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08.07.12 07:03

, von Kai Zantke

Plantronics BackBeat Go im Test: Fettes Design mit mageren Bässen

Die Blueotooth-In-Ear BackBeat Go klingen sehr akzentuiert, Plantronics verbessert den Vorgänger BackBeat 903+ jedoch nicht.

Plantronics BackBeat Go (Bild: Kai Zantke)Bei der Entscheidung zu einem Stereo-Bluetooth-Kopfhörer steht man vor der schwierigen Wahl: den Audiospezialisten bevorzugen oder doch zum Bluetooth-Profi greifen? Plantronics ist bekannt für seine guten BT-Monoheadsets und meine Tests können das durchweg bestätigen. Auch das Plantronics BackBeat 903+ hat einiges zu bieten, also müsste der Nachfolger sogar noch besser sein. Stimmt diese Vermutung? Lest hier weiter.

Design

Das Design der BackBeat Go ist eigenwillig, markant - harte Kanten mit fließenden Formen. Soweit man das an zwei kleinen Kopfhörersteckern überhaupt erkennen kann. Entsprechend wenig gibt es zu berichten: zwei In-Ear-Hörer und eine kleine Bedienleiste im rechten Bereich. Hinter der rechten Abdeckung verbirgt sich auch ein microUSB-Ladeport. Sehr gut gefällt, dass im Gegensatz zum Beispiel zu dem Sony HBH-IS800 fast alle Funktionen eine eigene Taste erhalten. Lediglich zum Vorspulen muss man lange auf die Lautstärketasten drücken. In der Bedienleiste ist auch ein Mikrofon versteckt, um Telefonate führen zu können.

Klang

Plantronics BackBeat Go (Bild: Kai Zantke)So unspektakulär und unauffällig das Äußere, so auch der Klang. Das BackBeat 903+ war das beste Stereo-BT-Headset im großen Vergeleichstest, es klingt akzentuiert, kräftig und trägt sich sehr angenehm. Mit dieser Erwartung war ich dann erstaunt, wie blechern und hoch die Kopfhörer tönen. Mein erster instiktiver Griff zur Bassverstärkungstaste am Headset ging ins Leere und auch die Bedienungsanleitung schweigt sich aus: Den am 903+ unnötigen BassBoost hat Plantronics hier unglücklicherweise vergessen. Die Backbeat Go sind die hellsten und am klarsten klingenden Kopfhörer weit und breit. Ihre Hochfrequenzgänge kitzeln das letzte Quentchen aus der Bluetooth-Übertragung heraus, aber der Bass fehlt. Erst wenn der Equalizer am MP3-Player oder Smartphone bemüht wird, erhält man enigermaßen zufriedenstellende Ergebnisse. Ein kritischer Punkt dabei ist der Sitz im Ohr: Es fällt ungeheuer schwer, einen korrekten, bassunterstützenden Sitz zu erreichen. Nur kleinste Veränderungen erzeugen einen anderen Klangeindruck. Die Auswahl an Silikonstöpseln ist dabei sehr begrenzt.

Telefonate

Nach dieser Erkenntnis verwundert es nicht weiter, dass Telefongespräche nur mittelmäßig erfolgen. Während des Gesprächs hört man auf beiden Seiten ein leichtes Rauschen in der Leitung, die Stimme klingt abgeschwächt und fern. Der direkte Vergleich zum Plantronics Voyager Pro bestätigt: Das Headset rauscht, nicht die Verbindung. Es genügt, um zwischen zwei Musikstücken kurz "die Lage abzuchecken", aber ein ernsthaftes Telefonat sollte man damit nicht anstreben. Da stellt das Go jedoch keine Ausnahme dar, nahezu jedes Stereoheadset bietet nur Mittelmaß bei Telefonanrufen.

Nebenbei bemerkt: Sprachbefehle, wie man sie von den höherwertigen Mono-Headsets kennt oder Sprachansagen zu Akkustand und Verbindungsstatus fehlen hier gänzlich. Wenn nach 4 bis 4,5 Stunden der Akku nachgibt, informieren nur ein Piepston und eine rot blinkende LED darüber.

Fazit

Chance verpasst. Der Vorgänger hatte in mir hohe Erwartungen erzeugt, das schicke und unauffälige Äußere der Plantronics BackBeat Go Begierde geweckt, doch all die Hoffnungen bleiben unerfüllt: Der Klang erreicht nur mit einem Equalizer annehmbare Ergebnisse, die Telefonate erzielen durchschnittliche Qualität und die fehlende Sprachansage erscheint da nur konsequent. Alles steht und fällt mit dem korrekten Sitz im Ohr und da scheint Plantronics den Durchschnitt nicht getroffen zu haben, wovon auch die Kommentare bei Plantronics zeugen.

Plantronics hat besseres zu bieten: Die Backbeat 903+ schnitten im Vergleichstest sehr gut ab, kosten mit rund 45 Euro sogar 10 Euro weniger und klingen um Welten kraftvoller - inklusive Sprachansagen. Sony hätte mit dem HBH-IS800 dem Backbeat Go sofort die Stirn geboten, doch die edlen In-Ears sind nur noch schwer zu bekommen und werden über einen proprietären Sony-Ladeport geladen. Der ärgste Konkurrent Jabra hat im Bereich der reinen In-Ear nichts zu melden, die kürzlich vorgestellten Clipper klingen gut, doch sie sind ungleich größer und unhandlicher in der Bedienung. Wer auf echten Klang nicht verzichten und trotzdem über Bluetooth Musik hören will, kommt um die Nokia BH-610 nicht herum: satter Bass, differenzierte Höhen, Active Noise Cancelling und dank Apt-X einen Klang wie über Kabel.

Wer den Equalizer am MP3-Player mit Schiebereglern verändern kann und einen ordentlichen Sitz erreicht, erhält für 60 Euro hochwertige und gut klingende Kopfhörer. Doch der überwiegende Teil wird wohl zum älteren Modell BackBeat 903+ greifen.

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Kommentare: Plantronics BackBeat Go im Test: Fettes Design mit mageren Bässen

Erstmal danke für den tollen Artikel. Schade dass dieses Modell nicht überzeugen konnte. Ich bin von dem Design trotzdem sehr angetan. Aber da der Sound nicht passt ist es für mich leider kein Kauftipp.

Diese Nachricht wurde von Michael am 08.07.12 (17:52:11) kommentiert.

Bitte :) Ich bin auch sehr enttäuscht, denn dieses leichte Etwas, nur Kabel und Hörer und dann auch noch so kompakt zu transportieren - das ist toll. Klanglich dagegen leider nichts geworden. Es braucht eine Bassverstärkung (Firmware?) und dann wäre das ein Renner! Probier's doch trotzdem aus, wenn die Hörer gut sitzen, kommt auch ausreichend Bass durch.

Diese Nachricht wurde von Kai Zantke am 08.07.12 (19:25:01) kommentiert.

Ja das ist bei mir oftmals das Problem, dass die Hörer gut sitzen. Meine iPad Ohrhörer sind relativ gut. Doch bin ich auf der suche nach richtig guten zum vernünftigen Preis.

Diese Nachricht wurde von Michael am 09.07.12 (20:44:36) kommentiert.
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