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01.02.12Leser-Kommentare

Rodrigo Alonso N+ew Hocker: Sitzmöbel aus Elektroschrott

Wohin mit den ganzen technischen Überresten der letzten Jahre? Mit den beigefarbenen Tastaturen und veralteten Hauptplatinen? Den kabelgebundenen, unergonomischen Mäusen? Der chilenische Künstler Rodrigo Alonso zeigt mit seinen N+ew Hockerunikaten, wo es langgeht.

Rodrigo Alonso N+ew Hocker {Rodrigo Alonso;http://ralonso.com/?portfolio=new}

No More Electronic Waste lautet das Motto, oder kurz: N+ew! Das ist der Name einer Installation des Künstlers Rodrigo Alonso, die aus ungewöhnlichen Sitzmöbeln besteht. Auslöser war laut Rodrigo die traurige Tatsache, dass es in seinem Heimatland Chile sehr schwierig bis unmöglich ist, Elektroschrott zu recyceln. Einzig die Firma

Recycla, von der auch der Künstler sein Material erhalten hat, widmet sich dieser wichtigen Aufgabe.

Beim Betrachten der N+ew Hocker dürfte in vielen Geeks der Wunsch aufkommen, ihren sich auftürmenden Elektroschrott nicht zu entsorgen, sondern in Form zu bringen. Und zwar in die die Form einzigartiger Hocker.

Besitzen statt entsorgen lautet das Motto. Rodrigo Alonso hat Tastaturen, Kabel, CDs, Platinen, Taschenrechner und weitere elektronische Gerätschaften, die lange über ihr Ablaufdatum hinaus waren, zu einer Reihe faszinierender Sitzmöbel umgestaltet. Einzige Zutat ausser den elektronischen Bauteilen: Kunstharz.

Der Elektroschrott kommt in eine Kunststoffwanne mit der passenden Form, die dann mit dem Giessharz aufgefüllt wird. Da jede Wanne ganz unterschiedliche Teile enthält, gleicht kein N+ew-Hocker dem anderen. Jeder ist ein handgearbeitetes Unikat.

Da könnte so mancher Geek auf die Idee kommen, seinen alten Elektronikkram auf extrem clevere Art loszuwerden. Warum nicht die Überreste aus dem Keller in Harz giessen, sich so eine kleine Zeitkapsel schaffen, in der man die Einzelteile der eigenen Geek-Geschichte immer im Blick behält? Leider spricht einiges dagegen.

Wie man auf Amazon nachlesen kann, ist es überhaupt nicht so einfach, mit Polyester-Giessharz umzugehen, wie man sich das vorstellt. Vom Preis ganz zu schweigen. Ein Liter kostet fast EUR 27, und für einen Hocker braucht man ein paar Liter. Aufgrund dieser hohen Kosten hat sich das Projekt vom ursprünglichen Ziel, bezahlbare Möbel aus Elektroschrott herzustellen, zum Kunstprojekt entwickelt.

Wer sich trotzdem nicht abschrecken lässt und sich ein paar Anregungen holen möchte, findet diese und mehr Infos über die N+ew Hocker auf der Website von Rodrigo Alonso.

via Technabob

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Kommentare

  • Hummi

    01.02.12 (13:56:08)

    Naja Recycling bezeichnet das Zurückführen in den Kreislauf. Die gezeigten Kunstwerke beschreiben eher was mensch mit Downcycling meint. Die Verwendung von Polyesterharz macht aus den evtl. recyclebaren Gadgets ein grosses Vielstoffsystem- und somit gänzlich nicht mehr verwertbar. Ob das Gezeigt auch schön ist, darüber sollen sich andere streiten.

  • martin eder

    01.02.12 (14:23:47)

    noch besser wäre es, die elemente trennen zu können, sie zu fadentrommeln werden zu lassen, die man dann zum drucken neuer bauteile (die aus verschiedenen materialen bestehen dürfen) verwenden kann.

  • Florian

    01.02.12 (21:09:49)

    Dann wäre mein Senf hierzu, die Möglichkeit die eingegossenen Produkte auch lauffähig zu halten. So könnte doch bspw. ein Hocker komplett aus einer Solarzelle bestehen im Park / Schwimmbad / Terrasse als Ladestation dienen.

  • Florian

    02.02.12 (10:24:23)

    P.S. Ich vergass zu erwähnen das der Platz im Inneren als Raum für den Speicherakku dient. Und eine kleine LED - Leiste gibt Auskunft über die Energiereserven. Natürlich auch eingegossen. Dies verhindert das angekoppelt wird ohne Energie beziehen zu können. :-) Ja, so kann man über die Unsinnigkeit streiten oder etwas konstruktives beitragen. MfG Flo

  • Tom

    03.02.12 (08:33:23)

    Wer kauft denn im Ernst Polyestergiessharz bei Amazon zu solchen Apothekenpreisen? Im Grossgebinde kostet der Liter unter 10 Euro. Und so schwierig wie dargestellt ist die Verarbeitung auch nicht.

  • Frank Müller

    03.02.12 (08:39:52)

    Hallo Tom, wenn Du einen Link zu Grossgebinde-Anbietern hast, immer her damit. ;-)

  • Florian

    13.02.12 (12:21:36)

    Wer kauft denn im Ernst Leder Sitzbezüge bei BMW / Mercedes / Audi zu solchen Apothekenpreisen ? Beim Schlachter kostet das Kilo Rinderhaut unter 10 Euro. Und so schwierig wie dargestellt ist die Verarbeitung auch nicht.

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