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05.11.11

Sennheiser MM 550 Travel: Viel Funktion, mittelviel Klang

Sennheiser hat mit dem MM 550 einen drahtlosen Kopfhörer im Angebot, der mit vielen Funktionen überzeugt. Der Klang kann da aber nicht mithalten.

Von Gastautor Mathias Vettiger*

Sennheiser bezeichnet seinen Bluetooth-Kopfhörer MM 550 als «5-Sterne-Flaggschiff für die preisgekrönte kabellose Mobile Music-Serie». Klar, war ich gespannt; mein HD25 begleitet mich seit Jahr und Tag und ist aus vielen persönlichen Vergleichen als Sieger hervorgegangen.

Die Funktionen

Der MM 550 verbindet sich via Bluetooth mit Geräten, die A2DP beherrschen. Das funktioniert meistens ohne Zicken, einzig auf dem Macbook musste ich beim Umschalten im laufenden Musikbetrieb aufgrund schlechter Signalqualität ein, zwei Mal neu verbinden.

Die gesamten Steuerelemente des MM 550 sind an der rechten Ohrmuschel angebracht. Da ist einerseits der Knopf für die Bluetooth-Verbindung. Daneben, aber gut haptisch unterscheidbar, liegt der Knopf für die Aussenlärmunterdrückung mit dem schönen Namen «NoiseGard», die man durch zweisekündiges Drücken ein- und ausschaltet. Bei kurzem Betätigen schaltet der Kopfhörer auf «TalkThrough», und zwei Mikrofone geben wieder, was draussen passiert. Eine schöne Idee, allerdings muss man Gesprächspartner trotzdem immer darauf hinweisen, dass man sie nun sehr wohl höre.

 

An der Aussenseite der Ohrmuschel sitzen der Power-Knopf und die Fernbedienungselemente angebracht (lauter/leiser, Titel vor/zurück, vor-/zurückspulen). Über den Power-Knopf nimmt man auch allfällige Anrufe entgegen, sofern man den MM 550 mit einem Handy verbunden hat. Etwas schlechter ertastbar versteckt sich schliesslich noch ein Schalter für das Aktivieren der «SRS WOW HD™ Technologie». (Sennheiser hat für alles einen Namen; dass man den Kopfhörer zusammenfalten kann, nennt sich übrigens «EASY-2-GO». Ja.)

Der Kopfhörer lässt sich zudem per (mitgeliefertem) Kabel an alle Gerät mit 3,5 mm-Buchse anschliessen. Und, wer auf Flugreise geht, wird sich freuen, dass Sennheiser dem MM%nbsp;550 einen Adapter beilegt, mit dem man den Kopfhörer an die Doppelbuchse gängiger Unterhaltungssysteme in Flugzeugen anschliessen kann.

Funktional ist der MM 550 also eine runde Sache. Alles funktioniert, wirkt durchdacht und durchaus wertig.

Der Klang

Funktionale Komplettheit ist ziemlich müssig, wenn das Ding nicht klingt. Und da bin ich zwiegespalten. NoiseGard funktioniert. Man hört natürlich nicht nichts mehr, aber tieffrequente Geräusche werden deutlich reduziert (das Einschalten von NoiseGard frisst ein wenig vom Bass- und Tiefmittenbereich weg). Telefonieren mit dem MM 550 geht in Ordnung, die Mikrofone nehmen ziemlich viel Umgebungslärm mit. In lauteren Umgebungen ist das für den Gesprächspartner eher mühsam.

Dann aber der Klang. Klar, ein Stück weit Geschmacksache. Trotzdem: Der MM 550 überraschte mich mit einem recht drahtig-mittenbetonten, flachen und, für meine Ohren, unausgewogenen Klangbild («SRS WOW HD™ Technologie» ist übrigens keine Hilfe – eher eine auditive Beleidigung; ich verstehe sowas nicht). Da bin ich mir von weitaus günstigeren Sennheiser-Kopfhörern Angenehmeres gewöhnt. Aber wie immer spielt natürlich auch ein Gewöhnungseffekt: Nach einer gewissen Zeit klingt der MM 550 «normal», man gewöhnt sich ans Klangbild. Trotzdem werde ich nicht warm damit; es gibt zuviel, was mich stört.

Alles in allem

Der Sennheiser MM 550 ist ein durchdachtes Stück Technik zu einem stolzen Preis (UVP liegt bei EUR&nbsp320, Strassenpreis um die EUR 250). Funktional gibts nichts zu meckern, der Klang ist aber wohl nicht jedermanns Sache. Wessen Audiophilie über die mitgelieferten iPod-Kopfhörer hinausgeht, sollte den MM 550 vor dem Kauf Probe hören.

* Mathias Vettiger ist Account Manager bei der Blogwerk AG, die neuerdings.com herausgibt.

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