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15.02.16Leser-Kommentare

E-Mobilität

Scrooser: Der Elektro-Tretroller im Harley-Stil, made in Dresden

Das Dresdner Startup SCROOSER baut einen Tretroller mit Elektromotor im Harley-Davidson-Stil. Der ungewöhnliche Mix aus "Scooter" und "Cruiser" erlangte Bekanntheit, da man auf Kickstarter um das Geld von Einzelinvestoren bat. Mittlerweile wurde aus dem Prototypen ein kaufbares Produkt. Ein Schnäppchen ist das völlig neuartige Verkehrsmittel nicht. Wenn es nach Erfinder Jens Thieme geht, soll es aber gerade das auch nicht sein.

Scrooser: Tretroller mit Elektromotor

Ein Elektroller wie aus einem Batman-Film

Chic sieht er aus, der Scrooser. Optisch irgendwo angesiedelt zwischen einem Tretroller, einer Harley Davidson und dem Batpod aus "The Dark Knight". Dabei ist es ein Roller für den Bürgersteig, angetrieben mit Muskelkraft und als Unterstützung mit einem Elektromotor. Das Prinzip ähnelt also dem eines E-Bikes (Pedelecs), nur dass der Scrooser ein Tretroller und kein Fahrrad ist.

Dahinter steckt ein kleines Unternehmen aus Dresden. Finanziert wurde das Projekt mit Investorengeldern in Höhe von 450.000 Euro, trotzdem warben die Erfinder im Jahr 2013 auf Kickstarter um ein kleines Zubrot in Höhe von 120.000 US-Dollar; eine Aktion, die sicherlich auch eine gute Werbung war.

Das Konzept des Scrooser

Der Scrooser kann seinen Benutzer mit bis zu 25 km/h unterstützen. Technisch wäre auch mehr möglich, dann aber dürfte und sollte man ihn nicht mehr ohne Helm und Nummernschild benutzen. Der Lithium-Ionen-Akku für den Elektromotor hält je nach Nutzung etwa 30 Tage durch - wenn man annimmt, dass der Fahrer täglich ein bis zwei Kilometer damit zurücklegt. Wieder aufladen lässt er sich dann recht schnell in ein bis 2,5 Stunden.

Würde eine 80 Kilogramm schwere Person mit der Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h fahren, käme der Scrooser rund 30 Kilometer weit. Energiesparender ist der so genannte "Impulse Drive": Der Scrooser erkennt, mit welcher Geschwindigkeit der Fahrer sich abstößt und vervierfacht diesen Impuls. Damit erreicht der Roller eine Geschwindigkeit von 15 bis 17 km/h und kommt mit einer Akku-Ladung etwa 55 Kilometer weit.

Im Kickstarter-Video erklärte das Unternehmen, wie der Scrooser funktioniert:

Es wirkt elegant: Ohne viel Muskelkraft scheint man mit dem Scrooser recht flott unterwegs zu sein. Das Startup weist darauf hin, dass man den Roller in Deutschland auch ohne Helm und Nummernschild und auf dem Bürgersteig fahren darf. Ideal sei er dafür, um gut gekleidet und unverschwitzt zum Zielort zu gelangen, was mit einem Fahrrad nicht ohne Weiteres möglich ist.

Das völlig neue Verkehrsmittel ist kein Schnäppchen

Der Rahmen ist aus Aluminium, der Griff aus Stahl. Mit zwei Hydraulikbremsen lässt sich der Scrooser abbremsen, mit einem Drehgriff beschleunigen. Wer sich während der Fahrt einmal hinsetzen möchte, hat auf dem 70 Zentimeter hohen Sitz die Möglichkeit dazu. Der Motor ist auf 0,25 KW Leistung gedrosselt. Eigentlich brächte er immerhin 1 KW Leistung oder 1,36 PS.

Der Preis für die "Bürgersteig-Harley" betrug auf Kickstarter: 4.850 US-Dollar und im Early-Bird-Package 3.950 Dollar. In Deutschland kann der Scooter nun in der einfachen Ausführung namens "Pure" für 3.970 Euro bestellt werden. Die edlere "Prime"-Version sollte ursprünglich 4.500 Euro kosten, schlägt aber mittlerweile mit 'nur' 4.290 Euro zu Buche.

Kein Elektroroller für den Massenmarkt

Die Preise sind in Regionen angesiedelt, für die man auch ein solides E-Bike oder einen halbwegs brauchbaren Motorroller bekommt. Mit denen wird der Scrooser konkurrieren. Doch für einen Massenmarkt klingt der Preis viel zu teuer. Dafür ist er allerdings auch nicht gedacht, wie uns Erfinder Jens Thieme am Telefon überraschend erklärte: "Zielgruppe des Scrooser sind trend- und umweltbewusste, durchaus vermögende Menschen, die täglich nur kurze Strecken zurücklegen und zeigen wollen, was sie haben", so Thieme.

Das seien Menschen, die nicht jeder gerne möge, ähnlich wie den Porsche-Cayenne-Fahrer an der Kreuzung, die aber genau ein solches Produkt suchten. Oft legten gerade diese Menschen nur kurze Strecken innerhalb der Stadt zurück. Eine Autofahrt würde sich dafür nicht lohnen; ein Fahrrad wäre nicht chic genug. Die Lösung könnte der Scrooser sein,

Thieme, so sagt er, hat 17 Jahre lang Versicherungen verkauft und war in der Zeit eigentlich nur mit dem Auto unterwegs. "Selbst die 800 Meter mittags vom Büro in ein Restaurant waren mir zu Fuß zu weit." Er suchte eine Alternative, das Fahrrad kam für ihn nicht in Frage, und da er sonst nichts fand, ersann er die Idee eines modischen Tretrollers mit Fahrunterstützung. 

Scrooser: Produktvideo

Fazit

Uns gefällt die Idee eines solchen Gefährts als Alternative zu Rad und Motorroller. Schade, dass sie außerhalb einer attraktiven Preisklasse liegt - zumindest für den gewöhnlichen Interessierten. Somit dürfte man den Scrooser nur selten im Stadtbild antreffen. 

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Kommentare

  • Charly

    06.02.15 (19:44:40)

    Super Roller, wäre schön, wenn man noch Gepäck mitnehmen könnte. Wo kann ich diesen Roller kaufen?? Herzlichst Charly

  • Friedl Robert

    15.01.16 (21:24:24)

    Ich hätte eine Frage wie kann man den Scrooser sperren damit ihn keiner klaut, einfach wie beim Fahrrad ein Fahrradschloß hat sowas der Scrooser auch

  • Christian

    12.02.16 (09:37:22)

    Hallo,

    ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Ich fahre gern mit dem Roller, habe aber auch ein Pedelec. Aber für den Preis würde ich mir so einen E-Roller nicht kaufen. Nachteil ist auch, dass man ihn schlecht verstauen kann. Wo soll man ihn hinstellen, wenn man mal nicht fährt? Ein Pedelec kann man wie ein normales Fahrrad anschließen. Einen Cityroller kann man einfach mal schnell zusammenklappen und mitnehmen. Aber der Scrooser wiegt bestimmt auch nicht gerade wenig. Aber wem es gefällt...

  • Michel

    13.03.16 (09:36:31)

    Der Preis des Rollers ist schon beachtlich. Wenn ich an einen Roller denke, dann schweben mir keine 3.970€ vor ;D Aber wer das Geld übrig hat, kann es sich ja überlegen.

    Ich finde auch, dass es Probleme beim Verstauen geben kann. Optisch ist er jedoch ein absoluter Blickfang!

    Was ich nur traurig finde, dass man nicht mal sein 400m zu Fuß in der Mittagspause zurücklegen kann. Mobil zu sein, ist in Ordnung, aber sich jetzt gar nicht mehr im Alltag zu bewegen, ist der Gesundheit nicht zuträglich =)

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