Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

01.02.12 15:30

, von Simon Wüthrich

Philips Fidelio L 1 im Kurztest: Einer der Erwartungen weckt

Philips hat mit dem Fidelio L 1 einen ansehnlichen Kopfhörer im Sortiment. Der Kurztest zeigt, klanglich bleibt der L 1 hinter hohen Erwartungen zurück.

Der Edelmann unter den Kopfhörern: Philips Fidelio L 1 {pd Philips;http://www.flickr.com/photos/press_philips_schweiz/sets/72157623349681104/}«Obsessed with sound», prangt viel versprechend auf der edlen matt-schwarzen Kartonverpackung, die technischen Daten machen neugierig: Frequenzbereich 10 - 25'000 Hz, Impendenz 26 Ω und Klirrfaktor kleiner als 0.1%.

Wer den Kopfhörer zum ersten Mal in den Fingern hält, wird sich ein leises «Wow» kaum verkneifen können. Die Ohrmuscheln sind aus massivem Aluminium, ebenso Bügel und Aufhängung. Geschmeidiges Echtleder überzieht die Bügel- und Ohrpolsterung.

Tatsächlich sitzt der Kopfhörer perfekt: Die Ohrmuscheln liegen satt aber nicht zu druckvoll auf, Umgebungsgeräusche werden gut unterdrückt. Der breite Bügel mit dem weichen Polster verteilt die Last des Edelkopfhörers, immerhin 250 gr, regelmässig auf dem Kopf.

Auch beim Kabel haben sich die Ingenieure – oder waren es eher die Designer? – nicht lumpen lassen. Der Schwachstrom aus iPod, Stereoanlage und Co fliesst durch Kupferfasern in Richtung Neodym-Treiber, die von hochwertigem Kunstfasergewbe umschlossen sind.

«Fein, fein», denkt sich der Audiogeek und stöpselt den gut CHF 450 (UVP) teueren Fidelio L 1 an den MP3-Player, um das edle Teil beispielsweise mit einem Track von Hidden Orchestra auf die Probe zu stellen…

 

Die Enttäuschung ist gross! Nicht weil, der Fidelio L 1 schlecht klingen würde. Er klingt ganz einfach nicht gut genug. Die hohen Erwartungen, welche Design, Materialien, Kennzahlen und nicht zuletzt der Preis wecken, können nicht erfüllt werden. Werden die mittleren und hohen Frequenzen noch transparent wiedergegeben, lassen Mitteltiefen und insbesondere Tiefen etwas Druck, vor allem aber Transparenz vermissen. Klassik (Hindemiths «Mathis der Maler»), Jazz (Bugge Wesseltofts «Black Pearl Makes Dream») und Progressive Rock (Dream Theaters «Count of Tuscany») und Rock (Elbows «Mirrorball») leiden besonders unter dieser Schwäche. Lediglich Electro- (Modeselektors «2000007»), Hip-Hop- (Radio 2000s «Hose») oder R'n'B-Tracks (The Roots' «Don't say Nuthin'»), denen beim Abmischen ordentlich Bass mitgegeben wurde, klingen akzeptabel; wird's aber etwas komplexer im Bassbereich, verfliegt die Freude aber schnell wieder. Wer das HiFi-Segment anpeilt, muss mehr bieten.

Audiophilen ist dieser Kopfhörer nicht zu empfehlen. Wer Wert auf satten und klaren Klang legt, sollte beispielsweise den Sennheiser HD 25-1 II genauer anschauen. Dieser spielt klanglich ein paar Ligen höher und belastet das Budget viel weniger – dafür kann er aber auch nicht die herausragende Materialanmutung des Fidelio L 1 bieten. Wer dagegen auf edle Materialien und hochwertige Verarbeitung steht und nicht unbedingt auf herausragende Klanqualität, darf sich den Fidelio ruhig näher anschauen. Fazit: «Obsessed with Design» wäre der ehrlichere Slogan gewesen.

Schlagworte zu diesem Artikel
© 2016 förderland
RSS Feed Beobachten

Kommentare: Philips Fidelio L 1 im Kurztest: Einer der Erwartungen weckt

der sennheiser kostet 260, der philips wird 250 kosten. Wie kann es sein, dass im folgenden Artikel besonders der Bass gelobt wird? http://www.digital-room.de/news/ausprobiert-philips-kopfhoerer-fidelio-l1

Diese Nachricht wurde von jan am 02.02.12 (06:43:34) kommentiert.

Hi Jan, danke für Deinen Input. Die UVP liegt für den Schweizer Markt bei CHF 449.00, in Deutschland bei EUR 249.99. Da der Kopfhörer noch nicht erhältlich ist, ist es müssig, zu spekulieren, wie viel er tatsächlich kosten wird. Aufgrund der Erfahrungen mit unserem Testexemplar kann ich mir nicht erklären, wie die Kollegen von digital-room.de zu ihrer Einschätzung kommen. Alle Kollegen, die den L 1 im Rahmen unseres Tests zur Probe gehört haben, kamen unabhängig voneinander zum selben Schluss: in den tiefen Frequenzbereichen lässt der Kopfhörer Druck und insbesondere Transparenz vermissen. Gäbe es auf digital-room.de die Möglichkeit Kommentare zu hinterlassen, könntest Du ja auch dort nachfragen... Cheers, Simon

Diese Nachricht wurde von Simon Wüthrich am 02.02.12 (09:40:28) kommentiert.

Ich selber habe Ihn gestern für 199€ gekauft bei einem bekannten Elektromarkt und im Netz ist er auch für diesen Preis zu finden. In Bezug auf den Klang kann ich eure Meinung nicht teilen. Musik und es ist egal welches Genre es ist, hört sich mit diesem Produkt völlig ausgewogen an. Wenn jemand Bass etc. vermisst kann man dies eh separat steuern doch dies ist hier nicht wirklich von Nöten. Es gibt sicherlich in diesem Segment mittlerweile eine Menge an Angeboten und nach ausführlichem Test ist bei diesem Produkt das Preis/Leistungsverhältnis absolut in Ordnung. Bei anderen bekommt man für solch einen Preis dann oft doch nur Plastikschrott mit normaler Membrane etc.

Diese Nachricht wurde von kai am 02.02.12 (11:54:04) kommentiert.

Falls ihr einen schönen bequemen und AUSGEWOGENEN (nix bumm bumm) Kopfhörer sucht würde ich mir den AKG K601 anschauen. Den brauche ich fürs Digitalpiano und er klingt um WELTEN besser als alles, was ich bisher hatte (u.a. die fast doppelt so teuren M-Audio Studiophile…). Allerdings ist er eher leise.

Diese Nachricht wurde von Stefan S am 02.02.12 (12:08:51) kommentiert.

Dein AKG hat bestimmt 600 Ohm, damit bekommt man keinen Ton aus dem MP3 Player! Ausgewogen ist bspw. der Beyerdynamic T50p oder T1350 bei ca. 250€ mit 32 Ohm perfekt am Portablen, aber im falle der T50p sehr geräte kritisch: Ipod super, Milestone grottig.

Diese Nachricht wurde von das renntier am 05.02.12 (10:40:46) kommentiert.

Hallo, eure Bewertung bezüglich der Bass-Schwäche kann ich ehrlich gesagt auch nicht im Geringsten nachvollziehen - ganz im Gegenteil. Tatsächlich gehört der L1 mit zu den bassstärksten Hifi-Kopfhörern, die ich bisher gehört und besessen habe, von Billig-Bassbombern und überteuertem Trendspielzeug á la Beats und co. mal abgesehen. Der in einschlägigen Foren schon als sehr bassbetont bezeichnete Beyerdynamic DT990 etwa hat teils deutlich weniger Bass - sowohl quantitativ, als auch qualitativ (ich besitze beide und noch diverse andere Hörer). Denn trotz seiner sehr deutlichen Betonung ist der Bass beim L1 straff, präzise und schnell. Diesen Spagat schaffen IMHO nicht sehr viele Hörer, was ich persönlich dem L1 auch hoch anrechne.

Diese Nachricht wurde von robert am 01.04.12 (09:45:04) kommentiert.
Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Titel*

Name*

E-Mail*

(Wird nicht veröffentlicht!)

URL

Kommentar*

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie
bitte die Buchstaben aus dem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

   

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer