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18.02.12 08:30

, von Kai Zantke

Nokia Lumia 710 im Test (2/2): Gut, aber nicht gut genug

Das Lumia zeigte sich im ersten Teil nicht gerade von seiner Schokoladenseite. Wie wird es sich im Kamera- und Audiobreich schlagen, dort wo Nokia bisher immer stark war?

 

Nokia Lumia 710 (Bild: kaz)Leinen los und ab in die rauhe See der Betriebssysteme: Das Nokia 710 löste mit seinem Auftritt, verhaltene Begeisterung aus. Das Display konnte so-la-la überzeugen und das Gehäuse war auch nicht unbedingt <emph>die</emph> Offenbarung. Kann es wenigstens die gefährlichen Klippen der «schrillen Sirenen» und «unscharfen Bilder» umschiffen oder wird es endgültig Schiffbruch erleiden? Ich würde sagen: «Volle Kraft voraus».

Nebelhorn

Reden wir nicht lange um den heissen Brei: Beim Klang gewinnt das Lumia 710 keinen Blumentopf. Besser als ein HTC ChaCha, aber selbst gegen die Multimedia-Langweiler von RIM kann das Nokia-Smartphone nicht mithalten. Verglichen mit den durchweg guten Leistungen anderer Nokia-Telefone kann das nur ein Tribut an die kurze Entwicklungszeit gewesen sein. Oder es war eine Preisfrage – übrigens, im Vergleich zum Lumia 800 reagiert auch der Lagesensor nicht besonders akkurat. Es kann natürlich auch an meiner Grobmotorik liegen, aber ich hatte das Gefühl, dass das Fahrzeug am Lumia 800 bei «Need for Speed Hot Pursuit» sich besser steuern liess, als am Lumia 710.

«Bitte lächeln»

Nokia Lumia 710 (Bild: kaz)Bei der Kamera war Nokia immer sehr gut und diese Stärke haben die Finnen glücklicherweise mit ins WP7-Boot genommen. Abgesehen von etwas Rauschen, stimmen die Bilder und taugen für einen Ausdruck.

Nun bin ich kein ungeübter Fotograf, doch ich musste erstaunt feststellen, dass ein Grossteil der Bilder, die ich geschossen habe, unscharf war. Ob es nun an Fingerabdrücken auf der Linse, einem Wackler beim Drücken des Auslösers oder an einer Fokussierung des falschen Bildausschnitts liegt, kann ich nicht abschliessend klären. Fakt ist: Der Schnappschuss-Fotograf muss ein ruhiges Händchen beweisen und sollte die Linse vorsichtshalber immer zuerst reinigen. Eigentlich ist das ja selbstverständlich. Die Bilder werden fast nicht nachbearbeitet. So behält man zwar viel Detail bei, gleichzeitig sieht man aber auch leichtes Rauschen in grossen Flächen des Bildes. Mir gefällt der Kompromiss so besser, als dass man alle Feinheiten wegretuschiert, nur um auch das Bildrauschen zu entfernen. Aber am besten seht Ihr Euch die Bilder selbst an.

Auch bei den Videos gibt das Lumia 710 alles: Hervorragender Weissabgleich, geringes Rauschen und eine ordentliche Detailtiefe lassen keine Wünsche offen - ausser FullHD. 720p bringt ja mittlerweile jedes Smartphone. Der Autofokus ist während der Aufnahme aktiv und stellt regelmässig scharf. Je nach Art der Aufnahme kann das mitunter störend sein - ein Update sollte eine Option zum Wechseln vorsehen.

No.1 - Energize!

Das Lumia 710 besitzt die Möglichkeit den Akku zu wechseln, heutzutage fast schon eine Seltenheit. Damit ist die Akkulaufzeit nur bedingt wichtig. Nichtsdestotrotz kommt das Nokia gut durch den Tag. Im Test zeigte es sich bei intensiven Spielen nach vier bis fünf Stunden geneigt, wieder am Strom zu nuckeln. Damit liegt es im guten Mittelfeld. Die Ladezeit beträgt je nach Adapter um die zwei Stunden. Der mitgelieferte Adapter versorgt mit stolzen 1200 mA auch hungrigeres Gerät, sogar das Vorzeigemodell Lumia 800 muss sich mit 1000mA begnügen.

Fazit

Das Nokia Lumia 710 ist ein Herzensbrecher. Nicht jedoch weil es neidisch machen würde, sondern weil es die Herzen eingefleischter Nokia-Fans zerbricht: Im 710er steckt nichts drin, was die Konkurrenz nicht parieren könnte. Das Display zeigt sich von seiner gelb-stichigen Seite, der Gehäuserücken knarzt, die Audioqualität ist unterdurchschnittlich. Und erwähnte ich schon, dass man sich eine mikroSIM dafür besorgen muss? Nein, der Preis ist nicht umsonst auf EUR 280 gesunken, die Mitbewerber haben einfach attraktivere Hardware. Das HTC Radar schippert in den gleichen Preisgewässern, kann aber fast alle Nachteile des Lumia 710 ausbessern. Dafür ist kein Farbcover-Wechsel vorgesehen und die Batterie nicht austauschbar. Wer den Blick über den Tellerrand wagt, könnte auch am BlackBerry Torch 9860 gefallen finden. Längere Akkulaufzeit, übersteht garantiert ein Tauchbad und fühlt sich rundherum wertig an.

Was wirklich für das Nokia spricht, ist die mitgelieferte kostenlose Navigationslösung. Noch immer können sich weder Google Maps noch BlackBerry Maps gegen die Navteq-Lösung aus dem finnischen Hause behaupten. Klare Sprachansagen und offline Navigation sind ein bestechender Vorteil.

Das Nokia Lumia 710 ist ein Gerät unter vielen. Es liegt gut in der Hand, spielt im oberen Bereich bei Foto- und Videoaufnahmen mit und liefert die Nokia-typischen Apps. Aber richtig überzeugt hat es mich nicht.

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Kommentare: Nokia Lumia 710 im Test (2/2): Gut, aber nicht gut genug

Wer muss für ein Lumia 710 heute noch 280 Euro auf dem Tisch packen ? Das Lumia kann man schon unter 200 Euro bekommen, man muss nur wissen wo. Und für unter 200 Euro, ist es ein top WP7 Smartphone.

Diese Nachricht wurde von Tomysweb am 07.05.12 (10:25:57) kommentiert.

Wer muss für ein Lumia 710 heute noch 280 Euro auf dem Tisch packen ? Dieser Kommentar kommt heute drei Monate zu spät! Klar, da sich das 710 nicht behaupten kann, ist der Preis bereits rapide gesunken. Wenn ich etwas empfehle, dann stehe ich auch voll hinter dem Produkt. Beim Lumia 710 ist dies nicht der Fall. Dann lieber auf das Lumia 610 warten, selbst das überzeugt mehr.

Diese Nachricht wurde von Kai Zantke am 07.05.12 (11:37:35) kommentiert.

Das 610 kann man vergessen, es kommt nicht an das 710 heran. Das 710 hat die Technik vom 800 (leistungsstarker Prozessor), ausserdem hat das 610 nur einen 256er Arbeitsspeicher, das 710 hat einen 512er.

Diese Nachricht wurde von Chris am 19.07.12 (12:59:49) kommentiert.

Das stimmt zwar alles, aber das 710 fühlt sich nicht so gut an, hat nicht die Eleganz und die Ausstrahlung wie das 610. Natürlich ist die Leistung abgespeckt, ein Kompass fehlt gänzlich, aber ich finde immer noch, dass das Nokia Lumia 610 die bessere Wahl ist - es gibt zu viele Kinderkrankheiten, zu viele Nervdinge, die am 710 stören und am 610 ausgemerzt wurden. Aber Du machst auf einen wichtigen Punkt aufmerksam: da das Lumia 610 nur 256MB Arbeitsspeicher hat, kann Skype bisher nicht darauf ausgeführt werden.

Diese Nachricht wurde von Kai Zantke am 21.07.12 (07:09:56) kommentiert.
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