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17.03.12Leser-Kommentare

Nokia Blogger-Event (2/2): Das Nokia 808 PureView im ersten Kurztest

Auf Nokias Blogger-Event in Düsseldorf konnte ich das viel diskutierte Nokia 808 PureView einem ersten Kurztest unterziehen. Es überzeugt trotz Megapixel-Marketing mit einer überragenden Bildqualität.

 

Nokia 808 PureView - Das 808 im Vergleich zum iPhone (Bild: kaz)Update: Videos hinzugefügt.

Bei der Vorstellung in Düsseldorf waren alle Augen gespannt auf die Hände des Produktmanagers gerichtet: Links ein rotes, rechts ein weisses Nokia 808 PureView. Das 41-Megapixel-Monster war das technische Highlight auf Nokias Veranstaltung. Wie eine Meute hungriger Hyänen lauerten alle nur darauf, es endlich in die Finger zu kriegen.

Äusserlichkeiten

Von vorne betrachtet, bleibt es dem Nokia-typischen Design treu. Man könnte es mit einem der üblichen Symbian-Smartphones verwechseln: Abgerundete Ecken, ein grosses AMOLED-Display in einem farbenfrohen Gehäuse. Nur die seltsame Schrägstellung verrät: Auf der Rückseite muss irgendetwas Grosses verborgen sein. Doch das «808» hebt sich klar von den Mitbewerbern ab, denn die dicke Ausbeulung am Kopfende traut sich sonst kein anderer Hersteller. Etwas nach innen versetzt residiert hier die Linse, gut geschützt gegen Kratzer und Fingerabdrücke. Darüber befindet sich der Xenon-Blitz mit einer LED als Videoleuchte – Nokia ist der erste Hersteller, der beides in einem Gerät verbaut. Ansonsten bleibt die Rückseite recht schmucklos. Auf der Seite gibt es die Lautstärketasten, mittig den Verriegelungsschieber und am Fussende die Kamerataste. Das Kopfende bringt die Oberklasse-Features zum Vorschein: HDMI, USB-OTG und einen 3,5-mm-Klinkenstecker. USB-OTG erlaubt über einen Kabeladapter das Einstecken von USB-Sticks, Digitalkameras (als Kartenleser) oder auch einer Tastatur.

Pixelpracht

Da es sich noch um einen Prototypen handelt, hat uns Nokia nicht erlaubt, die Fotos ins Netz hochzuladen. Einen direkten Vergleich der Hersteller-eigenen Fotos zwischen Nokia 808, N8 und iPhone 4S gibt es unter diesem Link. Was beim Ausprobieren gleich klar wurde: Die Qualität der Bilder ist überraschend gut. Über den HDMI-Anschluss mit einem 60-Zoll-Fernseher verbunden, zeigte das 808 eine Klarheit, die verblüfft. Die Detailtiefe, Farbwiedergabe und auch das geringe Rauschverhalten sprechen eine klare Sprache – und dabei ist das noch nicht die Endqualität. In der vorliegenden Version gibt es so gut wie kein Rauschen und eine überzeugende Detailschärfe. Aufnahmen bei Nacht wurden durch den starken Xenonblitz gut ausgeleuchtet, während die LED-Videoleuchte bei Filmen für erhellende Momente sorgte. Die Lautstärke bei Aufnahmen kann mehr als 100 db verkraften, so dass selbst Konzertaufnahmen ohne Verzerrung aufgenommen werden.

Intuitives Menü

Nokia 808 PureView - Kameramenü des 808 (Bild: kaz)Grosse Fortschritte macht Symbian auch beim Benutzerinterface. Gerade das Kameramenü erinnert stark an eine Digitalkamera, mit drei frei belegbaren Einstellungen. So kann man Effekte, Auflösung und vieles mehr in einem eigenen Slot abspeichern und schnell wieder aufrufen. Beim ersten Mal ist man von der Fülle von Einstellungen erschlagen, weshalb die persönlichen Speicherplätze für Auflösung, Effekte und vieles mehr unbelassen auf «automatisch» verbleiben werden. Doch sobald man sich an das selbsterklärende Menü heranwagt, erschliesst sich das meiste von ganz allein. Sowohl bei Videoaufnahmen, als auch bei Fotos zoomt man mit einer Geste von unten nach oben in das Bild hinein und von oben nach unten wieder heraus. Das ist nicht nur sehr intuitiv, sondern auch enorm einfach und Bedarf nur eines Fingers. Über «Nokia Big Screen» können die Aufnahmen an einem Fernseher vorgeführt werden. Die Ausgabe über HDMI unterstützt volle HD-Auflösung. Gerade Videos bei Nacht überraschen mit Rauscharmut und guter Lichtausbeute - das alles gemessen an Massstäben eines Smartphones und ohne Referenzmaterial.

Das Nokia 808 PureView ist sicherlich nicht das schönste Smartphone, aber das mit dem grössten Haben-Will-Faktor. Erste Serienmodelle werden bald an die Presse ausgeliefert - wir können es kaum erwarten, eines zu testen und die Fotos endlich auf einem hochauflösenden Monitor unter die Lupe zu nehmen.

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Kommentare

  • René

    17.03.12 (13:45:11)

    Mir wäre es wohl einfach zu dick...

  • Cmon

    17.03.12 (14:46:07)

    41 Megapixel sind einfach völlig sinnlos. Es hätten ja "hochwertige" 8 Megapixel gereicht (bei wahrscheinlich gleichem Auflösungsvermögen wie jetzt), aber das wäre natürlich Marketingtechnisch nicht so toll. Aber sorry: Eine Profi-Vollformatkamera wie die Canon EOS 5D MKII macht 21 Megapixel...mehr braucht man dazu ja nicht zu sagen, auch wenn die Bildqualität "überraschend gut" ist...

  • Michi

    17.03.12 (15:34:38)

    Cool, endlich wieder ein richtiges Smartphone. :-)

  • Kai Zantke

    17.03.12 (16:25:10)

    Es ist noch zu früh, um eine definitive Aussage treffen zu können. Ob 41 MP nun gut sind oder nicht, zu viel oder zu wenig, sei mal dahin gestellt. Sobald ein serienreifes Produkt in der Redaktion liegt, werde ich Originalbilder liefern und dann können wir gemeinsam besprechen, wie gut das ist, was da raus kommt.

  • Christian

    17.03.12 (20:26:25)

    Sicherlich eine gute Smartphone-Alternative, wenn man nicht viel Wert auf´s Style legt. 41 Megapixel ist kaum zu Vorstellbar und ehrlich gefragt: "Brauch man das?"

  • LokiBartleby

    17.03.12 (20:45:00)

    Die finalen Bilder werden aber nur 5MP haben (Standardeinstellung). Man kann zwar Bilder in voller Auflösung speichern (zur Bearbeitung am PC), aber das ist nicht das, worum es geht. Denn es geht um genau das, was du erwähnst: hochwertige 5/8MP Bilder, die aus den echten 38/35MP (je nach Bildformat) "Rohbildern" berechnet werden. Insofern sollte man das ganze nicht vorschnell als den üblichen Pixelwahn abtun, sondern lieber das finale Produkt und dessen Fähigkeiten abwarten. Dass das 808 dennoch eher ein Nischenprodukt ist (unabhängig vom OS), steht natürlich außer Frage.

  • Nikopol

    18.03.12 (02:54:50)

    Wann immer die MP-Zahl eines Kamerasensors erhöht wird, wird aus jeder Ecke wissen wiederholt, welches irgendwo aufgegriffen wurde. Der 41MP Sensor, der mittels Pixelbinning im Endeffekt <<10MP Bilder erschafft zeigt, genauso wie die D800 von Nikon, dass wir in der Kameratechnik an Punkten angekommen sind, in denen die interne Aufbereitung wichtiger, denn die Pixelgröße geworden ist. Bis 2012 konnte man sich daran halten, dass ein großer Sensor mit wenigen Pixeln ein rauschfreieres Bild erzeugt. Heute ist es so, dass der gleiche Sensor immer noch weniger rauscht, als einer mit hoher Pixeldichte. Jedoch ist die Nachbereitung so aufwendig geworden, dass das eigentliche Bild selber später weniger rauscht. Allem Anschein nach, zumindest was die vorläufigen Tests angeht, sind downgesampelte D800 36MP Bilder nahezu gleichwertig rauscharm wie jene der neuen 5DIII obwohl fast doppelte Auflösung besteht. Die Versuche des Binnings hochauflösender Sensoren sind damals schon von Fuji aufgegriffen worden. Jetzt kommts endlich.

  • Peter

    18.03.12 (21:11:25)

    Scheint mir eher unhandlich zu sein. Ich sehe für Symbian Smartphones keine grosse Zukunft, trotz der 41Megapixel-Auflösung.

  • Torsten

    19.03.12 (03:53:52)

    "denn die dicke Ausbeulung am Kopfende traut sich sonst kein anderer" Doch, Motorola. Beim Razr!

  • Kai Zantke

    19.03.12 (08:07:46)

    Hui, ich habe die aufmerksamen Leser unterschätzt ;-) Das ist korrekt, das Razr hat tatsächlich auch eine Ausbeulung für die Kamera. Allerdings sollten wir da mal nicht so kleinlich sein, denn das Razr hat eine wirklich stylishe Form und die Dicke am Kopfende ist gerade mal so dick wie bei einem Standardphone. Das Nokia 808 dagegen haut richtig rein und hier handelt es sich nicht um ein Designelement.

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