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28.07.16

Software

Praxis-Software für Ärzte: Darum ist der Wechsel auf ein neues System so schwer

Moderne Ärzte kommen nicht mehr ohne spezielle Software-Unterstützung aus. Doch viele Praxis-Programme sind veraltet und müssten ausgetauscht werden. Der Wechsel gestaltet sich als mühsam, aber er lohnt sich.


Arzt am Computer (Bild: Pixabay)

Der digitale Doc

Ein Arzt ist mehr als nur ein Arzt. Der Arzt von heute betreut seine Patienten, muss ordentlich mit den Krankenkassen abrechnen, sich um sein Personal kümmern, die Finanzen im Blick behalten, seine Praxis auf dem neusten Stand halten und sich fachlich weiterbilden. Das alles kostet viel Zeit und Geld. Zudem wird der Beruf immer „digitaler“: Moderne Geräte werden immer umfangreicher und leistungsfähiger, auch der stetige Umgang mit dem PC und diversen Programmen gehört dazu.

Vom Erfassen der Patienten-Daten über das Ablegen von Röntgenbildern bis hin zum Terminmanagement gibt es unzählige Aufgaben, die am Computer erledigt werden – entweder vom Arzt selbst oder von seinen Assistenten. Um die vielfältigen Tasks unter einer Oberfläche zusammen zu fassen, gibt es verschiedene Praxismanagement-Lösungen. Die Auswahl fällt groß aus, zumal es für verschiedenen Fachbereich oft unterschiedliche Anbieter und Programme gibt. Hier den Überblick zu erhalten, ist schwer.

Der Wechsel wird gerne hinausgezögert

Es gibt einige Arztpraxen, die sich beim Wechsel ihrer Software schwer tun. Auf manchen Systemen laufen noch Programme aus der DOS-Ära. Die sind zwar nicht mehr up-to-date, erfüllen aber seit vielen Jahrzehnten ihren Zweck. Getreu dem Motto „never chance a running system“ wird die Anschaffung einer neuen und besseren Software nach hinten geschoben.

Das liegt zum einen daran, dass der Wechsel auf eine Praxismanagement-Lösung einige Tage oder gar Wochen dauern kann. Zum Beispiel, weil die Daten übertragen werden müssen. Zudem müssen sich alle Mitarbeiter in das neue Programm einarbeiten oder dafür geschult werden. Andererseits gibt es oft die Befürchtung, dass bei einem Wechsel wichtige Date verloren gehen könnten.

Der Wechsel der Praxis-Software kann sinnvoll sein

Das alles sind wichtige Faktoren, denen sich Ärzte in Zeiten immer engerer Kalkulationen ungern stellen möchten. Trotzdem kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem sich ein leitender Arzt Gedanken über einen Software-Wechsel Gedanken machen muss.

Entweder, weil die alten Programme und internen Strukturen an ihre Grenzen stoßen. Oder weil ein Generationen-Wechsel ansteht, in dessen Zuge viele Dinge neu gemacht werden. Ein weiterer Punkt ist: Seit einigen Jahren nimmt die Ärztedichte in Deutschland stetig zu, damit wächst in manchen Gegenden der Konkurrenzdruck.


Ärztedichte in Deutschland (Bild: Statista.de)

Nichts überstürzen!

Wer den Wechsel seiner Arztsoftware in Betracht zieht, sollte das nicht überstürzen. Es bietet sich an, sich in Fachmedien in Ruhe über das Angebotsspektrum zu informieren. Zudem hilft die unterstützende Suche mit Google. Wer tiefer recherchiert findet zum Beispiel Ratgeber-Portale, in denen Zahnarzt-Software verglichen wird, oder bei denen man über Kundenmeinungen sich ein gutes Bild verschaffen kann, wie gut die Programme wirklich sind. Sehr hilfreich kann es auch sein, seine Kollegen um Rat zu fragen.

Trotz der vielen Hürden und Hindernisse sagen Experten: Der Mut zum Wechsel der Praxis-Software lohnt sich. Tauscht ein Arzt ein veraltetes Programm oder ein System aus mehreren Programmen aus, kann sich – nach einer gewissen Einarbeitungszeit – die Produktivität merklich erhöhen. Das sorgt für Entlastung, mehr Zufriedenheit im Team und zu Kosteneinsparungen.

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