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19.10.07Leser-Kommentare

Robot-Flak tötet neun Soldaten

In Südafrika hat laut Medienberichten eine Oerlikon GDF-005 - Flugzeugabwehrkanone während einer Übung mit scharfer Munition neun Soldaten getötet und 14 teilweise schwer verletzt. Jetzt ist die Rede von möglichen Software-Fehlern.

Oerlikon GDF 35mm

Während eines Manövers mit scharfer Munition geriet in Südafrika am Freitag vergangener Woche eine Flugzeugabwehr-Batterie des Typs Oerlikon GDF-005 ausser Kontrolle, machte sich plötzlich selbständig und leerte ihr 250-Schuss Magazin mit hoch explosiven 0.5kg-Geschossen inmitten der Stellung mit insgesamt fünf Geschützen.

Die Berichte über den Vorfall lassen Befürchtungen aufleben, wie sie Hollywood immer wieder in Filmen wie Terminator oder Robocop thematisiert hat: Die mörderische Gefahr bewaffneter Roboter:

Zunächst war in den Berichten von mechanischen Problemen die Rede, aber inzwischen tauchen vermehrt Hypothesen auf, dass es sich um einen Softwarefehler handelt. Die Kanone, offenbar eine Weiterentwicklung der aus den 50er Jahren stammenden GDF-001, die 1985 modernisiert wurde, ist mit aktivem und passivem Radar und Laser ausgerüstet, um tieffliegende Ziele zu erfassen. Die Ziele werden dabei allerdings vom Geschützführer an einem Kontrollpult anvisiert; im "automatischen Modus" übernimmt die Kanone diese Informationen und feuert auf die Flugzeuge, wobei sie selbsttätig nachlädt.

Das ausgeflippte Geschütz soll seine Läufe wild in alle Richtungen geschwungen und dabei die Magazine geleert haben. Unter Einsatz ihres Lebens soll eine Offizierin versucht haben, den wilden Beschuss ihrer Soldaten zu stoppen, was ihr allerdings nicht gelungen sei.

Mehr dazu bei Wired im "Danger Room"

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Kommentare

  • Daniel Ebneter

    19.10.07 (08:35:54)

    Hallo Peter Du wärst gut beraten gewesen, Dich vor Deinem Post mit einem Fachmann der Schweizer Armee zu unterhalten, wo das gleiche System auch im Einsatz ist. Du hättest dann herausgefunden, dass der grösste Teil Deines Artikels billige Sensationsmache ist und mit der Realität dieses Waffensystems nichts zu tun hat. Greets Daniel Ebneter

  • Peter Sennhauser

    19.10.07 (18:14:10)

    Daniel, verstehe nicht ganz, weshalb Du dann die drei, vier Faktenangaben (mehr sind in dem Textlein ja nicht drin) nicht gleich korrigierst? Was die "Sensation" angeht, die ist meiner Meinung nach schon gegeben, wenn bei einer militärischen "Übung" mit scharfer Munition neun Menschen ihr Leben und mehr als ein Dutzend ihre Gesundheit verlieren - da muss ich nichts mehr "machen". Wenn das zudem nicht auf menschliches, sondern in irgendeiner Form auf technisches Versagen zurückzuführen ist (und daran scheint niemand zu zweifeln), hätten wir Grund zum Nachdenken.

  • Daniel Ebneter

    19.10.07 (19:24:44)

    1) Die Kanone hat sich (vielleicht) selbständig gemacht, nicht die Batterie (das wäre mehrere Feuereinheiten mit jeweils einem Feuerleitgerät (Radar) und zwei Kanonen). 2) Die Kanone selbst hat kein Radar. 3) Von "Robot-Flak" kann gar nicht die Rede sein, und der Vergleich mit Robocop ist ziemlich daneben. Auch im "automatischen" Modus ballert die Kanone nicht einfach selbständig los, sondern übernimmt die Daten und Befehle des Radars - und dort sind wiederum Menschen am Drücker. 4) Im selbständigen Betrieb visiert der Geschützführer die Ziele an, für die Schussabgabe ist aber dann der Schütze auf der Kanone zuständig. Und es ist gar nicht so einfach, vom Feuerleitrechner eine Freigabe zu bekommen. 5) Bei Schiessübungen hier in der Schweiz werden elektronische Sicherheitssektoren programmiert, sowohl für den Schwenkbereich der Rohre wie auch für die Feuerauslösung. Zudem steht hinter der Kanone ein Soldat mit der "Feuerbirne". Lässt er den Knopf los, hört die Kanone sofort auf zu schiessen. Richtig ist allerdings, dass gegenüber der alten Kanone der Schwenkbereich der Rohre jetzt nicht mehr mechanisch begrenzt wird. Darüber gab es vor gut 10 Jahren auch bei uns heftige Diskussionen. Ich habe auch mal erlebt, dass eine Kanone ihr ganzes Magazin verfeuert hat, zum Glück im zugelassenen Sektor. Damals war aber noch kein Stück Software drauf, sondern ein übereifriger Soldat hatte den Verschluss so zugefettet, dass er nach der ersten Serie nicht mehr eingehängt hat... Ich finde den Unfall auch absolut tragisch und schliesse überhaupt nicht aus, dass technisches Versagen (in der Mechanik oder der Elektronik) im Spiel ist. Es geht hier aber nicht um Science Fiction.

  • Peter Sennhauser

    19.10.07 (19:36:07)

    Super Ergänzung, besten Dank. Offenbar hat die "Feuerbirne" versagt... Natürlich geht es hier nicht um Science Fiction. Die Grundlage von SF ist indes die Realität und der Diskurs über die Möglichkeiten der Zukunft. Ein Geschütz, das aufgrund mechanischer oder elektronischer Fehler ausflippt, nährt genau diese Ängste, auf denen Filme wie Robocop etc aufbauen. Und wenn das eine Maschine mit Erstbaujahr in den 50er Jahren kann, dann frage ich mich, wie das mit "hochmodernen" Geschützen, aber auch Wahlcomputern etc. aussieht.

  • radio_24

    20.10.07 (12:15:56)

    Hallo Daniel, dann bring mal einige dieser "Fachinformation":-) Gruss radio_24

  • radio_24

    20.10.07 (12:17:29)

    ooops, sorry ... schon geschehen - ich sollte die Seite öfters refreshen ;-) Danke für die Infos!

  • Frank Greve

    12.02.09 (15:04:15)

    Irgendwie verstehe ich die Diskussion nicht ganz. Tatsache ist in meinen Augen das ein Waffensystem sich unkontrolierbar verhalten hat. Spielt es da für die Opfer eine Rolle, ob ein "überfetteteter" Verschluß oder ein Softwarefehler das Massaker ausgelöst hat? Ursache für den Tod Unschuldiger ist eine Keule, die (so) niemand schwingen wollte. Wie sieht es da eigentlich mit der Produkthaftung aus? Ach ja, stimmt, das Produkt hat ja nur das getan, was in der Werbung versprochen wurde.. es hat getötet! Was spielt es da schon für eine Rolle wen? Ich bin wirklich dankbar in einer zivilisierten Welt zu leben. Ich hoffe nur, ich kann bald wieder dahin zurück!

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