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12.10.14Kommentieren

Microsoft RoomAlive: Interaktives Spielzimmer trifft auf Holodeck

Anfang des letzten Jahres präsentierte Microsoft mit IllumiRoom eine reizvolle Möglichkeit, Inhalte von einem HDTV - beispielsweise ein Spiel oder ein Film - durch Kinect-Sensor und Projektor auch an die Wand eines Zimmers zu bringen. Mit RoomAlive geht das Konzept in die nächste Runde. Diese Idee von Microsoft Research erinnert fast an ein Holodeck.

Action in den eigenen vier Wänden? (Foto: Microsoft) Action in den eigenen vier Wänden? (Foto: Microsoft)

Im Januar 2013 zeigten Mitarbeiter von Microsoft Research mit IllumiRoom einen Prototypen, der Inhalte vom Fernseher auf die Wand dahinter projizierte. Somit konnten beispielsweise Explosionen aus Spiel oder Film aus dem HDTV heraus dargestellt werden - eine sicherlich unterhaltsame Illusion. RoomAlive ist eine Fortführung des Grundgedanken, diesmal wird aber der gesamte Raum zu einem interaktiven Erlebnisspielplatz.

 

Projektoren und mehr

RoomAlive erinnert konzeptionell durchaus an das berühmte Holodeck aus diversen Star Trek-Episoden. Denn auch hier wird eine fiktive Welt in einem Zimmer suggeriert. Durch diverse Beamer, Kameras und Kinect-Sensoren, die an der Decke befestigt sind, werden nicht nur Objekte an die Wände projiziert, sondern  genauestens die Position von Menschen im Raum wahrgenommen. Zugleich können die Kinect-Sensoren auch Eingaben registrieren, beispielsweise Bewegungen oder das Halten von Spielzeugwaffen. Sechs sogenannte Procams werden verwendet, jede einzelne besteht aus einem eigenständigen Computer, einem Kinect-Sensor und einem handelsüblichen Projektor.

Und wozu ist das gut? In einem Demo-Video präsentieren die Erfinder das Konzept genauer. Schnell wird klar: RoomAlive bietet zahllose Optionen - angefangen bei simplen Arcade-Spielchen bis hin zu Action-Shootern. Aber auch für praktische Anwendungen abseits reiner Unterhaltung dürfte der Ansatz geeignet sein.

www.youtube.com/watch

Konfiguration

RoomAlive muss sich offiziellen Aussagen zufolge nur einmal selbständig kalibrieren, danach ist dem Programm bekannt, was sich im Raum befindet. Denn auch Gegenstände, beispielsweise ein Tisch oder ein Sofa, werden berücksichtigt und können Teil eines Spiels werden. Am Schluss reden wir hier über eine Mischung aus Augmented Reality und Virtual Reality. Diesmal allerdings wird keine VR-Brille wie die Oculus Rift benötigt.

Solch ein Controller kann beispielsweise verwendet werden. (Foto: Microsoft) Solch ein Controller kann beispielsweise verwendet werden. (Foto: Microsoft)

Dennoch bleibt auch hier das zwangsläufige Problem, dass fiktive, vom Computer berechnete und über die Projektoren dargestellte Objektive nicht berührt werden können und offensichtlich nicht so recht dreidimensional sind. Hier betonen die Verantwortlichen, dass RoomAlive durch das automatische Anpassen der Perspektive (wenn man sich bewegt) das Gefühl vermittelt, man sehe ein dreidimensionales Objekt vor den eigenen Augen - beispielsweise einen Roboter, der über den Boden fährt. Es bleibt natürlich bei einer Illusion, die nur in einem dunklen Raum zur Geltung kommen dürfte.

So spannend das aussehen mag - RoomAlive ist ein weiterer Prototyp der Microsoft-Tüftler. Ob daraus jemals ein reguläres Produkt wird? Vielleicht in ein paar Jahren, vielleicht gar nicht. Das ist noch unklar.

Einige weitere Infos mit technischen Hintergründen gibt’s auf projection-mapping.org.

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