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16.05.17Kommentieren

Smart Car

PACE: Das automatische Fahrtenbuch für Ihr Auto

Jürgen Kroder


(Bild: PACE)

Spritspartrainer, Fehlercode-Analyse, Notruf, Fahrtenbuch und mehr: Das deutsche Startup PACE hat eine neue smarte Lösung für stressfreiere Autofahrten in petto.

Ein Stecker macht fast jedes Auto zum Smart Car

Einfach von A nach B zu fahren, das war gestern. Dank der Digitalisierung werden Autos zunehmend sicherer und komfortabler. Schon heute schlagen PKW die optimale Route vor oder ein Fahrassistent übernimmt kurzfristig das Steuer auf der Autobahn. Doch es gibt digitale Mehrwerte, die weniger komplex und trotzdem in kaum einem Auto zu finden sind. Zum Beispiel der Notruf bei einem Unfall, ein automatisches Fahrtenbuch oder eine Fehleranalyse, die auch Laien verstehen.

Diese Mankos will das deutsche Startup PACE Telematics mit einem kleinen Stecker namens PACE Link und einer App aus der Welt schaffen. Jeder, der PACE benutzt, kann sein Auto innerhalb weniger Minuten in gewissem Umfang zum Smart Car umrüsten.

Wie funktioniert PACE?

Der PACE Link (kurz: PACE) ist kompakt gebaut (4,6 x 2,7 x 2,6 Zentimeter) und wird auf die OBD-2-Schnittstelle im Auto gesteckt, welcher sich in der Regel unter dem Lenkrad befindet. Dieser Port zur On-Board-Diagnose ist seit 2001 (Benziner) bzw. 2004 (Diesel) standardmäßig weltweit bei allen Autos vorhanden, manche Hersteller liefern bereits seit 1996 ihre PKW und Kleinlaster mit OBD 2 aus. Das bedeutet, PACE ist aktuell mit rund 140 Millionen Fahrzeugen kompatibel.

Über OBD 2 lesen beispielsweise Werkstätten wichtige Fahrzeug-Informationen aus. Das macht auch der PACE-Link. Der kleine Stecker schickt über Bluetooth alle ermittelten Daten in Echtzeit an das Smartphone des Benutzers. In der PACE-App kann er dann unter anderem „live“ die Motorlast, die Öl- und Kühlwasser-Temperatur, den Verbrauch oder die Drehzahl sehen. Zudem liest PACE die Fehlercodes aus und erklärt diese. So versteht jeder, was zu tun ist, wenn gewisse Kontrollleuchten aufblinken.

App statt Papier: Das bequeme elektronisches Fahrtenbuch

Gerade für Geschäftsleute dürfte ein Feature der PACE-App besonders interessant sein: das elektronische Fahrtenbuch. Jedes Mal, wenn ein PACE-Nutzer sein Auto startet und sein Smartphone in Reichweite hat (z.B. in einem Halter, in der Hosentaschen oder in der Aktentasche auf dem Beifahrersitz), zeichnet die App alle zurückgelegten Strecken inklusive der einzelnen Standorte auf. Praktisch: Hierfür muss die iOS- und Android-App nicht manuell geöffnet werde, sie aktiviert sich selbständig beim Einschalten des Autos.

Nach jeder Fahrt können die Daten im begrenzten Umfang bearbeitet werden, zum Beispiel lässt sich mit einem Tipp der Zweck der Fahrt (privat oder geschäftlich) vermerken. Die finanzamtkonformen Aufzeichnungen können jederzeit im PDF-Format per Mail versendet werden. So erspart PACE das lästige Führen eines analogen Fahrtenbuches.

Was bietet PACE noch?

Was Vielfahrern ebenfalls gefallen dürfte: Die Benzinkosten lassen sich digital erfassen, der Tankstellenfinder zeigt die günstigsten Angebote in der Nähe an und der Spritspartrainer ermuntert einem zu einer umweltbewussteren Fahrweise. Und wer viel in fremden Städten unterwegs ist, dürfte sich über die Find My Car-Funktion freuen: Die App speichert den letzten Standort des Fahrzeuges und lotst den App-Nutzer dann über eine Karte zum Standort.

Nicht nur das: Was das eCall-System ab 2018 in Neufahrzeugen leisten soll, nämlich das automatische Absetzen eines Notrufs nach einem Unfall, können PACE-Nutzer schon heute. Das System verständigt in kritischen Situationen ein Call Center, das – wenn der Autofahrer nicht reagiert – eine Rettungsleitstelle informiert.

Was kostet PACE?

Derzeit kostet das Set aus Stecker und App insgesamt 119 Euro (UVP). In dem Kaufpreis sind alle Features und Dienste enthalten, die Nutzer müssen somit keine zusätzlichen In-App-Käufe tätigen oder Abonnements abschließen.

Wenn es nach den deutschen Entwicklern geht, könnte PACE in naher Zukunft als OEM-Produkt vertrieben werden. Das bedeutet, auch Versicherungen oder Werkstatt-Ketten sollen könnten das smarte System anbieten und mit eigenen Mehrwert-Diensten bundeln. Eine Möglichkeit wären spezielle Telematik-Versicherungstarife für Autofahrer.

Fazit

Autos um sogenannte Smart Services zu erweitern, das ist keine neue Idee – das bieten beispielsweise Opel mit OnStar und BMW mit Connected Drive an. Auch das Auslesen von Fahrzeugdaten über die OBD-2-Schnittstelle über einen speziellen Steckers gibt es bereits, zum Beispiel mit Bosch Drivelog Connect und dem Fleetize GPS Tracker. Doch PACE greift die verschiedenen Lösungen auf und verpackt sie eine recht umfangreiche und günstige Lösung.

Funktioniert das System so, wie es gedacht ist? Wir haben PACE ein paar Tage lang getestet, unser Ersteindruck fällt positiv aus. Eine finale Meinung bilden wir uns aber erst nach einem Langzeittest über mehrere Wochen im Alltagseinsatz. Den Test-Artikel werden Sie dann hier auf Förderland finden.

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