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01.09.12 16:01

, von Gabriele Remmers

Samsung Galaxy Kamera: Android 4.1 Jelly Bean und 3G/4G an Bord

Auf der IFA stellt Samsung seinen neuesten Coup in Sachen Kamera vor - eine 16 Megapixel Kamera mit Android 4.1-Betriebssystem und Sim-Karte für eine direkte Onlineverbindung.

Samsung Galaxy Kamera Vorderseite (Bild: Samsung)So lesen sich die wichtigsten technischen Daten der neuen Android-Kamera: Der 16 Megapixel-CMOS-Sensor ist mit 1/2,3" flächenmäßig größer als bei den meisten Kompaktkameras und lässt auf rauscharme Bilder hoffen. Das 21-fach Zoomobjektiv deckt den Bereich von 23 Millimeter Weitwinkel bis zu rund 480 Millimeter Telebrennweite ab, wobei ein optischer Bildstabilisator (OIS) gegen die Verwacklungsgefahr bei solch langen Telebrennweiten helfen soll.

Die Rückseite der Galaxy Kamera wird vollständig von dem 4,8"-Touchscreen eingenommen, der zur Bedienung des in der Kamera agierenden Handy-Betriebssystems genugzt wird - und nicht nur das: Einige Funktionen sollen sich sogar per Sprachsteuerung bedienen lassen. Siri wird das wohl keine Konkurrenz machen (...wer möchte schon gern den nächsten Patent-Streit lostreten?), aber spannend ist das allemal, wenn man im hellen Sonnenlicht nicht mehr herumfingern muss, sondern mit einem gesprochenen "Zoom-in" den Bildausschnitt verändern kann.

 Der große Clou ist natürlich die 3G oder 4G-Verbindung, um Bilder sofort ins Netz hochzuladen und über soziale Netze mit Freunden zu teilen. Ebenso spannend ist das Android-Betriebssystem, mit dem sich die ganze bunte Welt der Android-Apps für den geneigten Foto-Geek auftut. Bildbearbeitung über entsprechende Funktionen und Programme - das macht dann auf dem 4,8"-LCD auch richtig Laune.

Update 02.09.2012:

Ich hatte heute kurz Gelegenheit, mit einem Produktmanager zu sprechen und habe mir die Galaxy Cam dabei auch live angesehen:

Die Galaxy Kamera ist wirklich ziemlich groß und einigermaßen schwer, das haben ja schon andere geschrieben. Das 21-fache Zoom fordert eben Tribut in Sachen Größe und Gewicht. Der Touchscreen reagiert noch sehr schwerfällig, das liegt aber wahrscheinlich an der nicht-finalen Software. Beim Hands-on sind mir spontan zwei (für Fotoenthusiasten interessante) Details aufgefallen: Die Galaxy bietet nicht nur die übliche Ansammlung von Motivprogrammen, sondern hat auch komplett manuelle Einstellmöglichkeiten (PASM). Und der eingebaute Blitz poppt etwa 2 cm aus dem Gehäuse heraus, was gut zur Vorbeugung gegen "Rote Augen" ist.

Wie lässt sich die Galaxy Kamera einordnen?

Klar, es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Bereiche Foto und mobile Kommunikation auch in der Hardware weiter zusammenwachsen. Samsung ist da immer mal wieder Vorreiter gewesen und wechselt im Grunde mit der Galaxy Kamera nur die Bewegungsrichtung - nämlich aus Richtung Kamera zum Mobiltelefon. Andersherum - also durch Mobiltelefone mit besonders guten Kamera-Eigenschaften - hatte sich Samsung in den letzten Jahren immer wieder ins Gespräch gebracht.

Der Urvater der Handykamera: Samsung SCH-V770 (Quelle: gar)Schon auf der CeBit 2005 stellte Samsung das Handy SCH-V770 vor, das leider nur für die asiatischen Märkte gedacht war. Es war mit dem "Sliding Lens System" (zum Nachlesen beispielsweise hier) des Kameraherstellers Pentax und einem 7-Megapixel-Sensor ausgestattet. Das gute Stück lag zwar harmlos in der Vitrine, aber wer genau hingesehen hat, konnte die Warnung an die gemütliche Kamera-Gemeinde darin erkennen.

Im Oktober 2007 kam dann das SGH-800 - mit optischem 3-fach Zoom (innenliegend, wahrscheinlich über Prisma umgelenkter Strahlengang). Das Besondere an diesen Geräten war der optische Zoom. Bei Mobiltelefonen hat sich die Verwendung von optischen Zoomobjektiven bisher nicht durchgesetzt - der Platz im Gehäuse ist begrenzt, und die Mechanik der Objektive ist doch relativ empfindlich.

Samsungs Annäherung aus der "anderen Richtung" ebnet nun den Weg, um das Zusammenwachsen von guten Kameras mit Smartphones weiter zu beschleunigen. Da macht es Sinn, dass - wie wir gerüchteweise gehört haben - die Galaxy Kamera in der Samsung-Vertriebsorganisation zu den Mobiltelefonen gehört und nicht zu den Foto-Leuten.

Update 02.09.2012: Die Information ist bestätigt worden. Mein Gesprächspartner meinte allerdings, das läge daran, dass die Handelspartner dann eventuell gleich Mobilfunkverträge mit verkaufen können/möchten. Dennoch ist diese strategische Entscheidung von Samsung sicherlich ein Signal an den Foto(fach)handel.

Ach ja: Es wird übrigens auch bei Samsung niemanden überraschen, wenn kurz nach Verkaufsstart die ersten Apps auftauchen, die aus der Galaxy Kamera ein Telefon machen - mit Bluetooth ist die Voraussetzung ja da.

Das mittlere Kompakt-Kamerasegment - also mittelmäßig-gut, mittelmäßig-teuer - ist ein Dinosaurier und legt sich langsam zum Sterben nieder. Über kurz oder lang wird diese Kameraklasse von Smartphone-Kameras verdrängt. Wir haben mit der Samsung Galaxy Kamera gerade einen weiteren Sargnagel erlebt.

Laut Samsung wird die GALAXY Kamera wird in den zwei Versionen 3G und WiFi, oder 4G und WiFi erhältlich sein. Detaillierte Informationen, Videos und Produktbilder sind außerdem auf Samsungs IFA 2012 Microsite erhältlich: samsungifa2012.com

Auch andere Marktteilnehmer haben die Zeichen der Zeit erkannt: Kürzlich hatte erst Polaroid, dann Nikon eine Kamera mit Android-Betriebssystem vorgestellt. Samsungs Meldung im Original findet sich hier.

Update 02.09.2012: Auch im Gespräch mit einem Samsung-Produktmanager gab es keine verwertbare Information zu Preisen und Verfügbarkeit. Man kann vermuten, dass ein Verkaufsstart um die Photokina herum geplant ist. Zum Preis hieß es: "Nicht so teuer, wie gerade von so Vielen spekuliert wird."

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Kommentare: Samsung Galaxy Kamera: Android 4.1 Jelly Bean und 3G/4G an Bord

1/2,3″ flächenmäßig größer als bei den meisten Kompaktkameras und lässt auf rauscharme Bilder hoffen ich hoff auch daß unser Freibad mal bis Dezember benutzbar ist, leider physikalisch genauso unmöglich...

Diese Nachricht wurde von lex am 01.09.12 (22:19:05) kommentiert.

" aber spannend ist das allemal, wenn man im hellen Sonnenlicht nicht mehr herumfingern muss, sondern mit einem gesprochenen “Zoom-in” den Bildausschnitt verändern kann." Das nutzt alles nix wenn man bei > hellem Sonnenlicht < nix auf dem Bildschirm sieht, und immer noch auf Sucher verzichtet wird....

Diese Nachricht wurde von Rainer am 02.09.12 (10:10:35) kommentiert.

Ich finde es ist ein sehr interessantes Konzept. Ich würde es erst einmal probieren bzw. ein paar Resultate (Bilder) sehen wollen bevor ich mich hier über dieses Gerät Urteile. Mal schauen wann die ersten ausführlichen Tests kommen.

Diese Nachricht wurde von Johannes am 04.09.12 (12:46:38) kommentiert.
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