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13.07.12

Raspberry Pi: Mini-Computer für Einsteiger und Bastler

Nur 26 Euro kostet der Einstieg in die Welt von Raspberry Pi. Dafür bekommt man die Basis für einen eigenen Computer. Eigentlich dient das Projekt zum Lernen, aber Bastler haben es bereits weltweit für sich entdeckt. Gastautor Steffen Voß stellt Raspberry Pi vor.

Der Raspberry Pi von Gastautor Steffen Voß in seinem Holzgehäuse. Foto: Steffen Voß. Lizenz: CC BY 2.0Anfang der 80er Jahre hat die BBC eine Reihe von Computern herstellen lassen, mit denen man lernen sollte, wie man programmiert. Eine ganze Generation hat damit die ersten Schritte gemacht. In dieser Tradition sieht sich das Team von "Raspberry Pi": Der voll funktionsfähige Minicomputer kostet nur 26 Euro und soll Schüler an das Programmieren heranführen. Aber auch Bastler in aller Welt fühlen sich angesprochen: Die ersten 10.000 Geräte waren Ende Februar 2012 in Minuten ausverkauft. Auf dieser Karte sieht man, wo Raspberry Pi auf der Welt zu finden ist. Und es werden immer mehr: 350.000 wurden inzwischen vorbestellt. Mit anderen Worten: Die Warteliste ist derzeit lang.

Für die 26 Euro bekommt man mit dem Raspberry Pi ein ein Board von der Größe einer Kreditkarte mit einem 700-MHz-ARM-Prozessor und 256 MB RAM. Dazu gibt es Anschlüsse für HDMI, Composite Video, Audio-Out, Ethernet, und USB. Die Stromversorgung regelt ein Micro-USB-Anschluss. Als Laufwerk dient eine SD-Karte.

Als Betriebssystem kommen verschiedene Linux-Distributionen in Frage. Eigentlich sollte die offizielle Distribution eine ARM-Variante von Fedora sein. Die gibt es aber noch nicht endgültig, weswegen das Team zur Zeit Debian squeeze empfiehlt. Debian umfasst eine einfache LXDE-Oberfläche und einige Tools für Programmieranfänger.

Natürlich haben sich auch andere Linux-Projekte auf die neue Hardware gestürzt. Mit OpenELEC zum Beispiel kann man den Raspberry Pi in ein passables Mediencenter verwandeln.

Zur Zeit habe ich meinen eigenen Raspberry Pi in einem niedlichen, kleinen Holzgehäuse im Wohnzimmer an der Stereoanlage. Angeschlossen ist eine externe Festplatte mit Musik. Per WLAN und mit einer Android-App kann ich die Musik über mein Smartphone steuern. Ich habe versucht, den Raspberry Pi auch noch als Webserver laufen zu lassen - dafür ist er dann doch zu langsam.

Es macht Spaß, mit dem Raspberry Pi zu experimentieren, denn er ist ein Zusatzrechner, von dem nichts abhängt. Ich muss nicht aufpassen, dass

Daten verloren gehen. Und wenn ich das Betriebssystem zerspiele, kann ich es schnell wieder neu installieren. Mein Fazit ganz klar: Jeder sollte so einen Raspberry Pi haben und lernen, Computer besser zu verstehen.

Weiterführende Links rund um Raspberry Pi:

Über den Gastautor

Steffen Voß ist Web-Fuchs, Vorsitzender des Vereins für Neue Medien Kiel e.V, Orga beim Kieler WebMontag und dem Kieler BarCamp, bloggt unter kaffeeringe.de und arbeitet als Online-/Social-Media-Referent bei der SPD Schleswig-Holstein.

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