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01.05.12Leser-Kommentare

TV-Tipp: "Nerd-Alarm!" – ein Film über das Erwachsenwerden einer Minderheit

Der Film "Nerd Alarm!" (Originaltitel: "Geek Planete") von Jean-Baptiste Péretié ist unser TV-Tipp zum Feiertag. Die Produktion des TV-Senders Arte kann man sich kostenlos online ansehen.

 

Geek Planete: Star Wars-Fan verkleidet als Jedi-Ritter (Bild: Arte France)"Das Jahr 2042 - die Welt hat sich verändert: Alle bekannten Bauwerke sind Opfer einer merkwürdigen Verwandlung geworden! Diese Verwandlung wurde vollzogen, als die Geeks, ein einst unbedeutender und wehrloser Volksstamm, die Weltherrschaft übernahmen..."

In den USA war es einfacher: Dort gab es immer schon mehr "merkwürdige" Menschen, da fielen Computerfreaks und andere Geeks nicht so unangenehm auf, solange sie sich nicht gerade selbst filmten und auch Alternative und Geeks kamen gut miteinander aus, bevor der Una-Bomber der Wissenschaft und den Techies den Krieg erklärte.

In Deutschland waren die introvertierten, technikinteressierten Typen dagegen immer die Streber, Brillenschlangen, Weicheier, Außenseiter und was es noch alles für schöne Schimpfwörter gibt.

Heute dagegen zeigen Geeks und Nerds Selbstbewußtsein und stellen sich freiwilig mit Kassengestell auf die Bühne.

Für Jean-Baptiste Péretié, den Macher des Films "Nerd-Alarm", läuteten "Star Wars" und der "Herr der Ringe" die Wende ein, doch ebenso Bill Gates:

Das Wort "Geek" stammt aus der amerikanischen Umgangssprache, und seine ursprüngliche Bedeutung von "Streber" oder "Stubengelehrter" hat sich im Laufe der letzten 40 Jahre stark verändert. In den 60er- und 70er Jahren wurde das Wort in den Vereinigten Staaten abwertend gebraucht. Es bezeichnete einen zwar sehr intelligenten, aber sozial völlig unbeholfenen Wissenschaftler oder Informatiker.

Unter "Geek" versteht man im heutigen Sprachgebrauch jemanden, der verrückt ist nach Computern und neuen Technologien. Mit der Entwicklung und massenhaften Verbreitung von Video- und Computerspielen seit Mitte der 70er Jahre, der Adaption ihrer Science-Fiction- und Fantasywelten durch Hollywood und dem Siegeszug des Internets begann für einige bislang belächelte "Geeks" eine ungeahnte Erfolgsgeschichte. In den USA und Europa haben sich viele Menschen den Begriff "Geek" zu eigen gemacht und bekennen sich dazu. Er kann auf einen Technologie- oder Science-Fiction-Fan angewandt werden, aber sein Sinn wurde erweitert. Ein "Geek" ist nunmehr jemand, der sich sehr intensiv, manchmal sogar zwanghaft, für irgendein Thema interessiert. Das Wort wird kaum noch im negativen Sinne gebraucht.

Dann gibt es da im Unterschied zum "Geek" noch den "Nerd". In den 70er- und 80er Jahren waren diese beiden Wörter fast synonym. Das eine war genauso beleidigend wie das andere. Aber während in den letzten Jahren die "Geeks" erfolgreich geworden sind und eher bewundert als bedauert werden, blieben die "Nerds" mit den ursprünglichen negativen Eigenschaften behaftet und gelten weiterhin als zwar hochintelligente, aber kontaktarme Sonderlinge. Manche von ihnen kämpfen dafür, dass beide Ausdrücke weiterhin gleichwertig verwendet werden. Andere, die Wert auf ihren Status als Angehörige einer Minderheit legen, definieren sich selbst lieber als "Nerd", denn in ihren Augen ist "Geek" schon zu angepasst.

Der Dokumentarfilm erzählt, wie eine Subkultur aus Informatik, Science-Fiction, Comics und Videospielen sich durchsetzen und zur tonangebenden Kultur werden konnte.

Man muss sich den Kontext bewusst machen: Informatik und neue Technologien nehmen heute einen immer größeren Stellenwert in unserem Leben ein. Internet, Facebook, Smartphones – all das wurde von emblematischen „Power Geeks" wie Bill Gates oder Mark Zuckerberg erfunden. Jeder verbringt heute einen Großteil seines Tages vor einem Computer bzw. Tablet-Computer. Irgendwo sind wir alle Geeks.

Jean-Baptiste Péretié

Bill Gates als großes Vorbild der Geeks? Darüber mag man nun trefflich streiten, doch ein Prototyp eines Nerds ist er ohne Zweifel - und zum Leid derer, die schon die Streber in der Schule haßten, auch noch sehr erfolgreich.

Doch so "klassenkämpferisch" gibt sich "Nerd-Alarm" gar nicht - Computerspiele und ihre elektronikfreien Vorläufer wie "Dungeons & Dragons", Fantasy-Literatur und Conventions von Star-Trek-, Star-Wars- und Comic-Fans sind längst nicht mehr in der "Schmuddelecke" zu finden und werden teils selbst wieder Thema von Filmen.

All dies zeigt der am letzten Samstag erstmals im Fernsehen gezeigte, 52 Minuten lange Film "Nerd-Alarm" auf humorvolle Weise. Er wird für Besitzer von Aufzeichnungsgeräten oder Nachtmenschen (soll es bei den Geeks ja öfter geben) auf Arte TV wiederholt am

  • Donnerstag, 3. Mai 2012, 02:15
  • Montag, 14. Mai 2012, 05:00
  • Donnerstag, 17. Mai 2012, 01:35

ist aber außerdem jeweils bis eine Woche nach dem Sendetermin online anzusehen - dank deutscher Kleinbürgerlichkeit leider nicht länger, außer man ist des Französischen mächtig und sucht sich die Originalfassung auf Arte Frankreich.

Hier alle Informationen zum Film "Nerd Alarm!" auf der Website von Arte.

"Nerd-Alarm!" jetzt ansehen:

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Kommentare

  • Stephan

    01.05.12 (12:47:27)

    Wenn schon Nerd, dann auch Typo-Nerd: Richtige deutsche Anführungszeichen gehen „so“.

  • Frank Müller

    01.05.12 (16:59:23)

    Stimmt schon, Stephan. Tut mir auch immer ein bisschen weh. In der Vergangenheit haben wir es mit verschiedenen Anführungszeichen versucht, den «schweizer Guillemets» wie auch den „deutschen Anführungszeichen“. Mit manchen Erweiterungen und Plugins gibt es aber immer wieder Probleme, und so machen wir es im Augenblick wie selbst Spiegel und Zeit in ihren Online-Inkarnationen und verwenden die unschönen Zollzeichen.

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