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15.09.10

Olympus E5: Four-Third-Kamera für Profis?

Olympus hat mit der E5 sein neues Flaggschiff vorgestellt, das verwöhnten Profis aber nicht gefallen wird.

Ich besitze eine Olympus E-520, die mir seit Jahren treue Dienste leistet. Als ich die Kamera vor 3 Jahren gekauft habe, schien mir das Four-Third System eine gute Alternative zu den gängigen APS-C Sensoren zu sein. Das Gehäuse der Olympus ist kompakter, die Kamera etwas leichter, und bei der Bildqualität muss man keine Abstriche machen. Mittlerweile ist das Four-Third System für digitale Spiegelreflex allerdings ziemlich tot. Vollformatsensoren sind die Zukunft (und Spiegellose Bridge-Kameras mit Micro-Four-Third), und da sie immer günstiger werden, werden sie auch das Prosumer-Segment erobern. Um so erstaunter bin ich, dass Olympus mit der E5 noch eine Kamera im Profisegment mit dem Four-Third Sensorkonzept zeigt.

Four-Third macht im einfachen, billigen DSLR-Markt noch Sinn, im Bereich der kleinen Digicams ist der Micro-Four-Third Standard vermutlich die Zukunft. Aber bei Profis DSLRs sieht das anders aus. Die E5 ist im Prinzip auch "nur" ein deutlich aufgewerteter Nachfolger der E3. Auffällig ist, dass man die E5 etwas robuster gestaltet hat. So verträgt sie jetzt auch Spitzwasser (also einen Regenschauer) und ist Staubgeschützt. Die sehr gute Sensorreinigung per Ultraschall gibt es natürlich auch noch.

Der Sensor leistet 12.3 Megapixel und hat damit wohl seine Grenze erreicht. Die E5 kann bis zu 5 Bilder pro Sekunden machen, die schnellste Verschlusszeit liegt bei 1/8000. Für die Bildbearbeitung gibt es einen neuen TruPic V+ Prozessor, die Lichtempfindlichkeit wurde von bisher 3200 auf 6400 ISO angehoben. Das liegt weit unter dem, was zum Beispiel die Canon 60D kann (12.800), aber der Punkt war ja noch die Stärke der MF-Systeme.

Verbessert und wurden auch der Autofocus, der jetzt 11 Kreuzsensoren hat und mittels Software auch Gesichter erkennt. Das Display ist schwenkbar und verfügt über Live-View. Im Videomodus zeigt die Kamera Schwächen: Bewegtbilder werden nur in 720p und in Mono aufgezeichnet. Auch hier bietet die Canon 60D mit 1080p deutlich mehr. Allerdings bietet die E5 den Anschluss eines externen Stereomikrofons.

Die Verbesserungen sind nicht schlecht, aber in einem Olympus-Forum wurde schon scherzhaft angemerkt, dass die beste Errungenschaft der neuen E5 die sei, dass sie genau wie die E3 aussehen würde, so dass die Gattin nicht merkt, dass man sich eine neue Kamera angeschafft hat.

Und dann ist da der Preis. 1700 Euro will Olympus für die E5, was deutlich zu viel ist. Die in vielen Bereichen besser ausgestattete E5 kostet gerade mal 1100 Euro. Eine durchaus interessante Alternative ist auch die E5, die sich nur in wenigen Punkten von der alten E-3 unterscheidet und im Moment für rund 900 Euro zu haben ist. Die E5 wird ab Oktober im Handel sein.

Drei Beispielbilder der E5 gibt es hier.

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