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23.01.13

Post PC: Was ich wirklich gerne hätte, wären mehr Windows-8-Alternativen

Phablets schließen die Lücke zwischen Smartphones und Tablets, Hybriden und Detachables schlagen eine Brücke zwischen Tablets und Laptops. Gerätekategorien verschwimmen, aber neue Betriebssysteme gibt es dennoch nur für Smartphones. Was ich wirklich gerne hätte, wäre mehr Auswahl für meinen Laptop. Clevere PC-Hersteller würden die Chance erkennen und hier einen neuen Markt definieren.

Meinetwegen ist der PC tot, und die Tastatur vielleicht sogar auch. Der Trend geht vom PC hin zum Tablet, hin zu Wearables, zu Phablets, zu größeren Smartphones, Detachables, Hybriden, auch wenn ich von denen nicht viel halte. Geschenkt. Post-PC oder PC-Plus, wie immer ihr es nennen wollt, kommt heute in allen Facetten daher. Geräte für jeden Geldbeutel und jede noch so kleine oder große Hosentasche. Ich kann damit leben, dass ein Laptop nur noch eins von vielen Geräten ist, solange ich mir trotzdem auch in Zukunft noch einige kaufen kann. Ich wünsche mir nur eins: mehr Auswahl bei den Betriebssystemen.

 

Drei echte Möglichkeiten

Momentan habe ich drei echte Möglichkeiten: Ich kann mir einen Laptop mit Windows 8 kaufen und muss mir damit Microsofts Kachel-System angewöhnen. Microsoft verspricht, dass das ganz leicht gehe und legt Zahlen vor, die eine hohe Akzeptanz nachweisen. Die PC-Hersteller sind weniger euphorisch und auch ich habe Bedenken, ob ich damit wirklich besser und schneller arbeiten kann.

Ich habe die Möglichkeit, mir ein MacBook mit Mac OS X Mountan Lion zu besorgen. Das System habe ich bereits eine Zeitlang im Büro auf einem iMac getestet, und es hat mich nicht überzeugt. Es präsentierte sich unstabil, es zeigte unerklärliche Schwächen, die ich zwar auch im Vorgänger Lion hatte, nicht aber in den Vor- oder Vorvorgängersystemen Leopard und Snow Leopard. Mir drängte sich der Eindruck auf, dass Apple wichtiger sei, fragwürdige neue Funktionen wie eine im System fest verankerte Twitter- und Facebook-Integration einzubauen, als die Stabilität zu gewährleisten. Mac OS X scheint mir ein gangbarer Weg, der aber inzwischen mit vielen Nachteilen erkauft ist.

Weitere Optionen? Linux, vielleicht Ubuntu. Ich kann jeden PC damit umrüsten, aber wo liegen die Vorteile? Ich muss auf viele Programme verzichten, erhalte einige Apps nur in veralteten Versionen, ich habe eine - zumindest in meinen Augen - sehr hässliche Sidebar, in der sich alle wichtigen Icons befinden. Ubuntu erscheint mir wie eine Notlösung, aber nicht wie eine, die mir erstrebenswert erscheint. Der vierte Weg, Google Chrome OS, verlangt immer noch für viele Apps zwingend eine Internetverbindung. Offline arbeiten, was manchmal unumgänglich ist, ist damit kaum möglich.

Warum nicht auch Android für Laptops?

Die Idee: Wenn es mobile Systeme wie Android für kleine Mini-Smartphones bis hin zu 13-Zoll-Tablets gibt, warum dann nicht auch einen 13-Zoll-Laptop mit Android? Oder mit Sailfish OS, mit Blackberry 10 oder Tizen? Für ein 1080p-Display ist zumindest Android 4.x ausgelegt. Notifications, Google Now - könnte ich mir auch auf einem Touchscreen-Laptop gut vorstellen. Mit der gleichen Oberfläche wie auf einem Tablet könnte ich leben, Apps gibt es sowieso genug. Ein Laptop mit ARM-Architektur statt X86? Ist vielleicht noch ein bisschen weniger leistungsfähig. Die neuen Chips Tegra 4 oder Snapdragon 800 können selbst 4K-Signale verarbeiten und kommen mit Quadcore-Prozessoren klar. Da sollten sie doch auch dazu in der Lage sein, einen leistungshungrigen Laptop zu befeuern.

Die Sache ist die: Ich will die Wahl haben. Ich will mich nicht zum Versuchskaninchen für ein halbgares Mac OS X oder ein aufgezwungen innovatives Windows 8 machen. Ich will weitere Alternativen. Wenn ich bald zwischen fünf oder mehr Betriebssystemen für mein Smartphone oder Tablet wählen kann, warum dann nicht auch auf meinem Laptop? PC-Hersteller: Bevor ihr euch über Microsoft und sinkende Absatzzahlen durch Windows 8 und Post PC beklagt, denkt über Alternativen nach. Mehr Systeme für einen guten alten Laptop mit Tastatur. Denn der, mein Wort drauf, wird sich noch einige Jahre lang ganz anständig verkaufen.

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