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10.03.12

SIStech Solarfold Chepre: Solarpower für unterwegs

Für meine Weltreise-Vorbereitungen teste ich diverse Gadgets, die mir das Leben erleichtern sollen. Diesmal: Solarpanels von SIStech. Auch bei Solarpower für unterwegs gibt es erhebliche Unterschiede.

Das Solarpanel SIStech Solarfold Chepre 18V18W Solarpanels sind nicht nur beim Hausbau ein boomender Markt, auch im mobilen Einsatz greift man gerne auf die Kraft der Sonne zurück. Der Kauf will gut überlegt sein: Das beginnt schon bei der Tatsache, dass es eine ganze Reihe verschiedener Solarzellen-Technologien gibt, die unterschiedliche Eigenschaften und Einsatzgebiete haben. Ich habe das SIStech Solarfold Chepre von SIStech getestet. Die verwendeten Solarzellen gehören zu den modernsten, die man für Geld zurzeit kaufen kann.

Erhebliche Unterschiede

Gewisse Solarladegeräte, die man für wenig Geld in Versandkatalogen kaufen kann, eignen sich knapp, um eine Taschenlampe zu laden oder versagen gänzlich den Dienst, wenn die Sonne nicht gerade um die Mittagszeit im rechten Winkel darauf brennt. Das dreilagige «Triple Junction»-Solarpanel von SIStech absorbiert die verschiedenen Lichtfrequenzen nacheinander und verspricht eine Effizenzrate von 30 %, was für ein Solarpanel ausgesprochen viel ist. Dabei bleiben die Panels etwa im Gegensatz zu den siliziumbasierten Panels der ersten Generation flexibel und liefern auch bei leicht bewölktem Himmel noch Strom. Dies ermöglicht SIStech nicht nur falt- und biegbare Panels herzustellen, sie sind auch extrem leicht und dünn und darüber hinaus hundertprozentig wetterfest. Schliesslich sind sie auch sehr temperaturresistent und funktionieren laut Hersteller von -40 bis +90°C. Ältere Technologien bieten viele dieser Vorteile nicht. <a href="Mehr Infos zu den verschiedenen Solartechnologien findet ihr beispielsweise auf dieser Seite.

Das Ganze hat freilich auch seinen Preis: Das Chepre mit 18 V und 18 Wp (Watt peak) Leistung schlägt mit CHF 348 / EUR 299 ordentlich zu Buche.

SIStech Solarfold Chepre

Das Chepre stellt gewissermassen die Mittelklasse des Angebots von SIStech dar. Neben den wesentlich kleineren Solarcards, die nur 5 V oder 16 V Spannung liefern, gibt es auch noch wesentlich leistungsfähigere Panels mit bis zu 74 Wp bei 16 V. Das Chepre wiegt ohne Zubehör lediglich 530 g und ist im ausgefalteten Zustand gerade einmal einen Millimeter dick und misst 91 x 29 cm. Im gefalteten Zustand hat es ca. DIN A4 Format. Es ist auch möglich, nur die Hälfte des Panels aufzufalten, etwa zum gleichzeitigen Laden und Transportieren auf dem Rucksack. Natürlich verringert sich dadurch die Leistung auf 9 Wp. Im Lieferumfang des Panel findet sich eine weibliche Kfz-Dose, die man mittels SAE-Stecker mit dem Panel verbindet. Dazu kommt ein 5-V-Kfz-USB-Adapter, mit dem sich zahlreiche Geräte direkt aufladen lassen. Zusätzlich sind ein 12-V-Rundstecker- und ein Batterieklemmen-Kabel erhältlich. Letzteres eignet sich insbesondere zum Aufladen von handelsüblichen 12-V-Akkus oder Autobatterien – es empfiehlt sich, einen ebenfalls erhältlichen Akkuladeregler dazwischen zu schalten.

Die Panels werden in Handarbeit angefertigt und sind sauber verarbeitet. Das Kunststoff-Laminat mit der speziellen Oberfläche soll dabei helfen, möglichst viel Licht zu nutzen. Die Panels sind flexibel und können bis zu einem gewissen Grad gebogen werden, sollten aber nicht geknickt werden. Weil die Panels von SIStech absolut wetterfest sind, lassen sie sich bei Verschmutzung auch mit Wasser abwaschen.

Der Test

Einmal ausgepackt fallen mir vor allem das geringe Gewicht und die erstaunliche Dünne des Panels auf. Jedes Hemd nimmt im Koffer mehr Platz ein. Mittels fünf Ösen lässt sich das Chepre an einem Baum, Rucksack, Autodach etc. mühelos befestigen, vorausgesetzt man hat ein Stück Schnur oder passende Saugnäpfe zur Hand. Sonnenstunden gibt es zurzeit in der Schweiz noch nicht sonderlich viele, aber das Chepre ist genügsam: Morgen- oder Abendsonne bzw. leichte Bewölkung reichen bereits aus, um das Panel in Gang zu bringen. An einem sonnigen Sonntagnachmittag konnte ich den Powertraveller minigorilla innerhalb von etwa drei bis vier Stunden von vier auf sechs Balken voll laden. In der prallen Sonne reicht die Leistung sogar beinahe, um ein MacBook Air 11″ direkt zu betreiben (mit dem bereits getesteten Kfz-Ladegerät für MagSafe-Geräte). Mit einem grösseren Modell wäre dies zweifellos möglich.

Wirklich spannend wird das Chepre aber erst in Kombination mit einem Stromspeicher wie dem «Powertank XXL-60», ebenfalls von SIStech. Wie es sich mit diesem gerade erst neu erhältlichen Akkupack verhält, erfahrt ihr hier demnächst.

Fazit

Das SIStech Solarfold Chepre besticht durch eine herausragende Lichtausbeute auch bei widrigen Verhältnissen, ein sehr geringes Gewicht und dank Faltbarkeit und cleverem Design vergleichsweise kleiner Masse. Aufgrund seiner Wetterfestigkeit taugt es auch für extreme Expeditionen etwa in die Tropen oder in die Wüste. Der Preis mag nicht jedermanns Sache sein, bei konsequentem Einsatz amortisiert sich das Panel aber gemäss Hersteller bereits innerhalb weniger Jahre. Abgesehen davon schaffen wohl die wenigsten ein mobiles Solarpanel aus ökologischer Überzeugung heraus an. Wer nur ein Handy aufladen will, ist mit den günstigeren und noch kleineren Solarcard-Panels wohl besser bedient. Kommt ein echter Laptop zum Einsatz, empfiehlt sich der Einsatz eines grösseren Modells wie das Surya, Apollon oder Hyperion. Der Kundensupport von SIStech berät freundlich und macht Vorschläge basierend auf den individuellen Bedürfnissen.

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