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03.07.12

Midland XTC-300 Actionkamera im Test: Wenn Full-HD-Aufnahmen unkompliziert werden

Die Actionkamera Midland XTC-300 hebt sich nicht nur durch ihr reichhaltiges Zubehör von anderen ab, auch ihre Einfachheit überzeugte im Test.

Jeder hat das schon erlebt: Man würde gerne ein Video aufzeichnen, aber hat alle Hände voll zu tun. Oder hat zwar die Hände frei, befürchtet jedoch, die Kamera könnte nass werden. In solchen Fällen hilft einem eine Actionsport-Kamera aus der Patsche. Die wird in einem wasserdichten, schlagfesten Gehäuse untergebracht, lässt sich durch allerlei Zubehör an fast jedem Punkt befestigen und somit immer auf die Action ausgerichtet. Ein neuer Vertreter dieser Klasse ist die "Midland XTC 300" von Alan Electronics. Wie sie sich gegen die etablierte Konkurrenz behaupten kann, lest ihr hier.

Design

Die XTC-300 ähnelt am ehesten der Contour. Sie ist länglich geformt und kann so seitlich am Helm angebracht werden, ohne viel Windlast zu erzeugen. Gleich mehrere Befestigungen geben Halt: Sowohl ein Stativgewinde findet man direkt am Gerät vor, wie auch eine Führungsschiene für Zubehör und eine Lasche gegen versehentliches Verlieren. Die Lasche gibt es so bei keinem anderen Mitbewerber und soll insbesondere bei Helmbefestigung ohne Gehäuse für einen sicheren Halt sorgen, da man mit einer Kordel die Kamera zweitsichert.

Die seitliche Führungsschiene machte auf mich keinen vertrauenserweckenden Eindruck, auch der kleine Pin zur Arretierung wirkte zerbrechlich und außer Stande die Kamera zu sichern. Doch aller Furcht zum Trotz hielt die Konstruktion selbst bei 160 km/h und überstand gröbere Behandlung ohne Probleme.

Die Einstellung der Videoqualität ist enorm simpel gelöst - ein Schiebeschalter wechselt zwischen Full HD, 720p und einer kleineren Auflösung hin und her – kein komplizierts Menü, keine versteckten Einstellungen.

Kameraqualität

Neben dem de facto Standard GoPro sieht die Konkurrenz blass aus - im wahrsten Sinne des Wortes. Ein kurzer Vergleich der GoPro HD Hero 2, der AEE Actionpro SD20F und der Midland XTC-300 macht die Entscheidung einfach. Die GoPro protzt mit satten Farben, einem absolut zuverlässigen Weißabgleich, stark überzeichneten Konturen und einer Schärfe, wie sie nur ein Filter zeigen kann. GoPro bearbeitet die Bilder eindeutig nach. Midland ist da schon ehrlicher: Farben sind etwas blasser, die Schärfe weniger stark ausgeprägt und je nach Lichtverhältnissen kann man auch mal einen Blau- oder Magentastich sehen. Doch das sind Extremsituationen. Farben werden getreu dargestellt, der Weißabgleich funktioniert zuverlässig, wenn man sich nicht gerade auf einer grünen Wiese befindet und die Detailschärfe entspricht dem, was man von einem Full-HD-Video erwartet.

Fotos lassen sich damit nicht aufnehmen. Auch ein Display-Anschluss fehlt. Dadurch kann man nicht kontrollieren, wie die Kamera ausgerichtet ist. Für ein schnelles Video mag das keine Rolle spielen, doch will man die Kamera auf ein bestimmtes Motiv richten oder bestimmte Bildkompositionen erreichen, steht man ohne Hilfsmittel da. Zudem kennt die Batterie-LED nur zwei Modi: Grün und Rot.

Ausstattung

Um die XTC-300 auf dem Markt zu positionieren kann man über den Preis gehen und über den Lieferumfang. Konkurrent GoPro verlangt 300 Euro, verweigert dem Käufer jedoch ein Netzteil oder eine Lenkerhalterung. Stattdessen muss man sich für ein spezielles Kit entscheiden. Midland hingegen versorgt jeden Sportlertypus für 250 Euro gleichermaßen:

  • wasserdichtes Gehäuse
  • Helmhalterung
  • Skibrillenhalterung
  • Klebehalterung
  • Stativhalterung
  • Lenkerhalterung
  • Netzadapter
  • Zigarettenanzünder-Adapter
  • USB-Kabel

So ausgestattet kann man fast bei jeder Sportart sofort loslegen. Man spart gut und gerne 100 bis 150 Euro, je nach Sportart.

Wovon ich jedoch abraten möchte, ist der Autosaugnapf. Diese Halterung macht fast 25 cm Länge aus und entwickelt eine enorme Hebelwirkung. Die Folge: bei kleinsten Erschütterungen wackelt die ganze Konstruktion, das Video völlig verwackelt.

Fazit

Im Prinzip stellt die Midland XTC-300 in ihrer Klasse die perfekte Empfehlung dar. Das Zubehör ist reichhaltig und lässt kaum Wünsche offen. Die leichte Bedienung hebt sich von der Konkurrenz ab und prädestiniert diese Kamera für Einsätze, wo man sich nicht mit komplizierten Menüs herumschlagen will. Für den professionellen Einsatz verbietet sich die Kamera von selbst: Es fehlt ein Display. Wie soll man ein adäquates Motiv finden, wenn man nicht weiß, was man aufnimmt?

Entsprechend fallen die Alternativen aus:

Die GoPro HD Hero 2 ist weitaus teurer, bietet aber ein klasse Bild und hat für fast jeden Einsatzzweck das passende Zubehör. Über das neue Wifi-Bacpac kann das Live-Bild der GoPro sogar an ein Smartphone gestreamt werden - wenn man bereit ist, insgesamt 430 Euro auszugeben.

Die Actionpro SD20F kostet 30 Euro mehr, liefert weniger Zubehör mit, kann dafür aber mit einem Display und einer Fernbedienung protzen. Die Bildqualität ist einen Tick schärfer, doch der Weißabgeich gelingt weniger gut. Farben wirken häufig blass und ausgewaschen.

Zu bestellen bei Alan Electronics

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