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12.12.11

Plantronics Voyager Pro HD im Test: Professionell gut

Das Plantronics Voyager Pro HD leistet eine Menge und setzt sich mit ein paar nützlichen Funktionen von der Konkurrenz ab.

 

Man zahlt extra dafür und nutzt es dann doch höchst selten. Die meisten Gadgets könnten damit kommunizieren, doch manche Hersteller verzichten auf die Implementierung von Standardfunktionen – Bluetooth wurde als Kurzstreckenfunk für Datei- und Soundübertragungen konzipiert, doch es fristet, so will mir scheinen, nur zu häufig ein Schattendasein. Das Plantronics Voyager Pro HD verbindet sich via Bluetooth mit jedem verfügbaren Smartphone und erweitert dieses um zahlreiche Funktionen.

Aussehen

Für viele ist äussere Schönheit noch immer der wichtigste Kaufgrund. Das Plantronics wird in dieser Hinsicht kein Ladenhüter werden:Edles Anthrazit, schlichte Formsprache und ein klein wenig Blitzemetall versprühen eine Mischung aus Professionalität und Funktionalität. Das Voyager Pro HD verteilt munter seine Knöpfe über die gesamte Fläche. Am Hinterteil der Einschaltknopf, oben auf die beiden Lautstärketasten und getarnt über dem Drehgelenk die Anrufertaste. Dem Voyager sieht man es nicht gleich an, doch es ist ziemlich gelenkig. Ein Gelenk ist für die Ausrichtung des Mikrofonarmes zuständig, das andere erlaubt den Wechsel zwischen linkem und rechtem Ohr. Das funktioniert sehr gut. Plantronics-typisch umschliesst das Batteriefach das Ohr und wackelt an einer Gummiverbindung zum Rest der vorderen Elektronik. Aus langjähriger Erfahrung kann ich bestätigen, dass die Verbindung stabiler ist, als es im ersten Moment erscheinen mag. Der Sitz ist passabel, wenn auch nicht 100% bequem - dafür ist es einfach zu wuchtig und kollidiert bei mir mit dem Brillenbügel. Die Form ist jedoch erprobt und wer sie einmal ausprobierte und zufrieden war, wird hier keine Überraschungen erleben.

Klangwelten

HD, überall steht HD drauf: Auf dem Fernseher, dem Smartphone, dem Camcorder... Würde mich Wunder nehmen, wenn demnächst nicht auch auf der Tastatur «Beschriftung in HD» stünde. Plantronics macht hier keine Ausnahme, das verrät bereits der Name «Voyager Pro HD». HD steht für «high definition» und soll wohl das antiquierte «Hi-Fi» ablösen. Es ist nicht alles Gold das glänzt und nicht überall wo HD draufsteht, ist auch HD drin. In diesem Falle schon. Das Voyager klingt gut. Ich werde nun keinen Hörtest damit veranstalten, doch Sprachansagen, Gesprächspartner und auch das eine oder andere Musikstück klingen erstaunlich gut - für ein Monoheadset. Hier gibt es nichts zu meckern. Das Headset ist sogar in der Lage über das AVRCP-Protokoll die Musik zu pausieren, indem man beide Lautstärke-Tasten gleichzeitig herunterdrückt. Das geschieht sehr leicht, da man mit dem Daumen gut gegenhalten kann.

Im Staubsauger-Test zeigten sich keine Schwächen: Die Geräuschkulisse wurde zuverlässig heruntergeschraubt, wenn auch nicht völlig eliminiert; dazu war bisher noch kein getestetes Headset in der Lage. Nur im Windtest musste es zurückstecken, zwar wurde der Wind pariert, doch das Rauschen im Mikrofon kam dann doch durch und war selbst bei einem lauen Lüftchen hörbar. Insgesamt ist die Geräuschhemmung auf hohem Niveau und liegt bis auf die Windabschirmung auf gleicher Stufe wie der Spitzenreiter Jabra Supreme.

Spezialitäten

Das Headset trägt nicht umsonst «Pro» im Namen. Nicht nur das Aussehen ist ziemlich professionell, sondern auch die Bedienung. Plantronics legt gleich zwei Kaufargumente in die Waagschale, Sensortechnik und Vocalyst. Der Plantronics eigene Dienst Vocalyst wird über die Webseite Dial2Do konfiguriert und liest darauf Facebook-Posts, Tweets und Nachrichten oder das Wetter vor. Nachrichten können auch abgesetzt werden, doch weiterhin gelingt das nur über einen Link zur aufgenommenen Sprachdatei. Text-To-Speech, die Übersetzung des Gesprochenen in getippte Worte, ist weiterhin nicht möglich.

Mittels eines versteckten Sensors - den ich selbst nach frustigem Suchen nicht finden konnte - erkennt das Headset, ob es auf dem Ohr aufliegt oder in den Standby-Modus schalten soll. In letzterem verbraucht es weniger Strom und pausiert automatisch den Musicplayer, setzt man es dann auf, wird das Gespräch angenommen -eine ganz vorzügliche Idee! Zudem ist das Voyager Pro HD das bisher schnellste Gerät, wenn es um den Aufbau einer Verbindung zum Smartphone geht. Zusammen mit dem starken Akku für 6 Stunden Laufzeit hat das Headset das Zeug zu einem echten Gewinner.

Die Reichweite des Headsets ist jedoch sehr kurz geraten, das mag zwar für Privatsphäre zuträglich sein, nicht jedoch der Bewegungsfreiheit. Ganz so schlimm, wie der vielzitierte Benjamin Franklin «Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren», ist es dann doch nicht.

UPDATE zur Reichweite: Seit der neuen Firmware-Version ist die Reichweite gestiegen und kann nun mit anderen Geräten mithalten.

Fazit

Das Plantronics Voyager Pro HD erfüllt alle Anforderungen, die man an ein hochwertiges Headset stellt. Es klingt gut, hat eine überdurchschnittliche Laufzeit, verbindet sich schneller als die Konkurrenz und hat eine interessante Sensortechnik. Es sind die kleinen Nettigkeiten, die am Voyager gefallen: die Möglichkeit an einem Monoheadset Musik zu pausieren und wieder aufzunehmen ist schlichtweg grandios. Als Gegenpol steht da die sperrige Grösse, die in der Hostentasche für eine Beule sorgt und die Windanfälligkeit. Zudem könnte man den beweglichen Mikrofonarm so einsetzen, dass er im hochgeklappten Zustand automatisch das Mikrofon deaktiviert.

Zur Zeit kostet das Plantronics Voyager Pro HD bei Amazon gerade noch EUR 65, das macht es nicht zum Schnäppchen, aber zu einem fairen Angebot.

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