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10.04.15Leser-Kommentare

MINI Augmented Vision: Die AR-Brille für Autofahrer

Man könnte meinen, die Idee von MINI Augmented Vision sei ein verspäteter Aprilscherz Autoherstellers BMW. Doch die AR-Brille könnte tatsächlich erscheinen und das Autofahren gravierend verbessern.

Eine AR-Brille von BMW? (Foto: BMW) Eine AR-Brille von BMW? (Foto: BMW)

Das Herzstück von MINI Augmented Reality ist die sogenannte „See-Through-Technologie“, die BMW gemeinsam mit Qualcomm sowie Tochterunternehmen des Chipherstellers entwarf. Für Autofahrer relevante Informationen werden dank der speziellen Brille direkt in das Sichtfeld des Fahrers projiziert.

 

Hilfreiche Zusatzinformationen

Das erstmals auf der Auto Shanghai 2015 präsentierte Augmented Vision liefert diverse Details direkt vor das Auge des Nutzers. Die offensichtlichsten Elemente sind hierbei eine Navigationsanzeige vom aktuellen Standort zum Fahrzeug – also auch außerhalb des eigenen Vehikels soll man so zum Beispiel in einer fremden Stadt sein Auto finden. Zudem fehlt eine reguläre Routenplanung nicht. Während der Fahrt kann man sich kleine Navigationspfeile anzeigen lassen, die interessante Orte ("Point of Interests") oder freie Parkplätze abseits der Route darstellen.

Anzeigen während der Fahrt. (Foto: BMW) Anzeigen während der Fahrt. (Foto: BMW)

Die Head-Up-Elemente beinhalten die aktuelle Geschwindigkeit und das derzeitige Tempolimit, diese Details werden in das primäre Sichtfeld des Fahrers gelegt. Sie befinden sich oberhalb des Lenkrads in einer festen Position, andere Verkehrsteilnehmer sollen so nicht überdeckt werden. Das wäre in der Tat unpraktisch.

Ferner spricht BMW von dem Verschicken von SMS bzw. Kurznachrichten. Empfangene werden vom Fahrzeug bei Bedarf vorgelesen. Während der Fahrt können solche Texte aus Sicherheitsgründen nicht angezeigt werden. Spannend klingt auch der sogenannte X-Ray-View mit einem virtuellen Blick durch Fahrzeugteile (A-Säule oder Türen) hindurch. Tote Winkel gehören somit der Vergangenheit an, das Feature setzt aber vermutlich entsprechende Kameras am Auto voraus.

Mit Augmented Parking soll das Einparken leichter werden, da Bilder einer im rechten Spiegel verbauten Kamera eingespielt werden. So lässt sich der Randstein sofort erkennen.

Fliegerbrillen-Look

Optisch erinnert MINI Augmented Vision ein wenig an eine klassische Fliegerbrille, das Design stammt von Designworks. Konkrete technische Hintergründe verraten die Verantwortlichen nicht. In jedem Fall hat man wohl ein stylisches Zubehör vorgesehen, das zum BMW Mini passt. Ob die Peripherie auch für andere Fahrzeuge geeignet ist? Vermutlich nicht.

Stylisch? Naja. (Foto: BMW) Stylisch? Naja. (Foto: BMW)

Letztlich bleibt aktuell noch die Frage: Wie weit ist Augmented Vision bereits oder sieht man bei BMW hier eher einen Prototypen, der die technischen Möglichkeiten verdeutlicht, nicht aber für den realen Alltag gedacht ist? Das werden sicherlich die kommenden Monate und Jahre zeigen.  Jay Wright, Vice President von Qualcomm Connected Experiences, meinte nur hierzu: „MINI Augmented Vision ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, was heute möglich ist und wir in Zukunft erwarten können." Nur das kann eben alles und nichts bedeuten.

Weitere Details finden sich direkt auf der Webseite von BMW.

Kommentare

  • Reinhard

    10.04.15 (12:46:04)

    prinzipiell finde ich die Idee gut. Gerade für Fahranfänger sind Navis eine enorme Hilfe (zumindest mir hat es als Fahranfänger unglaublich geholfen, nicht gleichzeitig fahren und navigieren zu müssen), aber der größte Nachteil ist halt, dass sie die Aufmerksamkeit von der Straße weg zum Display lenken. Eine Routenführung die direkt da angezeigt wird, wo man auch hinsehen sollte scheint mir durchaus eine sinnvolle Entwicklung zu sein.

  • numerix

    11.04.15 (09:11:35)

    Die Hardware ist seit Ende letztem Jahres allgemein soweit recht ausgereift, fast gleichgülltig der Hersteller oder der Art der Brille. Wo es noch enorm hapert, ist die Software und dort gerade an den 2 wesentlichen Punkten: Gestensteuerung und Bildstabilität. Es wackelt im Vergleich zum Hintergrund noch immer enorm. Selbst wenn es das überblendete Bild zum Hintergrund nur noch um wenige mm wackeln würde, wäre das immernoch eine enorme Ablenkung, da man einfach zuviel Konzentration auf das eingeblendete Bild verbrauchen muß und so der Hintergrund, also die Realität, zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, was gerade beim Führen von Fahrzeugen sehr schlecht wäre. zZ habe ich 2 AR-Brillen (AR: augmented reality, erweiterte Realität) hier, eine mit Stereokameras, speziell auf Gestensteuerung ausgelegt, welche die Kopfbewegung überwiegend mit Beschleunigungssensorik erfasst und eine, die von der Optik der BMW-Brille nahe kommt und die Bewegung über die Kamera auswertet. Die Beschleunigungs-Sensor-Auswertung wird nie so genau sein können, wie das Bildtracking, allerdings ist die verbrauchte Rechenleistung für die Stabilisierung eher gering und das Wackeln ist recht weich, fast schwimmend. Das Bildtracking hingegen verbraucht viele Resourcen, insbesondere, wenn sich das Bild schnell und stark ändert, zB. weil man sich schnell bewegt, was in einem Auto in der Regel der Fall ist. Hinzukommend ist das Wackeln eher ein Hüpfen, dies macht die Benutzung sehr unruhig und anstrengend. Solange in diesem Berech keine erheblichen Fortschritte erzielt werden, sollte von der Benutzung beim Führen eines Fahrzeugs unbedingt abgesehen werden.

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