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16.02.12

Onkyo TX-SR313 bis TX-NR616: HiFi aus der Cloud

Neben den Komplettsets für Einsteiger stellt Onkyo nun die auf der CES bereits angekündigten ausgewachsenen 5.1-Heimkino-Receiver vor. Dabei spielt in diesem Segment die Netzwerkfähigkeit eine immer grössere Rolle.

Die Onkyo Komplettsets mit Lautsprechern sind sicher eine gute und solide Alternative dazu, sich irgendwelche Kompaktköfferchen mit Henkel und ein paar Satellitenböxchen, eine überteuerte Designer-Pralinenschachtel mit Satellitenböxchen oder gar eine PC-Surroundbrüllwürfelsammlung zu beschaffen, um Spielfilme im Mehrkanalton anzusehen. Klar ist aber, dass man mehr Receiver fürs Geld bekommt, wenn man diesen einzeln kauft und die Lautsprecher woanders - oder ohnehin schon genügend Lautsprecher besitzt und nur seinen Verstärker modernisieren möchte.

Auch für diese fortgeschrittene Klientel hat Onkyo natürlich neue Verstärker im Gepäck, wobei die Typennummer - wenn auch sicher nur rein zufällig - hier auch gleich die zu erwartende Preisklasse angibt: Die Geräte sollen von gut EUR 350 bis knapp EUR 700 kosten, mit nominell EUR 699.00 klappt es dann gerade noch mit den Typennummern.

Neu ist dabei einiges. Dass das beste Gerät, der TX-NR616, nun sogar drei Räume unterschiedlich beschallen kann (allerdings nur zwei mit Endstufe), gehört nicht dazu, das konnte schon der TX-NR906 von 2008 (Artikel wurde leider beim Staubwischen im Blogwerk-Büro beschädigt), der allerdings noch rund EUR 2000 kosten sollte.

Interessant an der neuen Receiver-Generation ist jedoch, dass sie einerseits alles über HDMI leiten können, ob nun das Bild weiter zum Fernseher oder auch den vom Fernseher empfangenen Ton zurück zum Receiver, bei Onkyo als ARC bezeichnet. Damit erledigt sich das Durcheinander früherer Heimkinolösungen, bei denen man Bild (am Fernseher) und Ton (am Receiver) getrennt schalten musste, was die meisten Familienmitglieder so hoffnungslos verwirrte, daß die TV-Nutzung massiv nachliess - zugegeben kein schlechter Nebeneffekt.

Interessant ist auch, dass das Ganze sogar in gewissen Grenzen funktioniert, wenn der Receiver gar nicht eingeschaltet ist: Die sogenannte «hybride Standby-Funktion» erlaubt die Nutzung der HDMI-Anschlüsse bereits im Standby-Betrieb des Receivers. Man muss den Verstärker also nicht einschalten, um eine Blu-ray-Disc anzusehen oder ein Spiel mit Tonausgabe über die TV-Lautsprecher zu spielen. Der Receiver ist im hybriden Standby-Modus auch mit dem lokalen Netzwerk verbunden, sodass das Gerät jederzeit mithilfe der Onkyo Remote Apps für iPod touch/iPhone und Android eingeschaltet werden kann.

Doch können die neuen Receiver auch auf der anderen Seite netzwerken: sie nehmen neben der Musik von iPods, iPhones und Android-Smartphones (auch drahtlos) und USB-Sticks auch Musik aus der Cloud an, beispielsweise von last.fm oder Spotify (was in Deutschland bislang allerdings nicht legal möglich ist) oder MP3tunes an.

InstaPrevue soll eben jenes Problem beheben, dass sich niemand mehr auskennt, welcher Knopf nun eigentlich welchen Eingang bedient: In einer Vorschau wird in kleinen Fenstern gezeigt, welches Signal an welchem Videoeingang anliegt. Allerdings dürfte Onkyo hier die Rechnung ohne die bidirektionale Funktionalität von HDMI gemacht haben. Mein BluRay-Spieler von Samsung mag es beispielseise überhaupt nicht, wenn man ihn mal eben auf Pause schaltet, um in einem anderen Kanal etwas nachzusehen: Entweder schaltet er dann sofort empört auf STOP, damit man gefälligst die FBI-Belehrung vor dem eigentlichen Film erneut erdulden muss, dass man Volltrottel doch leider eine Original-BluRay gekauft hat statt sich eine Raubkopie ohne Polizeibelehrungsvorspann aus dem Internet zu laden, bevor man den Film weiter ansehen darf, oder - wenn man nicht PAUSE drückt - er holt kurzerhand per HDMI-Kommando den Fernseher auf seinen Ausgang zurück.

Daher kann ich mir nicht vorstellen, wie es gehen soll, da zwischen mehreren gleichzeitig laufenden HDMI-Geräten zu wählen, ohne dass diese gnadenlos beginnen, sich auf Kosten des Zuschauers um die Vorherrschaft über den Receiver zu streiten, ausser Onkyo fängt diese Steuersignale ab und bringt die angeschlossenen BluRay-Spieler und Sat-Receiver irgendwie zur Räson.

MHL wiederum schafft es, aus einem Smartphone in HD-Qualität und 5-Kanal-Ton einen Film zu streamen. Und die beiden grössten der neuen Modelle können diesen dann auch noch mit Qdeo-Videoverarbeitung von Marvell für ein entsprechendes Display auf 4K (4096 x 2160 px) hochskalieren. Derzeit noch laut Hersteller ein Alleinstellungsmerkmal der Onkyo-Geräte, allerdings dürfte sich auch die Anzahl von Heimkinofans mit 4K-Displays bislang in Grenzen halten.

Bei den Spitzenmodellen wird dann auch nicht nur das Bild 3D: Während beide Receiver mit Dolby Pro Logic IIz und Front Height-Kanälen eine Erweiterung der Klangbühne nach oben und die Konvertierung von Stereoquellen zu Surround ermöglichen, verfügt der TX-NR616 zusätzlich über Audyssey DSX zur Verbreitung des vorderen Klangraumes über Front Wide Lautsprecher. Anschlüsse für zwei parallel geschaltete Subwoofer zur kräftigen Bass- und Effektwiedergabe sowie die automatische Raumakustikkorrektur Audyssey 2EQ sorgen für ein bestmögliches Film- und Spieleerlebnis, unabhängig von den räumlichen Gegebenheiten.

Fehlt nur noch «Neighbourhood.ly», der neue Cloud-Service, der empörte Nachbarn in Miethäusern automatisch zum Heimkinobesuch mit einlädt oder ihnen den Film auf ihre iPads streamt, damit sie auch das Bild zum durch die Wände dringenden Ton haben...

Modell TX-SR313 TX-NR414 TX-NR515 TX-NR616

lieferbar ab Ende 2/2012 Ende 2/2012 3/2012 4/2012

Preis (EUR) 349 449 599 699

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