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19.02.13Kommentieren

LG Optimus G Pro und HTC One: Die alten Krieger wachen auf

Das LG Optimus G Pro bietet eigentlich alles, was man von einem modernen Smartphone oder Phablet erwartet: einen leistungsfähigen Prozessor, ein randloses Display und dabei einen Akku, der so schnell nicht schlapp machen dürfte. Die Koreaner senden damit verheißungsvolle Klänge in Richtung des Mobile World Congresses: Die vertriebenen Platzhirsche wollen ihr Terrain zurück erobern. Doch dazu müssen sie noch viel mehr tun.

LG Optimus Pro. Bilder: Hersteller, TheVerge

Smartphones gibt es eigentlich wie Sand am Meer, von Phablets wird in diesem Jahr eine ähnliche Schwemme erwartet. Wenn man da überhaupt noch auffallen will, dann vielleicht mit etwas, was die Kunden wirklich in Entzücken versetzt. Dass das im Moment vor allem solchen Anbietern gelingt, die ihre beste Zeit am Markt eigentlich schon hinter sich haben, erstaunt - auf den ersten Blick. Der Hersteller Sony etwa bringt mit dem Xperia Z plötzlich Techjournalisten dazu, ihm mit der Gitarre unter dem Balkon ein Ständchen zu bringen. HTC kann ganz plötzlich hübsche Designs vorlegen und lockt Journalisten zu einem heutigen Live-Event. Das neue Spitzenmodell (One/M7) wird mit Spannung erwartet. Und auch LG macht wieder auf sich aufmerksam. Das alles ist natürlich kein Zufall.

 

 

Auf den zweiten Blick bleibt den Anbietern nämlich nichts anderes übrig. Im Windschatten von Samsung und Apple hat sich der Markt grundlegend verändert. Neue Anbieter wie TCL und Lenovo kommen mit Riesenschritten dorthin, wo HTC, Sony und LG einmal waren und ZTE und Huawei heute sind. Nach jüngsten Gartner-Zahlen verliert vor allem die einstige zweite Reihe aus Sony, LG und HTC. Letztere kommen in den Top 10 der Gartner-Zahlen gar nicht mehr vor. Da helfen nur Innovationen und Hingucker. Sony hat das mit dem wasserfesten Xperia Z geschafft. Und LGs erste Antwort ist das Optimus G Pro.

Mit einem 5,5-Zoll-Display fällt das G Pro in die Kategorie Phablet (zwischen Smartphone und Tablet). Das Display ist nahezu randlos, was das Gerät bei gleicher Länge etwa 5 Millimeter schmaler macht als das Galaxy Note 2 mit gleicher Display-Größe. Ein Full-HD-Display (1.920 x 1.080 px) wird in diesem Jahr bei einer Größe ab 5,0 Zoll Standard. Was positiv auffällt:

  • Prozessor ist der erst auf der CES im Januar vorgestellte, neue Snapdragon 600 mit 1,7 GHz Quadcore. Das kann die Konkurrenz derzeit nur noch mit einem Snapdragon 800 überbieten.
  • 2 GB DDR-RAM: Mehr RAM hat bisher kein anderes Smartphone, auch wenn das auf dem MWC vermutlich die ersten Anbieter überbieten werden.
  • Die Front-Kamera hat 2,1 Megapixel. Ob es sich hier um eine Kamera mit Weitwinkel handelt, wie etwa im HTC 8X, sagt LG leider nicht.
  • Dual Recording: Das Optimus G Pro erlaubt es, mit der Front- und der Hauptkamera gleichzeitig Videos aufzunehmen.
  • Virtual Reality Panorama: Panoramabilder in der Horizontalen und der Vertikalen
  • Und vor allem der Akku: 5,5 Zoll in Full HD fressen viel Strom. LG hat einen Akku mit 3.140 mAh vorgestellt. Das übertrifft nahezu alle 5-Zoll-Modelle und schlägt auch knapp das Galaxy Note 2 (3.100 mAh).

Der interne Speicher ist mit 32 GB ordentlich bemessen und kann mit einer Micro-SD-Karte um weitere 32 GB erweitert werden. Man kann darüber streiten, ob eine Hauptkamera mit 13 Megapixeln notwendig ist oder nicht sogar mehr Nachteile in sich birgt. Es steht zu hoffen, dass die Hersteller jetzt nicht auch dem Megapixel-Wahn verfallen, den einst die Kamerahersteller heimsuchte. 8 MP in einem Smartphone sind eigentlich schon mehr als genug. Das Optimus G Pro wird mit Android 4.1.2 ausgeliefert, was die Frage aufwirft: Wenn man es schon geschafft hat, den neuesten Snapdragon-Prozessor frisch vom Band direkt in das neue Smartphone einzubauen, warum hat es dann nicht auch für das aktuelle Android 4.2 gereicht?

Nur Mut wird belohnt

Auf den Markt kommen soll das Optimus G Pro zunächst in Südkorea und Nordamerika für umgerechnet rund 670 Euro. Dass man es in absehbarer Zeit auch in Europa wird kaufen können, ist wahrscheinlich. Auf dem Mobile World Congress kommende Woche in Barcelona darf man davon ausgehen, dass LG noch weitere Smartphones vorstellen wird. Fraglich ist, ob das Optimus G Pro mit dem Galaxy Note 2 wirklich wird mithalten können. Samsung machte den Kunden die Entscheidung leichter, indem man dem Note 2 einen Stylus-Pen beilegte und es um einige Software-Kniffe ergänze, wie etwa der Möglichkeit, zwei Anwendungen nebeneinander auf dem Screen zu betreiben.

LG überzeugte zuletzt im durchaus gelungenen Nexus 4. Subventioniert und beworben durch Google ist der Hauptgrund für einen Kauf hier aber vor allem der günstige Preis von 300 oder 350 Euro (8 GB/16 GB). Genau wie Sony und HTC haben die Koreaner aber noch schwere Zeiten vor sich. Am Markt halten können sie nur noch mit besonderen Eigenschaften und - fast noch wichtiger - günstigen Preisen. Das bedeutet auch Mut zu Ausgefallenem. Wer immer nur das macht, was die anderen längst haben, wird seine Kunden nicht zurückholen. Schon gar nicht, wenn die anderen Ähnliches zu einem deutlich geringeren Preis anbieten.

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