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28.01.14Leser-Kommentare

Quartalszahlen: Apple stärker denn je, der Untergang muss warten

Manche Tech-Berichterstatter müssen wohl langsam umlernen: Wird Apple bislang häufig das Erfolgsmodell von Samsung vorgehalten, könnte man den Spieß nun umdrehen. Noch nie hat Apple so viele iPhones und iPads verkauft wie im vergangenen Quartal und auch die Mac-Zahlen sind erstaunlich stark. Der von manchen erhoffte Untergang des Unternehmens lässt weiter auf sich warten und das hat seine Gründe.

Was wurde nicht über das iPhone 5s gelästert... (Bilder: Apple) Was wurde nicht über das iPhone 5s gelästert... (Bilder: Apple)

An den Zahlen, die Apple nun vorgelegt hat, zeigt sich eine Sache besonders: Was Tech-Spezialisten denken hat nicht viel damit zu tun, was Menschen gut finden und kaufen. Android ist flexibler als iOS? Android-Smartphones haben das bessere Preis-/Leistungsverhältnis und natürlich die viel größeren Displays? Android-Tablets schlagen das iPad? Mancher sieht Apple schon wieder in der Nische verschwinden, der Untergang des Unternehmens ist stets nur ein Quartalsergbnis entfernt – allein die nackten Verkaufszahlen sprechen alle drei Monate eine andere Sprache.

51 Millionen iPhones hat Apple im vergangenen Quartal verkauft, vor einem Jahr waren es noch 47,8 Millionen. Außerdem 26 Millionen iPads (gegenüber 22,9 Millionen) und kann zudem ein dickes Plus bei den Macs vorweisen: 4,8 Millionen im Vergleich zu 4,1 Millionen. Die absoluten Zahlen bei den Macs werden zwar von iPhone und iPad in den Schatten gestellt, aber eine Zunahme von fast 20 Prozent in einem ansonsten schlingernden Markt ist enorm. Vor allem wenn man noch bedenkt, dass Macs diese Steigerungsraten im Premiumsegment hinlegen und entsprechend Geld einbringen, während andere Unternehmen schon darum kämpfen, pro verkauftem Gerät wenigstens keine Miese zu machen.

In Cupertino muss man dagegen den Geldspeicher ausbauen: Weitere 12 Milliarden Dollar hat Apple auf die hohe Kante gelegt. Manches Tech-Unternehmen wäre begeistert, das in einem Quartal wenigstens als Umsatz vermelden zu können. Kaum fassbare 158,8 Milliarden Dollar hat Apple nun als Rücklage. Das Unternehmen könnte damit über Jahre hinweg unverändert weiterexistieren, selbst wenn von heute auf morgen der Umsatz ausbliebe.

Das Premiumsegment hat seine eigenen Gesetze

Das iPad mini ist erheblicher als die technisch vergleichbare Konkurrenz, spielt aber für die Konsumenten in einer anderen Liga. Das iPad mini ist erheblich teurer als die technisch vergleichbare Konkurrenz, spielt aber für die Konsumenten in einer anderen Liga.

Klar ist, dass sich Apple auf diesen Lorbeeren trotzdem nicht ausruhen kann. Denn wo die Tech-Kassandras Recht haben: Das Blatt kann sich jederzeit wenden. Zumal Apple seine Umsätze durch eine aufwändig gepflegte Marken-Aura erzielt. Die aber erscheint zumindest im Moment intakt, egal wie sehr manche Geeks und Nerds über das Unternehmen, seine Produkte und dessen Kunden ihre Nasen rümpfen. Das Premium-Segment hat nun einmal seine eigenen Gesetze und viele Unternehmen vom Sportschuhersteller über den Abendkleiddesigner bis zum Sportwagenbauer leben sehr gut davon, selbst wenn ihre Produkte einem schnöden Preisvergleich nie und nimmer standhalten.

Trotzdem heißt es vielfach, Apple solle beispielsweise seine iPhone-Modellpalette erweitern und vor allem Geräte mit größeren Displays anbieten. Tatsächlich gibt es gerade in den letzten Tagen erneut etliche Gerüchte, dass dies nun dieses Jahr wirklich passieren wird. Warten wir es ab. Mir würde das gefallen, denn seit meinem Umstieg vom iPhone 4 aufs Nexus 4 kann ich mir ein kleineres Display nicht mehr wirklich vorstellen. Ein iPhone in der Region um 4,8 Zoll käme zumindest von der Hardware her in Frage, auch wenn ich mich persönlich mit Android inzwischen zu sehr angefreundet habe. Für "iOS in the Car" sammelt Apple jedenfalls gerade Erfahrungen, wie man eine Benutzeroberfläche für diverse Displaygrößen und -formate flexibel hält. Bislang hatte das Unternehmen seine beiden iOS-Ökosysteme hier ja so konsistent wie nur möglich gehalten.

Eine Position der Stärke, zumindest heute noch

Unsinn ist aus meiner Sicht allerdings manche Berichterstattung darüber, dass das Unternehmen sich damit vor der Konkurrenz retten müsste. Es agiert aus einer Position der Stärke heraus mit wachsenden Verkaufszahlen und enormen Gewinnen. Das muss wie erwähnt nicht immer so bleiben, ist aber jetzt der Fall. Der kumulierte Marktanteil aller Android-Geräte aller Hersteller mag dabei größer sein als der von Apples iPhones und iPads. Der Marktanteil aller Windows-PCs ist zudem weiterhin erheblich größer als der aller Macs. Aber Apples Stück von Kuchen ist offenbar jeweils groß genug, um die Plattformen quicklebendig zu halten und zugleich erhebliche Summen Geldes einzustreichen.

Diese Pille mag für Apple-Skeptiker schwer zu schlucken sein. Aber hier liegt sie schon wieder auf dem Tisch in ihren ganzen quartalsberichtgestützten Unabwendbarkeit und lässt sich einfach ums Verrecken nicht wegdiskutieren.

Der sichere Untergang Apples muss somit erneut warten, mindestens weitere drei Monate.

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Kommentare

  • Peter

    28.01.14 (09:27:57)

    Viele Menschen lassen sich von Zahlen verwirren und rufen daher das Ende von Apple aus (was nicht schlimm wäre, gibt ja viele Produkte und Hersteller). Klar, der Anteil am Smartphoneverkauf sinkt prozentual, aber auch nur weil es mittlerweile deutlich mehr verkauft werden und Apple nun mal nicht im unteren und mittleren Preissegment aktiv ist. In absoluten Zahlen bleiben die Verkäufe aber absolut stabil und steigen sogar. Und nur darauf kommt es für ein Unternehmen an. Ob sie prozentual Marktführer sind oder nicht, juckt doch keinen. Um einen nicht ganz passenden Vergleich zu nutzen: Toyota verkauft pro Jahr 10.000.000 Autos, BMW nur knapp 2.000.000 und Porsche gar nur 150.000 ... Toyota stellt alles her, von Unter bis Oberklasse, BMW Mittel und Oberklasse, Porsche nur Oberklasse. Jedes Unternehmen ist auf seine Art sehr erfolgreich... Genauso ist es eben mit Apple - in seiner Sparte sehr erfolgreich. Und das wird auch so sein wenn nächstes Jahr durch die Verbreitung von günstigen Smartphones in Schwellenländern deren Marktanteil nur noch 10% ist. Solange die absolute Absatzahlen stimmen, ist der Marktanteil wurscht...

  • Christian

    28.01.14 (11:44:41)

    … Zumal Apple seine Umsätze durch eine aufwändig gepflegte Marken-Aura erzielt Die eben genau die Kunden anspricht, die das Geld haben. Apple bietet alles aus einer Hand und zwar so, dass Nerds & Co draußen bleiben. Die Kunden, die einfach Technik wollen, die NICHT nervt, sondern funktioniert - und dafür vielleicht nicht absolut das Neueste ist nehmen zu. In einer Welt der immer rasanter zunehmenden Technikkomplexität (gefühlt 4 neue Smartphones jeden Monat), wünschen sich die Kunden Geräte, die funktionieren. Selbst „Fachleute“ im Laden haben keinen Überblick mehr. Selbst erlebt: „Welches Handy möchten Sie denn?“ „Ich hätte gerne ein Android-Handy von Motorola, das XYZ!“ „Ach wirklich? Dazu kann ich Ihnen aber kaum was sagen. Haben Sie nicht Interesse an einem iPhone?“ Android ist leider viel zu verstückelt und es gibt zuviele verschiedene Anbieter, Modelle etc. + extrem kurze Produktzyklen. Da die Übersicht zu behalten, schafft kaum noch jemand. Ein wichtiger Faktor wird ausserdem ausser Acht gelassen in der Diskussion: iPads kaufen nicht unbedingt die hippen Leute oder Techfreaks, sondern immer öfter ÄLTERE Menschen, die bisher nur Nerv hatten (wenn überhaupt) mit einem PC. Ich habe neulich versucht einer Seniorin Windows 8 zu erklären. Ohne grundsätzliches Verständnis der Windows-Denke ist das nicht möglich: Deutsche Programm, Englische Installer, Deinstaller HINTER der schönen Kacheloptik-Oberfläche, gemixte Symbole etc. Das nervt und wird langfristig die interessierten und solventen Kunden weiter zu Apple treiben. Und das Marketing sowie die iTunes&Co Welt sorgen für den nötigen Umsatz. Das konsequente Marketing wird Apple weiterhin die hohen Umsätze bescheren. Und nichtsdestotrotz wird mein Zweithandy jetzt ein Motorola – mit Android …

  • Florian

    28.01.14 (13:12:36)

    ,,...was nicht schlimm wäre, gibt ja viele Produkte und Hersteller..." Inklusive Reseller ca. 100.000 Mitarbeiter. LG Flo

  • IF

    28.01.14 (14:59:28)

    Größere Displays - wer´s mag... ABER: Ich würde sofort ein iPhone mit 3 Zoll Display kaufen. Ein echtes Mini halt! Gerne wasserdicht und doppelt so teuer wie das 5s. Mir sind die 5er bereits zu groß! Und wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umhöre bin ich nicht der einzige der größere Displays ablehnt...

  • robert

    28.01.14 (18:08:19)

    Naja, der Untergang nutzt Apple gewaltig. Solange sie unterschätzt werden, wirken die magischen Worte 'one more thing', gerade wie die Erfüllung aller Wünsche. Apple nutzt dies bewusst, der Underdog gegen IBM ist Kult auch wen IBM heute keine Rolle mehr spielt. Apple bleibt das unterschätzte Technologieunternehmen, dass in Wahrheit jedoch vollkommen überschätzt wird. Der iPod Markt is fast vergessen, das iPhone ist kaum mehr eine Schlagzeile wert und auch in anderen Segmenten setzt man mehr auf Modelpflege als auf Innovation. So ist weder eine iWatch noch ein iTV angekündigt und wen, werden sie damit Erfolg haben? Apples großes Problem liegt in unflexibler Hardware und einer eingeschränkten Produktauswahl, und das fällt besonders in SmartPhone Bereich eklatant auf. Während Apple mit iOS7 wenig kreativ ist und dazu massive Batterieprobleme einführt, hat die Konkurrenz Produkte für jeden Wunsch generiert. Apple antwortet mit iPad Mini, aber das wirkt eher unbeholfen als clever. Wen man etwas die neue MacPro anschaut, steht man unweigerlich vor der Wahl: Neue Workstation oder neues Auto? Und das passt so gar nicht zu den gesunkenen Preisen in der Vergangenheit. Wird es Apple schaden? Meiner Meinung schadet es Apple an meisten wen man große Dinge erwartet, den gerade dann ist Apple nicht mehr der Underdog.

  • robert

    28.01.14 (18:17:14)

    Apples größtes Risiko ist die immer höheren Erwartungen seiner Fans zu erfüllen. Solange die Konkurrenz schläft, wie etwas Microsoft, ist das auch mit winzigen Schritten wie beim iPhone 5c oder mit Siri möglich. Allerdings hat Google bewiesen, das den nicht sein muss und Google besitzt weit mehr jugendlichen Mut als die gealterte Crew von Apple.

  • Michael

    28.01.14 (19:51:11)

    Allein das iPhone macht Apple stark und dies wird auch eine ganze Weile so bleiben. Vermutlich wird dieses ein anderes in nächster Zeit wohl kaum vom Markt drängen. Viele Grüße

  • Toob

    28.01.14 (20:28:32)

    Ich kann den Ruf nach größeren Displays immer nicht nachvollziehen. Ich hingegen würde mir sogar ein iPhone Mini wünschen. Eine appretier weniger statt mehr, dafür gleich dick aber doppelter akkuleistung. Aber Hey ich bin hald nicht Masse :)

  • nick

    28.01.14 (20:50:12)

    Ich finde den Vergleich super und kann dir nur zustimmen. Apple hat sich mehr im oberen Preissegment angesiedelt und hat aufgrund dessen vor allem in ärmeren Ländern eben weniger Absatzzahlen.

  • Elmar

    29.01.14 (05:46:46)

    Der Abgesang auf Apple hat irgendwie Tradition, die Enttäuschung vieler "Jünger" wenn Produkt X nicht über irgendwelche nutzlosen Features verfügt ist für mich einfach nicht nachvollziehbar. Grössere Displays für iPhones halte ich persönlich für Schwachsinn, mich nervt meine momentane 5" Fliese ganz nett und würde sie gerne gegen iPhone tauschen...wenn es eines mit Dualsim gebe.

  • Claudio

    29.01.14 (07:30:10)

    Was eine unglaublich unsinnige Überschrift. Und dieses immer wieder unsinnige Wiederholung der nicht mehr innovativ Theorie. Von einem angeblich unabhängigen Technik Blog darf man mehr erwarten. Liebe Redaktion, meine eMail habt ihr ja, schreibt doch mal einen Artikel über Innovationen der Marktbegleiter im Smartphone/Tablet Markt, die dem normalen Anwender wirklich helfen, lass mich gerne überzeugen, als Belohnung gibt es ein iPad mini mit Apple TV. Schaut euch dann auf eurem Samsung Smart TV (noch nicht ganz verstanden was daran smart ist, schon das sortieren der Sender ist eine echte Herausforderung) die Apple Keynotes an , setzt sie in Beziehung zu der jeweiligen Marktsituation und Zeit und ihr werdet verstehen, wie Apple tickt. Bekanntlich feiert Apple für viele, nur uns Jünger nicht (noch so eine unsinnige, gern geschriebene Wiederholung ), überraschend den 30. Geburtstag des Macs. Kann nur empfehlen. mal auf die Zeitreise zu gehen um zu sehen, wie vielen kleine und grosse Inovationen hervorgebracht wurden, die selbstverständlich erscheinen und man sich fragen muss, wieso das nicht andere Unternehmen geschafft haben.

  • AlphaOrb

    29.01.14 (18:05:12)

    Ähm, Gadget-Blog? Apple-Scheiße wohin man blickt.

  • tZoo

    02.02.14 (10:05:33)

    ...es wird immer langweiliger vom Untergang Apples zu lesen. Nur weil ein Hersteller XY in regelmäßigen Abständen Tabletts und Handys für jedes Zoll und rausbringt. Das wird als Innovation in den Nachrichten vermeldet. Bullshit. Apple bringt Sachen raus wenn es technisch ausgereift (s.TouchID) und absolut reibungslos funktioniert und der Zeitpunkt da ist. Also mal abwarten. Die immer wieder erwähnte Unflexibilität, Unfreiheit von iOS finde ich als äußerst benutzerfreundlich. Ich habe mich noch nie unfrei und bevormundet gefühlt. Es funktioniert einfach... Beste Nutzererfarung überhaupt. Das hat der Rest halt nicht verstanden...

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