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19.07.13Leser-Kommentare

Raspberry Pi Mikrowelle: Essenkochen per Sprachsteuerung

Webentwickler Nathan Broadbent hat ein wenig in seiner Küche herumgetüftelt und seiner Mikrowelle mit einem Raspberry Pi eine intelligente Steuerung verpasst. Das Küchengerät kann nun Sprachbefehle entgegen nehmen, sich vom iPad aus steuern lassen oder ein Fertiggericht dank Barcodescanner gemäß seiner Anleitung kochen.

Intelligente Mikrowelle: Steuerung per Sprache und iPad dank eines Raspberry Pi Intelligente Mikrowelle: Steuerung per Sprache und iPad dank eines Raspberry Pi

Der preiswerte Mini-PC Raspberry Pi verzückt die Technikwelt und bringt Tüftler auf geniale Ideen. Eine davon kam Nathan Broadbent nach eigenen Angaben, als er auf Reddit den Wunsch eines Kommentatoren las: Mikrowellen sollten Fertigessen so zubereiten können, wie es auf der Verpackung steht. Fünf Minuten auf höchster Stufe, eine Minute abkühlen lassen, dann zehn Minuten bei mittlerer Hitze.

Broadbent hat das Problem mit seiner Mikrowelle, einem Barcodescanner und dem Raspberry Pi selbst gelöst. Und wo er schon einmal dabei war, hat er seine Mikrowelle zur intelligenten Schaltzentrale ausgebaut. Sie spricht nun mit ihm, nimmt Sprachbefehle entgegen, twittert oder begrüßt ihn mit wie ein Rechner beim Hochfahren.

Die Mikrowelle ist schon ein etwas älteres Modell mit berührungsempfindlicher Bedienoberfläche eines namenlosen Herstellers. Broadbent verdrahtete die Endpunkte der Knöpfe mit einem Board, das er an den Raspberry Pi anschloss. Jeden Bedienknopf definierte er neu, etwa mit einem voreingestellten Programm, das 25 Sekunden lang auf höchster Stufe kocht. Der Mikrowelle fügte er außerdem ein Mikrofon und einen Lautsprecher hinzu. Die Bedienoberfläche druckte er neu aus. Im Video stellt er die Funktionen vor:

www.youtube.com/watch

Die Mikrowellen-Software, die er selbst schrieb oder anpasste, veröffentlichte der Ruby-on-Rails-Entwickler auf Codeplattform Github. Darunter sind der Microwave Daemon, also die Steuerung der Mikrowelle, eine Barcode-Software, das angepasste Stimm-Erkennungsprogramm PocketSphinx und die App Sinatra, mit der sich die Mikrowelle per Browser oder Mobiltelefon steuern lässt. Damit die Mikrowelle die Daten aus dem Barcodescanner verarbeiten kann, legte Broadbent für Fertigessen eine eigene Datenbank an, die Microwave Cooking DB.

Es beginnt mit einem Hack

Die Technik funktioniert nicht einwandfrei. Im Demovideo brach der Timer einmal ab. Die Sprachsteuerung nimmt Umgebungsgeräusche wahr und reagiert darauf. Alles in allem aber tut sie das, was sie soll, die "Pi-crowave", wie Broadbent sie selbst nennt. Er erhebt übrigens keinerlei Anspruch darauf, der erste mit dieser Idee zu sein. Mikrowellen mit Barcodescanner gibt es bereits, ebenso wie Patente für internetgesteuerte Mikrowellen und Öfen. Broadbent jedenfalls hat sein Gerät mit viel Technik für die eigenen Bedürfnisse angepasst. Egal, ob ein kommerzieller Erfolg daraus wird oder nicht: So viel Eifer hat einen Applaus verdient.

Oft beginnt es mit einem Hack und nur wenig später kommen kommerzielle Anbieter auf die Idee, solche Funktionen zu industrialisieren. Das Ein- und Ausschalten vieler Haushaltsgeräte via Smart Home oder das Regulieren einfacher Schaltungen wie von Thermostaten, Licht und Jalousie sind heute schon kein Problem mehr. Der nächste Schritt hin zum intelligent vernetzten Haus sind eben filigranere Steuerungen mit allen Funktionen, die zu einem Gerät passen. Eine spannende Thematik, von der wir in Zukunft noch viel mehr sehen werden.

Blogeintrag von Nathan Broadbent zur Raspberry Pi Microwave via Lifehacker.

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Kommentare

  • Florian

    19.07.13 (13:49:22)

    Für nen Eigenbau... Sensationellllll !!!!

  • Patrick

    19.07.13 (18:00:42)

    Die Idee, dem Kühlschrank seinen Inhalt über Barcodes mitzuteilen, gab es ja schon öfter. Aber das bei einer Mikrowelle - genial! :D

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