Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

22.02.17Kommentieren

Security

Cybergangster haben zunehmend ein Ziel: Ihr Geld


(Bild: Fotolia)

Eine neue Studie zeigt: Unternehmen und Organisationen rücken in den Fokus von Erpressern, die mit Ransomware und ähnlicher Schadsoftware hohe Summen ergaunern möchten.

Ransomware ist auf dem Vormarsch

„Die Fälle von Computer- und Internetkriminalität nehmen weiter zu“ - dieser Satz stammt aus einer Erhebung des IT-Branchenverbandes Bitkom aus dem Jahr 2014. Demnach wurden 55% der deutschen Internet-Nutzer schon einmal Opfer von sogenanntem Cybercrime. Besonders die digitale Erpressung durch Ransomware hatte sich damals ausgebreitet. Wie es scheint, wird die Lage schlimmer.

Eine neue Studie von Radware namens „Global Application and Network Security Report“ zeigt: Die Erpressung von Lösegeld war im letzten Jahr das weltweit häufigste Motiv für Angriffe auf Firmen-Computer. Bei einer Befragung von 600 Unternehmen kam heraus, dass 40% aller Cyberattacken durch Ransomware und Ransom Denial of Service (RDoS) verursacht wurde. Dabei sind europäische PCs, Server und Netzwerke im besonderen Fokus der Angreifer, da diese besonders lukrativ erscheinen. Die modernen Gangster wollen durch Ihre Attacken ein Ziel erreichen: ein hohes Lösegeld erpressen.

Ransomware kapert Krankenhaus-Computer und bedroht das Internet der Dinge

Wie verschiedene Vorfälle im Jahr 2016 zeigten, werden durch die Ransomware-Amgriffe teilweise hohe Summen gefordert. Beispielsweise legte ein Verschlüsselungstrojaner eine Klinik in Los Angeles über eine Woche lahm. Alleine in diesem Fall hatten die Erpresser für die Freigabe drei Millionen US-Dollar als Lösegeld gefordert. Auch deutsche Krankenhäuser wurden schon Opfer der Cyberkriminellen.

Die Angriffe auf Computer von medizinischen Einrichtungen waren höchstwahrscheinlich nur der Beginn einer Welle ganz neuer Ransomware-Varianten. Die IT-Spezialisten von Radware gehen davon aus, dass bald zunehmend medizinische Geräte wie Herzschrittmacher oder Defibrillatoren zu den Zielen gehören werden. Der Grund: Durch die Vernetzung der Geräte (Stichwort: IoT, Internet of Things) sind auch sie angreifbar. Da es bei derlei „Smart Devices“ oft noch an wirksamen Schutzmaßnahmen fehlt, sind sie eine leichte Beute für virtuelle Erpresser.

Waffen könnten durch Verschlüsselung unbrauchbar werden

Nicht nur medizinische Einrichtungen, auch Unternehmen anderer Art müssen wohl mit einer weiteren Zunahme an Attacken rechnen. Wie im „Global Application and Network Security Report“ beschrieben, könnten öffentliche Infrastrukturen sowie militärische Ziele zunehmend ins Fadenkreuz der Cybergangster gelangen, da Verkehrssysteme wie Flugzeuge, Eisenbahn, Busse und auch Automobile zunehmend automatisiert und ins Internet of Things eingebunden werden. Damit entsteht auch in diesem Bereich eine neue Gefahrenquelle. Ebenso denkbar sind Waffensysteme, die wegen der verschlüsselten Daten nicht mehr einsatzbereit sind.

Diese und andere Studien zeigen: Der Schutz der eigenen Daten, Computer, Server und Netzwerke sollte durch entsprechende IT-Sicherheitslösungen in jedem Unternehmen bedacht und ständig optimiert werden. Die Methoden der Angreifer werden immer perfider – und für die Betroffenen richtig teuer.

Was hilft bei einer Ransomware-Infizierung?

Sind Sie Opfer einer Ransomware-Attacke geworden? Dann sollten Sie auf keinen Fall auf die Forderungen der Erpresser eingehen und bezahlen, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Wenden Sie sich stattessen an einen Fachmann, der Sie bei der Beseitigung der Schadsoftware unterstützt. Zudem kann Ihnen die Webseite No More Ransom weiterhelfen. Dahinter stecken unter anderem Kaspersky Labs, Intel Security, Europol und die niederländische Polizei.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer