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05.04.12

Project Glass: Googles Vision einer Augmented-Reality-Brille

Unter dem Namen "Project Glass" hat Google jetzt seine Vision einer Brille vorgestellt, die passende, hilfreiche und aktuelle Informationen aus dem Internet in unser Sichtfeld einblendet. Gesteuert wird sie per Spracheingabe. Statt Handy in der Hand also bald Augmented Reality auf der Nase?

Das Thema "Augmented Reality" steht schon lange kurz vor dem Durchbruch. Gemeint ist mit dem Begriff die Erweiterung der Informationen aus unserer Umgebung um Informationen, die beispielsweise aus dem Internet kommen. Bislang muss man dazu in vielen Fällen sein Smartphone benutzen oder soll nach den Vorstellungen mancher Entwickler gar sein Tablet vor sich her tragen... Während das in entsprechenden Werbevideos durchaus nützlich aussieht, hat es sich bei mir in den meisten Fällen als unpraktisch und umständlich herausgestellt.

Viel bessere wäre es da doch, wenn wir nicht erst ein Gerät aus der Tasche kramen und uns vor die Nase halten müssten. Wir müssten einfach zusätzlich zur Umgebung weitere Informationen ins Sichtfeld eingeblendet bekommen – wie beim "Terminator", nur in freundlich. Bevor die Technik soweit ist, dass sie uns dies alles direkt ins Sehzentrum im Gehirn einspeist, müssen wir uns wohl mit Brillen zufrieden geben. Googles jetzt vorgestellte Vision "Projet Glass" ist eine, die zumindest auf den Fotos und im Video eine gute Figur macht:

UPDATE: Wir haben inzwischen einen Überblick zu Augmented-Reality-Brillen für euch zusammengestellt.

Die Sache mit der Alltagstauglichkeit

Logischerweise sollte man solche Fotos und Videos mit einer gesunden Portion Skepsis betrachten. Denn: Natürlich sieht die Brille an Models, fotografiert von einem Profi, gut aus. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass wir Alltagsmenschen uns nicht erst einmal wahnsinnig lächerlich damit vorkommen werden. Aber gut: So ging es mit (Bluetooth-)Headsets zuerst auch. Sofern die Brille nützlich ist, wird sie sich verbreiten. Und der erste Designentwurf von "Project Glass" sieht durchaus ansprechend aus – im Prinzip wie eine Designerbrille ohne Gläser.

Wie man im Video oben sieht, soll die Brille im Idealfall Aufgaben übernehmen, die bislang bei vielen Menschen das Smartphone übernimmt: Wir bekommen und beantworten Nachrichten, wir können uns eine Route planen lassen und einiges mehr. Damit sich die Brille wirklich nahtlos in unsere Welt integriert, werden die Befehle per Sprachsteuerung gegeben. Ob man das wirklich in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit und ähnlichen Situationen will?

Wann "Project Glass" zu einem Produkt wird, das wir uns kaufen können, ist bislang nicht bekannt. Es entstammt Googles Schmiede für Zukunftsideen "Google X". Zunächst einmal will man nun Feedback einsammeln und dazu gibt es eine Seite auf Google+.

Parodien auf "Project Glass"

Wie "Project Glass" in Wirklichkeit sein könnte, zeigt diese kurze und witzige Parodie:

Richtiggehend gefährlich wird es hier:

Und hier gibt es noch eine Variante inklusive Google-Werbung:

Project Glass, wenn es von Microsoft käme:

Wird sich das durchsetzen?

Ob dann alles so schön glatt und nahtlos funktioniert, wie im Video oben gezeigt, sei mal dahingestellt. Die wichtigere Frage ist: Brauchen und wollen wir diese Funktionalität? Würden wir uns dazu eine Brille auf die Nase setzen und dann mit der Brille reden? Oder ziehen wir nicht einfach weiterhin das Smartphone aus der Hosentasche? Wenn ihr dazu eine Meinung habt, freue ich mich auf Reaktionen in den Kommentaren.

UPDATE: Wir haben inzwischen einen Überblick zu Augmented-Reality-Brillen für euch zusammengestellt.

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