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12.04.16

Virtual Reality

Microsoft Hololens: Die Virtual-Reality-Brille fürs Business?

Virtual Reality (VR) ist wieder in aller Munde. Auch Microsoft mischt hier mit seiner Hololens-Brille mit. Diese machte erstaunliche Fortschritte und könnte in naher Zukunft auch die Business-Welt verändern.


Microsoft Hololens (Bild: Microsoft)

Was macht die Hololens aus?

Microsoft hat die Hololens anders konzipiert als die meisten Konkurrenten: Man setzte keinen Fokus auf eine bestimmte Form der Verwendung. Die Datenbrille kann die Welt der „Augmented Reality“ ebenso leistungsfähig darstellen wie auch die der „Virtual Reality“. Der Monitor der Hololens ist durchsichtig und arbeitet somit nicht mit Pixeln oder Raster, sondern mit Lichtpunkten. 

Virtual Reality für Architekten

Mit der Microsoft Hololens ist vieles möglich. Sie besitzt ein kleines Menü, welches durch Gesten gesteuert wird. Dort lässt sich etwa der Edge-Browser aufrufen oder ein Foto schießen. Dinge die man auch von einem Smartphone kennt.

Zu den Hauptfunktionen zählt aber schon beim Einschalten der Hololens ein Feature, welches den Raum, in welchem sich der Träger befindet, abtastet. So kann nun ein virtuelles Objekt beispielsweise auf einem Tisch abgestellt und umrundet werden. Dafür gibt es eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten.

Ein Architekt könnte sein geplantes Gebäude auf diese Weise präsentieren. Dazu müssen die Kunden nicht einmal anwesend sein, denn man lädt sie einfach zu einem Termin mit der Brille ein. Der Architekt sieht die Kunden als Avatar samt ihrer Position im Raum. Diese wiederum sehen den Architekten und sein Gebäude, egal wo auf der Welt sie sich gerade befinden.

Doch hier endet die Präsentation noch nicht. Man könnte die Kunden mit einem stark vergrößerten virtuellen Gebäude sogar zu einer Begehung einladen. Vielleicht sind auch schon ein paar Objekte im Gebäude zu sehen, wie Bodenbelage oder die Rezeption eines Hotels? Den Details sind kaum Grenzen gesetzt.

Virtuelle Dozenten, Operationen und Mars-Spaziergänge

In einer Universität könnte man einer Vorlesung eines Gastdozenten beiwohnen, der eigentlich einen Vortrag in einer ganz anderen Universität gibt. Und im Medizinstudium könnte man eine Operation simulieren, bei der man bestimmte Stellen des Körpers von allen Seiten virtuell betrachtet. Dies wäre ein deutlicher Fortschritt gegenüber sterilen, flachen Buchseiten oder einem Plastiktorso.

Eine weitere Funktion wird noch dieses Jahr im Kennedy Space Center für Besucher frei gegeben. Dort sollen Gruppen die Mars-Oberfläche mittels der Microsoft Hololens erkunden können. „Destination Mars“ nennt sich die Attraktion in einer kompletten virtuellen Realität. Dabei soll es sogar möglich sein einzelne Steine aufzunehmen und zu betrachten. Allerdings müssen die Brillen bis dahin noch einmal angepasst werden, denn wirklich final ist die momentane Ausführung noch nicht. 

Der Feinschliff fehlt noch

Für Entwickler sei die Brille bereits fertig gestellt, meint Microsoft. Es fehlen jedoch noch einige Anpassungen für den Endkunden. So berichteten Tester auf der Build-Konferenz von schnell ausleiernden Haltegurten, da die Brille nicht auf der Nase aufliegt, sondern am Kopf arretiert wird.

Der Akku soll rund drei Stunden reichen, ist jedoch manches mal schon sehr viel schneller aufgebraucht gewesen. Microsoft verspricht die Geräte bis zum Sommer 2016 noch zu verbessern. Spätestens dann soll auch „Destination Mars“ eröffnet werden.

Ein viel größeres Problem sind die immensen Anschaffungskosten. Neben der Brille für etwa 3.000 US-Dollar müssen auch Server bereitgestellt werden. Ob ein kleines Architektenbüro eine solche Anschaffung für notwendig hält, sei einmal dahin gestellt. Zudem noch Programmierer für die spezifischen Aufträge bezahlt werden möchten.

Sollte der Preis für den Endkunden nicht dramatisch fallen, könnte sich die Brille nur schwer an den Mann oder die Frau bringen lassen. 

Hololens in der Zukunft

Eines dürfte trotz des hohen Preises als sicher gelten: Die Microsoft Hololens ist keine Spielerei, sondern interessant für die Business-Welt. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Technik ist schon jetzt recht ausgereift. 

Wie schnell sich die neue Technik verbreitet, scheint jedoch ungewiss. Microsofts Ambitionen sind hoch und auch berechtigt. Die Brille ist der Konkurrenz momentan ein Stück voraus. Zwar hat Epson ein sehr ähnliches Produkt schon lange auf dem Markt, doch dessen Technik hinkt der Hololens weit hinterher.

Es bleibt abzuwarten wie sich der Preis von Microsofts Brille entwickelt und ob er dann auch von den Endkunden angenommen wird. Die Zukunft ist jedenfalls sehr nah.

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