-Serie Sitecom-Router, aktiviert die Sitecom Cloud Security und mit einem Schlag sind alle Geräte dahinter vor Angriffen und Malware sicher. Leider hat die Sache einen Haken, denn nur Daten, die man über den Port 80 abfragt, werden überprüft - also alles, was im Browser mit „http://” beginnt. Gefährliche E-Mails, Downloads über FTP-Server und andere Wege, wie ein USB-Port oder Bluetooth-Übertragung, bleiben außen vor - Sitecom weist ausdrücklich darauf hin, dass der Router nur eine von mehreren Stufen der Sicherheit darstellt.

Ich finde jedoch, dass dies ein missverständliches Signal sendet: Die Cloud Security scheint zuverlässig zu funktionieren und hat riesiges Potential. Ich werde meinen Eltern einen Sitecom-Router schenken und muss mich ab dann nicht mehr um die verschiedenen PCs vor Ort kümmern, keine Updates einspielen und keine neuen Softwareversionen installieren. Nur die USB-Sticks stecken sie dann eben in den Router, statt in den PC. In meinen Augen ist der X6-Router von Sitecom eine klare Kaufempfehlung.

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