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21.02.13

PS4: Das bietet Sonys neue Spielkonsole

Die Gerüchte überschlugen sich die letzten Wochen, jetzt haben sie ein Ende. Die PlayStation 4 kommt, bereits Ende des Jahres. Zumindest in die Staaten. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Details über die erwartete Spielkonsole, die jetzt nur noch PS4 heißt.

Immerhin zeigte Sony den neuen Controller. (Foto: Sony)Es geht weg vom doch speziellen Cell-Prozessor der PlayStation 3, hin zur programmierfreundlichen x86-Architektur. Die PS4 erhält einen 8-Kern-Prozessor von AMD, der bisher noch nicht näher beschrieben wurde. Er erhält Unterstützung von einer AMD Radeon-GPU mit 18 Computing Units, die bis zu 1,85 TFLOPS erzielen können. Inwieweit diese Zahl zum Beispiel mit der erst kürzlich vorgestellten Nvidia-Grafikkarte GeForce GTX Titan mit 4,5 TFLOPS verglichen werden kann? Unklar.

Sowieso hielt sich Sony bei der nächtlichen und zweistündigen PS4-Präsentation mit Feinheiten zurück. Nicht einmal die Konsole selbst wurde der Öffentlichkeit gezeigt, vermutlich existiert noch kein finales Design dieser. Verraten wurde dagegen offiziell, dass ein 6-fach-Blu-ray-Laufwerk integriert wird, genauso gibt es übliche Anschlüsse wie GBit-Ethernet, WLAN, USB (3.0), Bluetooth 2.1, Analog-AV, SPDIF und HDMI-Ausgang. Ob und inwieweit die PS4 3D-Ausgabe (wahrscheinlich) und 4K oder Ultra-HD unterstützt? Keine konkreten Aussagen seitens Sony.

Deutlich präziser wurden die Verantwortlichen beim neuen DualShock 4-Controller. Dieser ähnelt seinen Vorgängern, bietet aber neben einem Kopfhörer-Ausgang, integrierten Lautsprechern und einem besseren Rumble-Effekt auch ein Touchpad auf der Vorderseite. Dieses wird wohl, ähnlich wie bei der PlayStation Vita (auf der Rückseite) für Berührungseingaben verwendet. Ebenso findet man auf der Gamepad-Oberseite eine LED-Leiste, die farblich leuchtet. Hier werden vermutlich bestimmte Ereignisse visuell dargestellt.

Nebenbei gab es die neue Kamera für die PS4 zu sehen. Die PlayStation 4 Eye kann bis zu 60 3D-Bilder pro Sekunde (1280 x 800 Bildpunkte) schießen und ist damit deutlich schneller aus Microsofts Kinect. Weiterhin verfügt die Cam über ein 4-Mikrofon-Array für Sprachaufnahme. Objekte können sich mindestens 30 Zentimeter vor der PS 4 Eye befinden - das dürfte ein großer Fortschritt gegenüber der Vorgänger-Kamera (in Kombination mit Move) sein.

Voll auf Social ausgelegt

Ein wichtiger Aspekt ist der sogenannte Share-Button am Controller. Auf Knopfdruck kann man während des Spielens Screenshots erstellen, Videos aufnehmen und diese mit Freunden teilen. Es ist sogar möglich, dass sie in das eigene Spiel eingreifen und bei Schwierigkeiten behilflich sind. So die Theorie. Sowieso setzt Sony gänzlich auf Vernetzung mit Leuten auf der ganzen Welt - mehr als schon die PlayStation 3: Selbsterstellte Videos veröffentlicht man über Ustream, andere Spieler kann man an eigenen Erfolgen teilhaben lassen. Die PlayStation 4 soll hierbei der „Mittelpunkt des Gaming-Ökosystems“ darstellen, so Sony. Dazu passt, dass Apps für iOS und Android geplant sind, mit denen man auf die Konsole bzw. die eigenen Nutzerdaten oder auf Spiele-Inhalte zugreifen kann.

Der Remote Play-Aspekt wird weiter ausgebaut. Zukünftig soll man im Optimalfall alle PS4-Spiele auch auf der Sony-eigenen Handheldkonsole Vita erleben können. Bereits seit PSP/PS3-Zeiten ist das in Ansätzen möglich, mehr als halbherzig konnte Sony das nie umsetzen. Jetzt soll die Vita als externer Controller und Streaming-Maschine optimal funktionieren. Vielleicht besser als bei der noch jungen Wii U?

In der Cloud

Und noch eine Besonderheit: Der im Juli 2012 gekaufte Cloudgaming-Dienst Gaikai wird mit der Spielemaschine von Sony vereint. Innerhalb von Sekunden soll man ein Spiel starten können, aus der „Wolke“ wird dieses auf den heimischen Fernseher gebracht. Entsprechende Bandbreite vorausgesetzt. Auch hier macht Sony keine Angaben, welche Internetverbindung benötigt wird. Fakt ist, dass Gaikai zum Streamen von Demos und anderen Inhalten genutzt wird, höchstwahrscheinlich auch zum Abspielen von PS1-, PS2- und PS3- Spielen. Denn abwärtskompatibel ist neueste PlayStation 4 - auch aufgrund der neuen Hardware-Architektur - nicht. Das dürfte so manchen Fan verärgern.

Apropops Wartezeiten: Ein spezieller Chip in der PS4 soll dafür sorgen, dass man nicht mehr lange warten muss, bis die Konsole einsatzbereit ist. Innerhalb kürzester Zeit wird diese aus dem Standby-Modus geholt. In diesem oder während des Spielens lädt sie auch Games und Updates herunter. Ein separater Prozessor für mögliches Patches? Das gibt einem schon etwas zu denken, könnte aber in der Praxis sinnvoll sein.

Lineup

Auf dem Pressetermin hatte Sony freilich noch allerlei Software im Angebot. Die neue Benutzeroberfläche erstrahlt in einem zeitgemäßen Glanz und erinnert sehr an den aktuellen PlayStation Store der PS3. An Spielen wird es - vermutlich schon zum Launch - Fortsetzungen der Sony-Marken Killzone („Shadow Fall“) und Infamous („Second Son“) geben, ferner auch Neuentwicklungen wie das Action-Adventure „Knack“ oder das Online-Rennspiel „Driveclub“. Dritthersteller steuern Umsetzungen bei, darunter Watch Dogs (Ubisoft), Destiny (Activision Blizzard) von den Halo-Schöpfern von Bungie oder Blizzards Diablo 3 (das auch für die PS3 erscheint). Für kleineres Aufsehen sorgte Quantic Dream mit einer neuen Engine, die Gesichter von Spielfiguren noch realistischer darstellen soll. Und Capcom hatte mit Deep Down ebenfalls ein potentielles PS4-Spektakel im Gepäck. Das eher kleine Adventure The Witness von Braid-Schöpfer überraschte dagegen ein größeres Publikum, obwohl es sich wohl letztlich um einen preisgünstigen Download-Titel handeln und weniger um einen Systemseller handeln wird.

Persönliche Meinung

Ich bin zugegeben etwas unschlüssig. Zwei Stunden benötigte Sony, um die PS4 der Öffentlichkeit zu zeigen. Viel zu lang(atmig) wurde das Gerät routiniert und gar nicht mal so aufgeregt enthüllt. Dank der Gerüchte der letzten Zeit blieb die Begeisterung aus, eher das Gegenteil war der Fall. Bei Twitter und Facebook schrieen die Profis und Early Adopters lauthals ihren Unmut aus. Es fehle Sony an frischen Ideen und Innovationen, man hätte auch nicht aus den Fehlern der PS3 gelernt. Das intensive Setzen auf Cloudgaming und Streaming, sowie der Verzicht auf eine Abwärtskompatibilität dürften auch nicht jedem munden. Denn was, wenn man keine schnelle Internetverbindung besitzt? Wie viel Spaß hat man dann mit der Konsole? Außerdem blieben so viele Fragen unbeantwortet: Erscheint die PS4 noch dieses Jahr? Bisher ist nur vom Weihnachtsgeschäft 2013 die Rede - für den US-Markt. Was sich hinter den zwei geplanten Bundles für 429 bzw. 529 Dollar verbirgt? Das wissen wohl nur ausgewählte Sony-Mitarbeiter.

Andererseits: Die PS4 wird vermutlich im November 2013 erscheinen. Bis dahin stehen noch etliche Großveranstaltungen an - von der E3, über die Tokyo Game Show bis hin zur gamescom in Köln. Es bleibt also noch viel Zeit, um das Konzept der PS4 zu finalisieren, vielleicht sogar auf die Kritik der Coregamer-Fraktion zu hören. Ich bin bis dahin skeptisch-optimistisch. Ich hatte und habe mit meinen Sony-Konsolen sehr viel Spaß, wieso sollte sich das mit der neuesten Ausgabe schlagartig ändern? Die Ideen klingen bisher gut, jetzt liegt es an dem japanischen Konzern, das Beste aus diesen zu machen und vielleicht so wieder Millionen Spieler zu begeistern. Ich kauf sie mir sowieso - das bringen Job und Verrücktheit nun einmal mit sich....

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