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18.02.15

MathPen: Der Schreibstift, der von selbst Rechenaufgaben löst

Mit dem Slogan „Just write, don’t type“ werben ein zwei Studenten für ihr Crowdfunding-Projekt „Mathpen“. Der Stift soll automatisch mathematische Formeln erkennen und berechnen. Das Konzept klingt zwar gut, lässt aber ein paar ungeklärte Fragen offen.

MathPen (Bild: Chi-Luong Tran) MathPen (Bild: Chi-Luong Tran)

Wer einen Text handschriftlich verfasst, benötigt einen Stift. Und wer eine Rechenaufgabe lösen will, greift zum Taschenrechner. Wie wäre es, wenn man beide Welten verbinden könnte? Diese Frage haben sich auch zwei Studenten aus Hannover gefragt und eine Lösung dafür gefunden: den MathPen.

Der MathPen sieht aus wie ein normaler Stift. Doch im Inneren steckt eine patentierte Technik, welche die niedergeschriebenen Zahlen erkennt und mathematischen Gleichungen automatisch berechnet. Dafür wird kein Spezialpapier oder eine besondere Unterlage benötigt.

Kleines und großes Einmaleins möglich

Durch Bewegungssensoren erkennt MathPen die niedergeschriebenen Zahlen und Buchstaben. Schreibt man beispielsweise auf ein Blatt Papier 6 x 3 =, so soll der "intelligente" Stift sofort das Ergebnis auf einem kleinen Display am hinteren Teil des Stiftes anzeigen.

Laut den Erfindern versteht der MathPen alle Zahlen, sowie die Grundrechenarten wie Subtraktion oder Multiplikation. Auch komplexere Funktionen wie Klammer-Rechnungen oder der Einsatz von Sinus, Cosinus, Tangens oder Pi sei möglich.

Der MathPen soll ohne Batterien laufen, auch ein Kabel für die Stromversorgung wird es nicht geben. Stattdessen komme der Saft über die kleinen Solarzellen am Stiftende.

Ungeklärte Fragen

Warum ich hier im Konjunktiv und im Futur schreibe? Weil MathPen aktuell noch kein fertiges Produkt ist. Stattdessen benötigen die beiden Tüftler Chi-Long Tran und Aare Afase mindestens 70.000 Euro für die Umsetzung. Diese wollen sie über Startnext, also über eine Crowdfunding-Kampagne, einsammeln.

Obwohl ich die Idee des selbst rechnenden Stiftes gut finde, so bin ich noch ziemlich skeptisch. Warum? Weil beispielsweise die Produkt-Fotos und –Videos des MathPen nur Renderings, keine echte, Produkt-nahe Version zeigen.

Zudem stellen sich mir noch ein paar Fragen, die weder bei Startnext, noch auf der offiziellen Webseite des MathPen geklärt werden. Zum Beispiel: Kann man den Stift auch zum normalen Schreiben benutzen? Wie sieht es mit komplexeren Berechnungen aus? Wie zuverlässig sind die Ergebnisse? Wie gut ist die Erkennung bei einer schludrigen Handschrift? Reicht das wenige Licht in Klassenräumen aus, um den Stift zu laden? Wie lange reicht eine volle Akkuladung?

Sicherlich bin ich nicht der einzige, der sich solche Fragen stellt, oder? Somit wären mehr Fakten sicherlich hilfreich, um potentiellen Geldgebern mehr Vertrauen in das Projekt zu geben.

Wer weniger kritisch eingestellt ist, kann sich über Startnext die erste Generation des MathPen für 100 Euro sichern.

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