Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

12.10.13Leser-Kommentare

Nach dem Thermostat nun ein Rauchmelder: Nest macht langweilige Gadgets attraktiv

Rauchmelder können Leben retten, aber sie sind ganz sicher kein technisches Gerät, das man gerne kauft oder einbaut. Das US-Hardware-Startup Nest will das ändern. Der "Protect" soll ein angenehmer Zeitgenosse sein, der uns bei Gefahr mit menschlicher Stimme warnt statt zu piepen. Der Hersteller hätte sogar noch einen Schritt weiter gehen können: mit einem Gadget, das Spaß macht.

Chic und praktisch: der Rauchmelder Nest Protect. Alle Bilder: Nest Chic und praktisch: der Rauchmelder Nest Protect. Alle Bilder: Nest

Rauchmelder werden in immer mehr Ländern Vorschrift. Deswegen geht man meist in den Baumarkt und bringt das Laster für 15 Euro hinter sich. Die Technik ist dann aber im wahrsten Sinne des Wortes oft zum Schreien. Bei einem Fehlalarm, der häufig passiert, kreischt das Gerät wie eine Kreissäge, und sei es nur, weil man im Backofen einen Krümel vergessen hat, der bei der nächsten Ofenladung ein wenig qualmt.

Gadget-Hersteller Nest hat sich hier Gedanken gemacht und nach dem ersten attraktiven Thermostat der Welt nun auch einen fast perfekten Rauchmelder vorgestellt: den Nest Protect. Technisch gesehen tut er nicht mehr als vor Qualm und Kohlenmonoxid zu warnen und bei schlechter Sicht als Notleuchte zu dienen. Es ist die Art und Weise, die das Gerät so attraktiv macht.

 

 

Eine menschliche Stimme, die warnt, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Eine Gestensteuerung, mit der sich der Alarm wieder ausschalten lässt. Ein vernetztes System, das sich im Wohnzimmer meldet, wenn in der Küche Rauch entsteht. Ein eingebautes Licht, das zusätzlich als Lampe dient. Und natürlich eine Steuerung per App, die auch in der Ferne warnt, wenn zu Hause etwas nicht stimmt. Nest Protect kann sogar die Art der Gefahrenquelle anzeigen. Im Video zeigen die Erfinder, wie das genau funktionieren soll:

www.youtube.com/watch

Eine derart runde Sache bietet wohl kein anderer Rauchmelder. Und doch wirkt Nest Protect noch einen kleinen Schritt zu kurz gedacht. Warum nur ein Rauchmelder, warum nicht auch gleich ein Raumthermometer darin unterbringen, eine Wetterstation, einen Luftfilter, ein Hygrometer, einen Schimmel- oder einen Feinstaub-Indikator? Mit ein paar mehr Funktionen könnte Nest Protest zu einem Gadget werden, das man wirklich täglich nutzt und das die Gesundheit nicht nur schützt, sondern vorbeugt. In der jetzigen Form würde man Nest Protect nur einmal einstellen und hätte dann eigentlich nicht mehr viel damit zu tun. Vielleicht eine Möglichkeit des Herstellers, dies in Zukunft zu erweitern.

Das allerdings ist Kritik auf hohem Niveau - das Ding macht einen guten Eindruck. Der eigentliche Kritikpunkt ist der Preis. Statt der schon erwähnten 15 Euro im Baumarkt für einen Rauchmelder soll Nest 129 Dollar kosten, wenn es Ende Oktober zunächst in den USA in den Verkauf geht. Nest Protect wird es in schwarz und weiß und in einer Version mit Stromanschluss oder Batteriebetrieb geben. Der Preis ist für alle Modelle der gleiche. Für ein Gerät könnte man sich den Spaß gönnen, aber da man Rauchmelder idealerweise in jedem Zimmer der Wohnung installiert, wäre man hier schnell einen halben Tausender und mehr los. Das dürfte für viele einfach zu teuer sein.

Wer es eine Nummer kleiner mag, für den lohnt es sich vielleicht, auf den Birdi Canary zu warten. Hier arbeitet derzeit ein Team an einem ganz ähnlichen Rauchmelder, der zwar nicht ganz so hübsch anzuschauen ist, der aber eine recht ähnliche, appgesteuerte Funktionalität bietet. Und Nest kann sich derweil eigentlich schon einmal an die Verschönerung der nächsten langweiligen Haushaltsgegenstände machen: der Steckdose (jaja!), der Türklingel oder den Briefkasten. Möglichkeiten gibt es eigentlich noch genug.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

  • Markus

    12.10.13 (10:37:29)

    Die Wahrscheinlichkeit bei der Montage oder dem Batteriewechsel eines Rauchmelders zu stürzen und dabei ums Leben zu kommen, ist übrigens über 12x höher, als ein Tod durch Hausbrand. Das kann man dann noch mal Anzahl der Rauchmelder und Batteriewechsel nehmen... Darüber sollten wir alle nachdenken :-)

  • AlphaOrb

    12.10.13 (12:58:15)

    Deswegen gibt es Rauchmelder mit 230V Speisung und Pufferbatterie sowie Schaltkontakten. Von Herstellern die wissen was sie tun. Rauchmelder mit WLAN...

  • Mike

    12.10.13 (23:55:28)

    Muß nicht sein. Ich habe zuhause vier Pyrexx PX-1. Sehen gut aus (gibts auch in Farbe) und die Batterie hält 10 Jahre. Danach sollte man die Dinger sowieso austauschen. Kosten auch nicht die Welt, ca. 25 Euro - also nicht weit vom häßlichen 15 Euro Baumarktteil entfernt.

  • Akilu

    18.10.13 (12:16:03)

    Warum nicht produktfremde Eigenschaften integrieren, wie einen W-LAN Repeater oder ähnliches...? Das wäre doch mal was.

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer