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29.10.12Leser-Kommentare

Nexus 10: Googles Kampfansage ans iPad enthüllt

Lange geisterte ein Nexus-Tablet mit 10-Zoll-Display durch die Gerüchteküche, jetzt wurde das Nexus 10 tatsächlich enthüllt. Wir zeichnen den Weg der Gerüchte nach und zeigen euch, was der iPad-Konkurrent mitbringt. Offen war dabei vor allem die Frage nach dem Preis.

Bereits auf der ersten Keynote zur Google I/O im Juni wurden im Vorfeld ein paar Gerüchte laut, dass Google neben dem Nexus 7 auch eine 10-Zoll-Variante vorstellen könnte. Wie bekannt, wurde das Nexus 7 als einziges Tablet vorgestellt. Auch kurz nach der I/O brodelten die Gerüchte um ein 10 Zoll Nexus Tablet weiter.

Anfang des Monats meldete sich der Analyst Richard Shim zu Wort. Er sagte, dass das Tablet Nexus 10 heißen und von Samsung produziert werden wird. Weiter gab er Auskunft über das Display. 10,1 Zoll wird es groß werden und das Retina Display von Apples iPad in den Schatten stellen. Angegeben hat Shim eine Größe von 2.560 x 1.600 Pixeln und einen ppi-Wert (Pixel per Inch) von 300. Apple hat eine Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixel und 264 ppi. Ob ein Unterschied zwischen beiden Werten mit bloßem Auge erkennbar ist, kann bezweifelt werden.

Am 19. Oktober war ein Bild bei Picasa aufgetaucht, das angeblich von einem Nexus 10 Tablet aus gemacht wurde. Vier Tage hat es nur gedauert, bis dieses Bild von einer japanischen Tech-Seite gefunden wurde. Von da aus berichteten Blogs und Tech-Seiten weltweit darüber. Carsten "Caschy" Knobloch bremste schnell die überschäumende Begeisterung und wies deutlich darauf hin, wie schnell EXIF-Daten von Bildern gefälscht werden können.

Knapp eine Woche später kam schon der nächste Leak. Ein Schnellstart-Heftchen ist aufgetaucht. In diesem „Quick Start Guide“ war auch eine schematische Zeichnung des Nexus 10 zu sehen. Aufgetaucht ist dieser Guide bei The Verge.

Als 100 Prozent echt gilt das Nexus 10 seit dem 26. Oktober 2012. An diesem Tag hatte Vic Gundotra zwei Urlaubsfotos auf Google+ gepostet. Wobei die meisten nicht das Motiv interessierte, sondern die Bilddaten, die bei Google+ einsehbar sind. Diese wurden von einem Gerät aus geschossen, das sich Nexus 10 nennt. Es schien ausgeschlossen, dass ein so hoher Google-Mitarbeiter Bilder mit gefälschten Daten postet.

Geleaktes Bild von BriefmobileZu guter Letzt machte Brief Mobile auf sich aufmerksam, als sie ebenfalls am 26. Oktober erste echte Bilder des Nexus 10 im Blog gepostet haben. Auf diesen Bildern ist das Nexus 10 bereits sehr gut zu sehen und passt zu den schematischen Zeichnungen aus dem Quick Start Guide. Auch die Angaben zum Hersteller Samsung sind richtig gewesen. Auf dem Gerät läuft die aktuellste Android Version 4.2, die einige Neuerungen mit sich bringen wird.

Nun endlich Wirklichkeit: das Nexus 10

Trotz des abgesagten Termins heute hat Google die Katze aus dem Sack gelassen und im offiziellen Blog das Nexus 10 bekannt gegeben.

Technische Daten des Google Nexus 10

  • 10,055 Zoll Display
  • Auflösung 2.560 x 1.600 Pixel
  • 298,9 ppi
  • Samsung Exynos 5250 Dual-Core Cortex-A15 Prozessor mit 1,7 GHz
  • Mali-T604 Grafikprozessor
  • 2 GB RAM
  • 16 GB interner Speicher – 399 Euro
  • 32 GB interner Speicher – 499 Euro
  • 5 Megapixel Kamera auf Rückseite mit LED-Blitz
  • 1,9 Megapixel Frontkamera
  • NFC
  • WiFi
  • Bluetooth 4.0
  • Micro-USB
  • Mikro-HDMI
  • Dual-Lautsprecher auf der Frontseite im Rahmen
  • 9.000 mAh Lithium-Polymer Akku
  • 603 Gramm Gewicht

Laut Google Blog-Posting wird das Nexus 10 ab dem 13. November verfügbar sein. Als erste Länder sind die USA, Großbritannien, Australien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Kanada und Japan dran.

Fazit

Das Nexus 10 ist von seinen technischen Daten her ein spannendes Gerät. Wichtig ist hier noch, wie lange das Nexus 10 mit einer Batterieladung überhaupt durchhalten kann. Nichts ist ärgerlicher, als unterwegs an die Steckdose zu müssen.

Ob das Design des Nexus 10 nun schick oder absolut hässlich ist, wird derzeit an vielen Stellen im Netz diskutiert. Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Ähnlichkeit zum Nexus 7 bestehen würde. Gerade die genoppte Rückseite des Nexus 7 empfinde ich als praktisch und schick. Trotz des Kunststoffs wirkt das Nexus 7 optisch und haptisch wertig. Wer allerdings sowieso eine Schutzhülle oder -tasche verwendet, wird davon wenig mitbekommen.

Es existiert allerdings immer noch ein Nachteil bei Android-Tablets allgemein und beim Nexus 10 im Speziellen: die Tablet optimierten Apps. Bei Apples iPad ist es ein Genuss, speziell an das iPad angepasste Apps zu nutzen. Apple liefert einige Apps selbst wie zum Beispiel iMovie oder Garageband. Ein anderes Beispiel ist iStudiez pro. Das Display des iPad wird dabei voll genutzt und es macht enorm Spaß, mit diesen optimierten Apps zu arbeiten.

Speziell an große Tablets angepasste Apps sind bei Android noch sehr rar. Hier sind Google und die Entwickler gefordert. Google, weil sie den Trend nicht weiter verschlafen dürfen und den Entwicklern mehr Anreize geben müssen, ihre Apps auch für große Displays zu optimieren. Die Entwickler, die verstehen müssen, dass es nicht mehr reicht, wenn eine App für ein Smartphone-Display optimiert und programmiert wird. Auch mehr Mut zu gutem Design ist gefragt. Denn dieser Mut ist noch nicht auf breiter Front im Bereich Android angekommen.

Kommentare

  • Jürgen

    30.10.12 (09:23:26)

    Schade das man auf den SD-Speicherplatz verzichtet hat. Die Displayauflösung hätte auch kleiner auflösen dürfen, der Pixelwahn hat anscheinend auch hier eingesetzt. Ansonsten scheinen die Tablets in den meisten Disziplinen ausgereizt zu sein. Jetzt geht es vor allem um die Akkulaufzeit. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Apps wird auch immer unwichtiger, es gibt für jeden Sch... eh genug Apps. NFC mit dabei, so soll das sein. Zurzeit mit das beste Tablet auf dem Markt.

  • SM

    30.10.12 (14:43:07)

    NFC bei einem Tablet? Macht für mich zumindest als Bezahllösung null Sinn

  • Jürgen

    30.10.12 (17:08:50)

    Mit NFC kann man auch bezahlen, falls gewollt, aber auch noch viel mehr (Communication). Von daher macht es für mich schon Sinn, dass es bei einem aktuellen Gerät mit geliefert wird. Sonst kauft man gleich ein technisch veraltetes Gerät. Und ich gehöre nicht zu dem Typ "jedes Jahr ein neues Gerät kaufen".

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