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11.02.15

Hardware

Prynt: Erfolgreicher Mini-Drucker für Smartphones

Sven Wernicke

Möchten die Menschen wieder die Polaroid zurück? Es hat ganz den Anschein, denn der Sofortbilddrucker Prynt eroberte die Herzen zahlreicher Smarthpone-Besitzer und Fotografier-Freunde.


(Foto: Prynt)

Mit Prynt wird das Smartphone zur Sofortbildkamera

Prynt ist auf den ersten Blick eine klobige Smartphone-Hülle für reguläre iOS- und Android-Smartphones. Im Inneren steckt allerdings Technik, die das Ausdrucken geknipster Bildern ermöglicht. So kann man nicht nur Selfies schießen, sondern diese auch gleich auf Papier bannen und fremden Menschen in die Hände drücken. Analoges Social Networking quasi. 

Die Funktionsweise von Prynt

Die Erfinder möchten es Nutzern möglichst einfach machen. Deswegen steckt man das Smartphone in das Gehäuse und legt los. Dank Auslöseknopf erfolgt der Druck schnell und unkompliziert. Unterstützt wurden zu Beginn nur das iPhone 5, iPhone 6 und das Samsung Galaxy S4 bzw. S5. Im Mai 2016 folgte die Auslieferung der entsprechenden Hülle bzw. Prynt für das große iPhone 6S Plus. Weitere Modelle sollen folgen, was vermutlich nur eine Frage des eigentlichen Case ist. 

Prynt nimmt direkt über USB bzw. Lightning-Anschluss Verbindung zum Telefon auf, nicht über Bluetooth oder WIFI. Ebenfalls werden Tintenpatronen nicht benötigt, es handelt sich um einen Thermodrucker, der extra beschichtetes Papier voraussetzt. Ursprünglich sprach der Hersteller von fünf US-Dollar für zehn Blatt – das ist ähnlich teuer wie aktuell nach wie vor erhältliche Sofortbildkameras wie zum Beispiel die Instax-Cams von FujiFilm. Mittlerweile kann man 40 Stück Prynt-Papier im offiziellen Onlineshop für 20 Euro kaufen.

Kleine Fotos und mehr

Und wozu ist das Ganze gut? Nun, hier muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob er Smartphone-Fotos auf kleinen Papierbildchen benötigt. Kaum größer als ein Passfoto, ist der Mehrwert vermutlich nicht allzu groß. Andererseits ist es sicherlich für manche Anlässe eine amüsante Idee.

Zudem setzte man für Prynt noch ein reizvolles Augmented-Reality-Feature um. Ein ausgedrucktes Bild gibt man an eine Person weiter, die dieses über eine spezielle App am Smartphone einscannt. Daraufhin wird beispielsweise ein Video gestartet. Das ist eine hübsche Alternative zu einem langweiligen QR-Code.

Irgendwie finde ich die Idee wirklich sympathisch und nett. Ich selbst besitze nach wie vor eine sporadisch genutzte Sofortbildkamera (speziell auf Feiern oder Hochzeiten), die aus heutiger Sicht riesig ist. Diese kompakte Variante könnte Spaß bereiten, mal von der Tatsache abgesehen, dass so zusätzlicher Müll anfällt und das nötige Thermopapier recht teuer ist.

Das alles schien die Interessenten an Prynt nicht davon abzuhalten, fleißig Geld vorzuschießen. 50.000 US-Dollar wollten die Erfinder bei Kickstarter einsammeln, am Ende kamen mittels Crowdfunding über 1,5 Millionen Dollar zusammen.

Kein Schnäppchen: So viel kostet Prynt

Prynt fällt nicht gerade günstig aus. Ein Exemplar kostete für Unterstützer 100 US-Dollar (rund 85 Euro) inklusive Versand nach Europa. Wer noch einmal 25 US-Dollar drauflegte, bekam 50 Blatt Papier dazu. Mittlerweile liegt der Preis der "Polaroid-Hülle" für Smartphones bei knapp 150 Euro.

Regulär sollte mit der Auslieferung im Oktober 2015 begonnen werden - doch das klappte nicht ganz. Es kam zu einer kleinen Verzögerung von zwei Monaten. Seitdem kann die Handyhülle mit Druck-Funktion ganz regulär bestellt werden, die entsprechenden Apps sind kostenlos in den App Stores verfügbar.

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