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10.01.10

RCA Airnergy: Strom aus WLAN

RCA Airnergy holt sich den Strom aus dem Äther, also dem WLAN-Netz. Und nein, es ist Januar, nicht erster April.

Update: Leider entpuppt sich das Gerät als Marketinggag, denn rein rechnerisch ist die erforderliche Leistung nie zu erreichen. Näheres am Ende des Textes.

Wir erinnern uns an das angekündigte Nokia-Handy, welches sich die umgebenden elektromagnetischen Wellen zu nutze machen will. Wer's verpasst hat, kann sich die Story bei Netzwelt nochmals ansehen.

Auf die Kürze erzählt: Der Handyriese hat in seinen Forschungslabors eine Möglichkeit entdeckt, aus der EM-Strahlung Strom zu gewinnen. Eine nutzbare Umsetzung sollkaber erst in drei bis vier Jahren vorliegen.

RCA hat mit seinem Airnergy demnach die Nase vorn: Auch Airnergy verwandelt elektromagnetische Strahlung zurück in Strom, beschränkt sich aber anders als Nokias Idee auf den Elektrosmog von WLANs.

Laut OhGizmo ist es jetzt schon möglich, in 90 Minuten einen 30% leeren Blackberry-Akku wieder aufzuladen - wenn das nichts ist! Natürlich ist eine ausreichende WLAN-Versorgung (sprich sehr viel E-Smog) Voraussetzung, doch dann (also in Städten wie San Francisco) sind vollkommen neue Einsatzszenarien denkbar. In den Hotels zum Beispiel kann man sich dank LTE das teure WLAN-Abo sparen und sich daraus nur die Energie holen. Bei Betrieben mit WLAN-Netzen wird das Handy gleich mitgeladen - ohne dass man eine Abmahnung dafür bekommt.

RCA möchte bereits im Sommer 2010 auf den Markt kommen und nur 40 Dollar für sein Airnergy verlangen. Das ist aber nicht alles: Handy-Akkus mit dieser Technologie sind bereits in der Mache und sollen nur kurz später verfügbar sein. Das iPhone ist leider ausgeschlossen, weil man den Akku da nicht tauschen kann. Dafür hat es jetzt eine Volltastatur.

Via OhGizmo.

Update: Peinlich, peinlich auch ich habe mich  blenden lassen - das RCA Airnergy kann leider nicht genug Leistung auffangen um einen Hochleistungshandyakku aufzuladen. Zu dem Produkt hat sich auch heise geäußert.

Vorstellen kann man sich das wie Wellen auf einer Wasseroberfläche. Wirft man einen Stein ins Wasser, bilden sich Kreise um das Einschlagsloch. Diese Kreise werden immer größer um so weiter sie sich entfernen. Ist nun ein Hindernis im Wasser, kriegt es die Wucht der Welle voll ab, die Energie der Welle. Das Airnergy nimmt um so mehr Energie auf, je größer die Antenne ist. Da der Kreis aber immer größer wird, verteilt sich auch die abgestrahlte Energie auf ein immer größer wedendes Areal. Überträgt man das Beispiel von rein horizontalen Wellen auf eine Kugel, wie es bei ungerichteten WLAN-Antennen vorkommt, verringert sich der Anteil noch weiter.

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