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13.02.13

Selbstbau-Computer Odroid U2: Wie ein Raspberry Pi mit Quadcore

Der Selbstbau-Computer Raspberry Pi verzückt bereits Generationen von Tüftlern und Bastlern - und ruft natürlich auch Nachahmer auf den Plan. Einer davon kommt aus Korea: Der Odroid U2 kostet 89 US-Dollar und hat im Gegensatz zum Raspberry Pi einen starken Quadcore-Prozessor mit 1,7 GHz. Denn wenn man sich schon einen eigenen Rechner zusammenbaut, warum dann nicht einen mit starker Hardware?

Das Konzept ist natürlich abgeschaut: eine Leiterplatte mit vollwertigem System und allen Anschlüssen, die man braucht, um einen Mini-Computer zu nutzen. Dazu einen Shop mit notwendigem Zubehör wie Lade- und HDMI-Kabel und Extras wie eine SD-Karte oder einen Bluetooth-Dongle. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten zum Raspberry Pi. Der Odroid U2 ist nur etwas größer als die Hälfte einer Kreditkarte und damit noch kleiner als sein Vorbild. Und sein System ist deutlich leistungsfähiger: Im Odroid U2 werkelt ein Samsung Exynos 4412 Prime Cortex A9 - ein Quadcore-Prozessor mit 1,7 GHz. 2 GB RAM sind drin, GPU ist ein Mali 400 Quadcore mit 440 MHz. Der Raspberry Pi mit seinem 700-MHz-System (Singlecore) ist Kindergeburtstag dagegen. Im November bereits vorgestellt, kommt der Odroid U2 nun für 89 US-Dollar auf den Markt und wird weltweit verschifft.

Und der Odroid U2 hat eigentlich alles, was ein Computer braucht: Ethernet-Port, zwei USB-2.0-Schnittstellen, Kopfhöreranschluss und Mikrofon-Eingang, HDMI-Ausgang und ein Grafikprozessor, der Full HD (1080p) unterstützt. Das System wird über eine Micro-SD-Karte und einen entsprechenden Kartenslot eingespielt. Als System können ein Ubuntu 12.10 und ein Android 4.x fungieren, die auf der optionalen Micro-SD-Karte (13 Dollar) bereits vorinstalliert sind.

Netzstecker notwendig, drei Wochen Lieferzeit

Anders als der Raspberry Pi kann der Odroid U2 nicht über eine Micro-USB-Schnittstelle mit Strom versorgt werden. Man braucht einen passenden Netzstecker, den man sich für 9 Dollar im Shop hinzukaufen kann. Die drei notwendigen Komponenten Odroid U2, Netzstecker und Micro-SD-Karte kosten zusammen also 111 US-Dollar. Dafür ist ein Aluminium-Gehäuse bereits im Preis enthalten. Für den Versand ins Ausland verlangen die Koreaner noch einmal 30 Dollar, so dass man insgesamt bei 141 Dollar (umgerechnet 105 Euro) liegt. Als Lieferzeit gibt Odroid drei Wochen an. Interessantes Extra wäre sicher noch das hinzubuchbare WLAN-Modul für eine der USB-Schnittstellen, das im Shop 12 Dollar kostet.

Alles in allem ist der Odroid U2 damit zwar besser ausgerüstet als der Raspberry Pi, aber auch deutlich teurer. Das einfache Model A des Raspberry erhält man inklusive Versand nach Deutschland schon ab 31 Euro (plus Micro-USB-Stecker für Strom und eine Micro-SD-Karte), das Model B ist inklusive Versand für knapp 40 Euro zu haben. Will man wirklich nur ein bisschen basteln und ist einem die Performance nicht ganz so wichtig, ist der Raspberry Pi dank des niedrigeren Preises und der einwöchigen Lieferzeit wohl die bessere Wahl. Wer viel Leistung will, der kann zum Odroid U2 greifen.

Der kleine Bruder und Android als Desktop OS

Etwas günstiger als der U2 ist übrigens der kleine Bruder Odroid U . Der verfügt über einen Quadcore-Prozessor mit 1,4 GHz und 400 MHz Grafikchip, ist ansonsten aber baugleich. Kostenpunkt: 69 Dollar statt 89 beim U2, plus all der oben erwähnten Extras und Versandkosten. Interessant an den beiden Odroid-U-Modellen ist die ausdrücklich von Haus aus empfohlene Nutzung von Android 4 als Betriebssystem. Tüftler Rui Carmo hat sich die Oberfläche CyonogenMod 10.1 auf dem Odroid U2 installiert und beschreibt in einem interessanten Blogpost, wie er Android als Desktop-Betriebssystem nutzt: Bis auf einige Einschränkungen wie fehlendem Multitouch oder einem rechten Maus-Button funktionierte das seinen Angaben nach ziemlich gut.

Bastel-Computer für unter 100 Euro liegen im Trend. Neben dem außerdem genannten Raspberry Pi gibt es weitere Bausätze, zum Beispiel vom Arduino-Projekt. Ein Ableger davon, der HeatIt für 26 Euro, empfiehlt sich für den Außeneinsatz. Zu einem ähnlichen Preis wie der Odroid U2 erschien auch Parallela, ein Supercomputer ab 99 Dollar. Preiswerte Hardware macht es möglich, dass bald jeder damit experimentieren kann. Arduino-Boards und Zubehör etwa kann man auch beim Conrad kaufen. Einfach mal Tüfteln ist wieder gefragt.

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