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25.06.17Kommentieren

Ratgeber

So löschen Sie Datenträger komplett und ohne Spuren

Sven Wernicke


(Bild: Apple)

Nur die Dateien in den Papierkorb schieben oder beispielsweise den USB-Stick formatieren? Erfahrene Nutzer können unter Umständen trotzdem brisante Informationen wiederherstellen. So verhindern Sie dies effektiv und schnell.

Daten gelöscht? Nicht wirklich

Technisch bedingt werden gelöschte Dokumente, Bilder oder Videos nicht wirklich beseitigt, wenn man diese beispielsweise unter macOS bzw. OS X oder Windows entfernt. Vielmehr werden sie zum Überschreiben freigegeben. Und erst dann, wenn neue Daten abgelegt wurden, sind die alten in der Regel wirklich dauerhaft gelöscht sowie nicht wiederbringbar.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Löschen oder Formatieren Sie eine Festplatte vor der Weitergabe oder dem Verkauf, können die Inhalte wiederhergestellt werden – von einer fremden Person. Besser ist es also, Speichermedien bedacht und richtig zu löschen. Das gilt für USB-Sticks, (externe) Festplatten, SSDs, Smartphones oder Speicherkarten gleichermaßen - ansonsten gehen Sie unnötig ein Sicherheitsrisiko ein.

Daten am Mac endgültig löschen

Am Mac ist es tatsächlich ausgesprochen einfach, Daten komplett zu löschen. Starten Sie unter macOS das Festplattendienstprogramm, wählen das zu löschende Speichermedium aus – egal, ob externe Festplatte, USB-Stick oder Speicherkarte – und klicken Sie auf den Reiter „Sicherheitsoptionen“. Dort kann eine bis zu siebenfache Überschreibung der Daten aktiviert werden, die alle Informationen wirklich endgültig ins Nirwana schickt. Bei HDDs könnte dies unter Umständen einige Zeit in Anspruch nehmen, dafür gehen Sie bei dieser Methode garantiert auf Nummer sicher.

Lässt sich eine Festplatte nicht ohne weiteres löschen, starten Sie den Mac mit der Tastenkombination Command + R und rufen Sie das Festplattendienstprogramm im Recovery-Modus des Rechners auf.

Daten unter Windows löschen

Windows 10 unterstützt von Haus aus leider kein mehrfaches Löschen, wie es bei macOS Standard ist. Aus diesem Grund ist es ratsam, zu Tools wie Eraser oder Secure Eraser zurückzugreifen.

Eraser und Secure Eraser sind ähnlich aufgebaut: Verzeichnisse und Dateien werden unwiderruflich gelöscht, ohne dass Spuren zurückbleiben. Sogar das automatisierte, regelmäßige Löschen von Files (Browserverlauf zum Beispiel) ist vorhanden und praktisch für den Arbeitsalltag.


(Bild: Ascomp)

Daten von Smartphones und Tablets löschen

Ein mobiles Gerät soll weitergegeben oder veräußert werden? Auch auf diesen können sich noch wichtige Daten befinden. Seit dem iPhone 3GS werden sämtliche Informationen hardwareseitig verschlüsselt, sodass das Zurücksetzen des Smartphones den Entschlüsselungscode vernichtet und damit alle Dateien garantiert unbrauchbar sind. Es reicht also, in den Einstellungen das Löschen vorzunehmen.

Unter Android ist es etwas komplizierter. Bei älteren Smartphones und Tablets (vor 2014) sowie bei sehr günstigen Geräten werden Daten oftmals nicht verschlüsselt abgelegt. Dann hilft das Zurücksetzen des Telefons oder Touchscreen-Computers nichts. Unter „Einstellungen" > "Sicherheit" > "Telefon verschlüsseln“ finden Sie ggf. Funktionen, die das Verschlüsseln aktivieren. Ist das möglich, genügt danach tatsächlich das Herstellen des Werkzustandes, um alles konsequent zu entfernen.

Alternativ empfehlen sich Apps wie SecureWipe, KShred oder SecureEraser, die gratis im Google Play Store angeboten werden. Damit sollten Sie auf der im wahrsten Sinne des Wortes sicheren Seite sein.

Wenn nichts mehr hilft: Datenträger zerstören

Es ist der letzte Schritt: Sollen Daten unwiderruflich zerstört werden, vernichten Sie den Datenträger. Das mechanische Zerlegen von Festplatten oder USB-Sticks ist gewiss eine unschöne, doch höchst effektive Methode.

Ob das wirklich sinnvoll ist? Das müssen Sie entscheiden.

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