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25.05.12

Nokia 808 PureView: Jede Kompaktknipse wäre neidisch

Die Bildqualität des Nokia 808 PureView konnte von uns endlich auf einem großen Monitor betrachtet und beurteilt werden. Das Fazit, des immer noch nicht erhältlichen Smartphones: mehr Megapixel, mehr Bildqualität.

Design im Detail

Im Prinzip haben wir bereits genug zum Nokia gesagt, weshalb ich euch auf meinen ersten Bericht zum Nokia 808 verweisen möchte. Noch immer stört die Wölbung am Rückenteil die schöne Linie und noch immer ist das Nokia ein riesiges Telefon, obwohl man im Vergleich zum HTC One X (4,7 Zoll versus 4 Zoll) natürlich von einem kleinen und schnuckeligen Gerät ausgehen könnte. Doch leider ist das PureView enorm dick: 13,9 mm Damit gewinnt es keinen Blumentopf, wohl aber den Preis der TIPA für eine herausragende Smartphone-Kamera im Bereich "Best Innovation Imaging". Der wechselbare Akku ist ein erfreuliches Detail, das man nur noch selten antrifft und selbst über den microSD-Kartenslot könnte man sich fast schon freuen - erinnert man sich an die Spitzenreiter HTC One S oder das iPhone 4S, bzw. das Lumia 900, die ganz ohne Erweiterung auskommen müssen. Der Single-Core-Prozessor mit 1,3&nbspGHz gibt Symbian die nötige Geschwindigkeit an die Hand, wodurch man sich nun nicht mehr vor der Konkurrenz verstecken muss.

Drumherum

Das Smartphone mit Symbian Belle als Betriebssystem wartet mit allen Nettigkeiten auf, die man von einem vollgestopften Nokia erwarten würde, hier eine Gedächtnishilfe:

  • AMOLED mit 360x640 px
  • 1,3 GHz Single Core CPU
  • 16 GB interner Speicher, microSD-Slot
  • n-WLAN, Bluetooth 3.0, FM-Transmitter, DLNA, UPnP
  • USB On-The-Go (USB-Host), HDMI-Out
  • 41-Megapixel-Kamera mit 1/1,2 Zoll Sensor und Xenon-Blitz (laut Nokia der stärkste, der je in einem Nokia verbaut wurde

 

Kamera

"Wir haben uns heute hier versammelt, um diese..." Smartphone Kamera zu testen. Und endlich lässt man mich auch. Bisherige Modelle waren Prototypen, und damit kein falsches Bild der vermutlich außergewöhnlichen Kameraqualität entstehen könnte, gab es nur Demos ohne die Möglichkeit zum Nachprüfen. Auf dem Display des 808 dürfe man sich die Bilder ansehen, doch bei 360x640 px sieht wohl jedes Bild ansehnlich aus. Dies ändert sich endlich und nun darf ich erfreut feststellen: Diese Kamera rockt. Die Bildschärfe ist wie zu erwarten auf höchstem Niveau, der Farbabgleich neutral und stimmig und auf das Bildrauschen wäre eine kleine Kompaktknipse neidisch. Selbst Dachziegel in einem weit entfernten Panorama bleiben erkennbar, wo andere Smartphones bereits schlapp machen und nur noch Farb- und Pixelbrei liefern. Die Detailschärfe ist grandios, und die Farben wirken lebendig. Kurzum: Carl Zeiss und Nokia geben ein hervorragendes Team ab.

Durch das potente System sind auch Full-HD-Videos bei 30fps kein Hindernis. Bei einem Nokia fast schon eine kleine Sensation, da die Flaggschiffe wie Nokia N8 oder Lumia 800 sich bisher nur auf 720p verstanden. Die gute Qualität setzt sich bei Videos natürlich fort, allerdings muss an dieser Stelle gesagt werden: Auch hier ziert sich Nokia noch etwas und feilt bis zum endgültigen Verkaufsstart in wenigen Wochen noch ein wenig.

Das Kameramenü jedenfalls erinnert stark an eine ausgewachsene Amateurkamera und bietet eine Fülle von Einstellungen. Es sind gar so viele, dass Nokia gleich noch drei Speicherplätze für persönliche Präferenzen integriert.

Klangqualität

Beim Klang gibt es nichts zu meckern. Das lässt sich an zwei Punkten festmachen: Zum einen arbeitet der Soundchip zuverlässig und klingt über das gesamte Spektrum ausgewogen und klar. Zum anderen hat Nokia ein spezielles Mikrofon verbaut, das einen höheren Dynamikumfang gewährleistet und so selbst bei enorm lauten Konzertmitschnitten nicht verzerren oder klirren soll. Dies bleibt leider ungeprüft, da ich mit meiner eigenen Stimme die angegebenen 90dB niemals erreichen werde.

 

Fazit

Auch diesmal hatte ich das Nokia 808 PureView leider nur für einen Tag in Händen, doch es zeichnet sich bereits ein klares Urteil ab: Das Betriebssystem Symbian Belle läuft auf der schnellen CPU hervorragend und ausgesprochen flüssig. Die Kamera, das Hauptargument für ein Symbian, zeigt über den HDMI-Ausgang was den Ingenieuren in mühevoller Kleinarbeit gelungen ist. Natürlich kann man mehr Megapixel nicht mit mehr Qualität gleichsetzen. Doch beim Nokia 808 stimmt alles: hochwertige Carl-Zeiss-Optik, ein riesiger Sensor, ein guter Weißabgleich und eine kurze Auslöseverzögerung.

Leider steht Nokia einem großen Problem entgegen: Das 808 wird vermutlich bei 600 Euro liegen. Ein Preis, bei dem sich auch ein iPhone 4S, BlackBerry Bold 9900 oder ein Samsung Galaxy S3 tummeln. Alles Geräte, die sehr viel edler wirken. Natürlich kann ein iPhone 4S in Sachen Bildqualität nicht mit einem Nokia 808 PureView mithalten, aber es ist auch nicht so schlecht, dass man nun sein iPhone verkaufen müsste, nur um ein gutes Foto zu ergattern. Aus diesem Grunde wird es das Nokia 808 schwer haben, obwohl es alles bietet, was man sich wünschen würde.

Weitere Berichte zum Nokia 808 PureView hier auf neuerdings.com:

 

Video Nokia 808 PureView Hands-on

Video: Pressekonferenz zum Nokia 808 PureView

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