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17.07.14Kommentieren

Kahlschlag: Microsoft streicht 18.000 Stellen, stellt Nokia X und Asha ein

Microsoft macht Kleinholz aus dem, was einst Nokia war, und beendet dabei das Experiment Nokia X sowie auch die Feature-Phone-Plattform Asha. Künftig will sich der Konzern nur noch auf Windows Phone konzentrieren.

Nokia X: Ende eines kurzen Experiments. Alle Bilder: Microsoft/Nokia

Die Meldung an sich kommt nicht überraschend, wohl aber der Zeitpunkt: Mitten im Sommer, kurz nach einschwörenden Worten des neuen Chefs Satya Nadella und vor dem Start des geplanten X2 hat Microsoft die Kürzung von 18.000 Stellen verkündet, davon 12.500 beim übernommenen finnischen Mobilfunk-Urgestein Nokia.

Damit beendet der IT-Riese auch alle Experimente abseits des Kerngeschäfts. Nokias Ausflug in die Androidwelt mit dem Nokia X und dem X2 sollen ebenso enden wie die Lowcost-Plattform S40, die Asha-Telefone vor allem in Entwicklungsländer gebracht hat.

 

Restbestände werden noch verkauft, neue Asha-Modelle soll es aber nicht mehr geben und auch der Support wird binnen 18 Monaten eingestellt. Die Nokia-X-Modelle sollen ein Update auf eine Windows-Phone-Version erhalten. Betroffen von beiden Maßnahmen sind vor allem Smartphone-Einsteiger und Menschen in Schwellenländern. Die Asha-Modelle richteten sich gerade an Menschen in Regionen mit unzuverlässiger Mobilfunk- und Stromversorgung, die zumindest ein wenig Smartphone-Luft schnuppern wollten.

Alles weg, was nicht Windows ist

Nokia X war von vorne herein nicht mehr als das (interessante!) Experiment, ein Android-Smartphone wie ein Windows Phone aussehen zu lassen. Die Oberfläche der X-Serie war unter anderem mit Kacheln derart stark angepasst, dass es mehr an Micrsofts eigenes System als das Stock-Android von Google erinnerte. Die erste X-Serie war im deutschsprachigen Raum gar nicht erhältlich, das kürzlich vorgestellte Nokia X2 allerdings sollte in der zweiten Jahreshälfte im DACH-Raum erscheinen. Derzeit ist unklar, ob Nokia es hier noch verkaufen wird und, falls ja, wann die Migration des Geräts zu Windows Phone stattfindet.

Bunt und mit einzelnen Smartphone-Apps ausgestattet: Nokia Asha

Microsoft streicht damit jede zweite der von Nokia übernommenen Stelle. Der neue CEO Satya Nadella hatte erst in dieser Woche einen Kurswechsel im Unternehmen angekündigt ohne dabei all zu konkret zu werden. Eine Preisoffensive bei Windows-8-Einstiegslaptops, die mit Googles Chromebooks konkurrieren sollen, war der erste, diskussionswürdige Schritt. Die nun massiven Stellenstreichungen waren bereits seit Wochen befürchtet worden, sind aber trotz allem konsequent, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, Synergien zwischen den verschiedenen Hardware-Bereichen nutzen zu wollen. Microsoft hatte die traditionelle Mobilfunksparte Nokias im vergangenen Herbst für den Spottpreis von 5,4 Milliarden Euro übernommen.

Das Ende der Experimente legt nahe, dass die Goldgräberstimmung bei Smartphones mittlerweile vorbei ist. Der Markt konsolidiert sich, Smartphones sind zur Massenware geworden und bereits zu Preisen um 100 Euro erhältlich. Man darf davon ausgehen, dass noch weitere alternative Systeme wie Firefox OS, Ubuntu for Phones, Sailfish OS und Tizen in nicht all zu ferner Zeit vom Markt verschwinden werden.

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