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30.05.12 08:07

, von Gastautor

MakiBox: 3D-Drucker für unter 300 Euro

Waren 3D-Drucker lange Zeit so teuer, dass nur wenige sie sich als Gadget nach Hause geholt haben, dreht sich die Preisspirale jetzt in interessante Tiefen: 350 US-Dollar (umgerechnet rund 280 Euro) soll die MakiBox aus Hong Kong kosten. Online kann man mitverfolgen, wie die Idee Wirklichkeit wird. Ein Beitrag von Nils Hitze.

Illustration: So könnte die MakiBox am Ende aussehen.Wenn man mit Menschen spricht, die sich mit dem Thema 3D-Druck beschäftigen, und man erzählt ihnen, dass es bald einen Drucker für 350 US-Dollar gibt, ist die Reaktion meist ungläubiges Kopfschütteln. "Günstiger" 3D-Druck begann nämlich vor nicht langer Zeit ungefähr bei 20.000 Dollar.

Im unteren Segment hat Bre Pettis mit dem Makerbot vor knapp zwei Jahren angefangen, den Markt völlig aufzurollen, da das Gerät gerade einmal 1.100 Dollar kostet und unter einer Open-Source-Lizenz steht. Damit haben Bre und sein Team eine Revolution angestoßen. Praktisch wöchentlich werden im Moment neue Drucker angekündigt, die entweder Geschwindigkeits- oder Preis-Rekorde brechen.

Vor einigen Monaten stieß ich auf Google+ über einen interessanten Artikel, der sich mit einem 3D-Drucker aus Hong Kong beschäftigte: die MakiBox von Makible. Das folgende Video erklärt dessen Entstehung:

Über die extra dafür eingerichtete Crowdfunding-Plattform Makible sollten sich Unterstützter finden, um die Entwicklung für einen 350-Dollar-3D-Drucker zu finanzieren. Innerhalb einiger Wochen kamen genug Unterstützer für die initialen 100.000 Dollar zusammen und die Entwicklung konnte beginnen. Anders als viele Kickstarter-Projekte plante Jonathan Buford, Mastermind hinter der Makibox, die Entwicklung nicht auf Basis eines Prototypen, den er stückweise weiterentwickelte, sondern iterierte die einzelnen Teile durch verschiedene Entwicklungsstufen. Das sorgte zu Beginn für einige Irritation, hat sich aber, zumindest wenn man dem letzten Update trauen kann, eindeutig bewährt. Auf der MakiBox-Website dokumentiert er seine Fortschritte.

Dieses Video vom 25. Mai 2012 zeigt einen Prototypen in Aktion:

Der größte Unterschied der Makibox zu "traditionellen" 3D-Druckern im unteren Preisbereich ist das geschlossene Gehäuse. Dies hilft, beim Druck die Temperatur konstant zu halten, denn Temperaturschwankungen sorgen regelmäßig für Fehldrucke und Verformungen.

Hier sieht man recht gut, wie der MakiBox-Prototyp derzeit aussieht:

Im Moment kann man die MakiBox nur über Makible.com bestellen. Nachdem die ersten 300 Stück ausgeliefert wurden, wird der Drucker dann im Webshop verfügbar sein. Zu den 350 US-Dollar kommen noch 19 Prozent Mehrwertsteuer und rund 2 Prozent Zoll. Inwieweit ein direkter Versand aus Deutschland möglich ist, ist im Moment noch in Klärung. Einen genauen Auslieferungstermin gibt es noch nicht.

Über den Gastautor

Nils Hitze ist Nerd aus Leidenschaft, Vater von fast fünf Kindern und in der deutschen BarCamp- und Techszene sehr aktiv. Er organisiert in München die GTUG, das BarCamp, das GameCamp sowie das CloudCamp und schreibt auf Google+ die meiste Zeit über 3D-Drucker. Mit Makible ist er freundschaftlich verbunden und übernimmt sehr wahrscheinlich das Handling der europäischen Bestellungen.

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Kommentare: MakiBox: 3D-Drucker für unter 300 Euro

Was ich jetzt glatt vergessen habe: es gibt ein Forum in dem ich Sammelbestellungen für DE sammle (Alliteration) http://forum.makibox.com

Diese Nachricht wurde von Nils Hitze am 30.05.12 (13:41:11) kommentiert.

Kannst Du sagen, wie es mit der Druckqualität der verschiedenen Projekte aussieht? Die Sachen, die ich bisher auf diversen Konferenzen gesehen habe waren noch ziemlich grob. Ich weiss allerdings nicht, welche Generation von Druckern ich gesehen habe. Gibt es vielleicht irgendwo eine Vergleichstabelle oder Fotos?

Diese Nachricht wurde von lab am 30.05.12 (14:25:24) kommentiert.

Und wo sind Resultate ? Ich sehe die Box, allerdings fehlen mir die Produkte welche diese produziert. Wie funktioniert die Software?

Diese Nachricht wurde von Florian am 30.05.12 (16:18:38) kommentiert.

Das kommt auf Druckmaterial, Geschwindigkeit und ganz oft auch auf die Einstellungen des Druckers an. Die Auflösung der Makibox liegt bei 0.04mm Schritten, als Beispiel guck dir mal die Fotos der Objekte auf Thingieverse.com an: http://www.thingiverse.com/image:138597 Eine Matrix hab ich spontan nicht gefunden, aber einen Überblick über die versch. LowCost 3d Drucker gibt es auf 3ders.org: http://www.3ders.org/3d-printer/3d-printer-price.html

Diese Nachricht wurde von Nils Hitze am 31.05.12 (07:07:18) kommentiert.

Was meinst du mit: Wie funktioniert die Software? Ich habe mal eben geschaut ob ich eine kurze Einführung finde: http://www.finescale.org/finescale.org/3D_Druck.html Die Objekte die produziert werden findest du zum Beispiel auf Thingieverse.com, oder meinst du die der Makibox?

Diese Nachricht wurde von Nils Hitze am 31.05.12 (07:09:21) kommentiert.

So ein paar Beispiele, welches dass Teil bereits gefertigt hat. Wegen der Software frage ich mich, wie ich diese anwende. Handelt es sich hierbei um ein Programm welches (bspw. auf dem Mac) meherere Fotos analysiert und aus diesen 3-D Bilder berechnet ?

Diese Nachricht wurde von Florian am 31.05.12 (08:40:43) kommentiert.

Bisher hat die MakiBox noch nicht gedruckt, wir rechnen aber mit ähnlichen Druckergebnissen wie dem Ultimaker oder dem Makerbot. Das Programm zur Erstellung von 3d Modellen ist kein festes, du kannst Sketchup nutzen oder auch 3ds Max mit entsprechendem Exporter. Oder du nutzt die kostenfrei verfügbare WebApplikation: https://tinkercad.com/home/ Das STL File lädst du dann in ein Programm das aus dem Objekt sog. GCode generiert, das sind Anweisungen für den 3d Drucker wie er den Druckkopf zu fahren hat. Ein englisches Tutorial vom Scan/Design bis zum Print findest du hier: http://forum.makibox.com/printing/topic58.html Zum Thema Scan/Foto von Objekten zu 3d Objekten gibt es z.B. den Webdienst Hyp3r: www.hypr3d.com oder 123catch: http://www.123dapp.com/catch

Diese Nachricht wurde von Nils Hitze am 31.05.12 (12:34:52) kommentiert.

Schön zu sehen, dass sich im 3D-Druckermarkt kontinuierlich etwas tut. Leider gibt es aber (auch auf absehbare Zeit nicht) keinen für den Privatmensch erschwinglichen Drucker, der in Metall drucken könnte. Und damit ist der Nützlichkeitsfaktor leider doch ziemlich beschränkt..

Diese Nachricht wurde von Arno am 31.05.12 (20:32:07) kommentiert.

Ja wirklich spannend, was sich da tut! Aber ich geb Arno recht, solange es da nix in Metall und weiteren Materialien gibt (Gummi z.B), ist das auf der Privatebene ja überwiegend nur zur Spielerei. Krimskrams, wie die Figuren auf der Thiniverse-Seite, aber wenn, dann will ich Teile drucken, die ich wirklich verwenden kann. Also werd ich noch warten

Diese Nachricht wurde von Horst am 31.05.12 (22:27:17) kommentiert.

Das würde ich so direkt jetzt nicht sagen: http://blog.ponoko.com/2012/05/25/reprap-printed-circuits/ Ansonsten wird man mit einem Extruder sowieso kein Metal drucken, da macht Sintern viel mehr Sinn: http://builders.reprap.org/2010/06/selective-laser-sintering-part-6.html Und Teile auf Thingieverse sind durchaus schon im produktiven Einsatz.

Diese Nachricht wurde von Nils Hitze am 01.06.12 (08:45:15) kommentiert.

@Nils: Die "printed circuits" sehen nach niedrig schmelzender Legierung wie Wood'sches oder Rose'sches Metall aus, die z.T. schon unter 100°C schmelzen. -Ich beobachte den 3D-Druckermarkt schon seit einigen Jahren recht aufmerksam. Es ist aber genau so, wie Du selber geschrieben hast: Extruder sind zwar billig machbar, aber "direct metal laser sintering" (DMLS) ist eine komplett andere Klasse: Da muss mit Schutzgasatmosphäre (oder Vakuum) gearbeitet werden und Hochleistungslasern von ein paar hundert Watt. EOS ist m.E. Technologieführer an der Stelle und kann durchaus Hochleistungsstahl drucken -da reden wir aber über Maschinen in der Grössenordnung ab €500.000,- und härten muss ich den Stahldruck nachher trotzdem durch Wärmebehandlung. -Schade drum, sowas würde ich mir durchaus kaufen und nutzen, aber nicht zu dem Preis.. ;-)

Diese Nachricht wurde von Arno am 01.06.12 (20:15:07) kommentiert.

Definitiv kein Preis den man "günstig" nennen könne, wäre also an der Zeit dass sich jemand aufmacht und eine DIY Version baut, oder?

Diese Nachricht wurde von Nils Hitze am 03.06.12 (05:46:06) kommentiert.

Zeit dass sich jemand aufmacht und eine DIY Version baut
Eigentlich ein perfektes Projekt für crowd-funding.. :-)

Diese Nachricht wurde von Arno am 03.06.12 (08:11:45) kommentiert.

Kann ich mir die MakiBox auch in unzusammengebaut bestellen? Und wäre das günstiger?

Diese Nachricht wurde von André am 14.08.13 (17:36:12) kommentiert.
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