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20.10.11 18:20

, von Simon Wüthrich

MacBook Air und Thunderbolt-Display im Test: Da haben sich zwei gefunden

Apple hat Im Juli 2011 die generalüberholten MacBook Air präsentiert. In mehrwöchigen Praxistests haben sowohl das 11- als auch das 13-Zoll-Modell bewiesen: Wer Leistung satt aber wenig Gewicht mit sich rumschleppen will, kommt nicht umhin, einen Blick auf die beiden Leichtgewichte zu werfen.

Schlank und doch Leistungsfähig: Das MacBook Air {pd Apple;http://www.apple.com/pr/products/macbook-air/macbook-air.html}Ein Doppelkern-Prozessor mit 1,8 GHz, 4 GB Arbeitsspeicher und 256 GB Festspeicher dazu ein 11- oder 13-Zoll-Display und ein Jahr Garantie. Diese blossen Eckdaten lassen auf einen Billig-Computer schliessen – für einen Lenovo ThinkPad mit diesen Eckdaten werden beim Discounter circa CHF 700 fällig. Das an diesem Notebook Preisschild aber belehrt uns: CHF 1749,00 (CHF 1'699,00 für das kleinere Modell) muss hinblättern, wer diesen Rechner sein Eigen nennen will (mit Garantieerweiterung auf drei Jahre sogar fast CHF 2100 respektive CHF 2'048,00).

Eine eigene Klasse

Wer das Datenblatt genauer studiert, stellt fest, es gibt andere Gründe für das scheinbar ambitionierte Pricing. Das im Querschnitt keilförmige MacBook Air (Masse: 32,5 x 22,7 x 0,3-1,7 cm beziehungsweise 30 x 19,2 x 0,3-1,7 cm) bringt in der leistungsstärksten Ausführung gerade mal 1,35 kg (das 11-Zoll-Modell 1,08 kg) auf die Waage und hält sieben Stunden ohne externe Stromversorgung durch. Wer bei der Konkurrenz nach vergleichbar leichten und leistungsfähigen Notebooks suchte, wurde bisher kaum glücklich – Nokias Booklet beispielsweise hat mich ziemlich enttäuscht. (Mit der anstehenden Einführung vergleichbar teuren Ultrabooks wird diese Nische wohl endlich aufgemischt.)

Das MacBook Air ist also für jene, die viel unterwegs sind aber nicht schwer tragen wollen an ihren mobilen Rechnern. Dazu passt, dass die Technik Unterschlupf findet in einem stabilen und sauber verarbeiteten Aluminium-Gehäuse. Klingt vielversprechend? Wir haben sowohl die kleine Ausführung mit 11-Zoll-Bildschirm als auch den grösseren Bruder jeweils gut drei Wochen im Praxistest gehabt, das kleinere Modell zusammen mit dem neuen Thunderbolt-Display.

 

Der perfekte Kompromiss

Das MacBook Air stellt den perfekten Kompromiss dar zwischen Leistungsfähigkeit und Leichtigkeit. Die subjektiv überraschend hohe Arbeitsgeschwindigkeit ist dabei weniger auf den Prozessor zurückzuführen. Entscheidend ist, dass Apple auf Flash-Speicher mit hoher Lese- und Schreibgeschwindigkeit setzt. So fällt denn auch auf: Ein MacBook Air fährt extrem schnell hoch, lädt Programme und Mediatheken im Nu – erledigt rechenintensive Aufgaben jedoch nicht ganz so souverän. Durchschnittsuser dürfte die Performance aber voll zufrieden stellen.

Anders mag das bei den Anschlussmöglichkeiten ausschauen: Zwei USB-Ports (2.0), ein SD-Slot (nur beim 13-Zoll-Modell), ein 3,5 mm Audio-I/O-Anschluss sowie eine Thunderbolt-Buchse müssen reichen. Ein optisches Laufwerk lässt sich in dem schlanken Gehäuse nicht unterbringen. Wer ohne Silberlinge nicht kann und keinen Mac mit DVD-Laufwerk besitzt, den das Air über W-LAN als virtuelles Laufwerk ansteuern könnte, muss CHF 79,00 für ein externes SuperDrive hinblättern. Das ist sicher der kompakten Bauweise geschuldet – aber nicht nur.

Kampf dem Kabel

Apple setzt auf den drahtlosen Datenverkehr. Wer dem Kollegen eine Präsentation schicken will, macht das per AirDrop; wer einen Film schauen will, lädt diesen in iTunes (oder Gott bewahre! bei Rapidshare), ebenso seine Musik; neue Programme lädt der User aus dem Mac AppStore; iPhone und iPad werden seit dem Update auf iOS 5/iTunes 10.5. via W-LAN synchron gehalten. In Apples schöner neuen Welt sind Kabel nur noch nötig, um die Batterie aufzuladen oder einen externen Bildschirm anzuschliessen (mehr dazu später).

Umso mehr überrascht, dass Cupertino dem MacBook Air partout kein Mobilfunkmodul spendieren will – das iPad ist doch auch mit 3G-Modul lieferbar. Warum ein Gerät, das so konsequent auf Mobilität ohne Leistungsabstriche getrimmt ist, nur über Tethering oder W-LAN Anschluss findet an das World Wide Web, bleibt ein ungelöstes Mysterium. (Phil, Jonathan, lasst Ihr deutschsprachige Reviews von Eurer PR-Abteilung übersetzen?)

Die Grösse macht den Unterschied

Das Display sowohl des 11- als auch des 13-Zoll-Modells überzeugt durch ausreichend hohe Auflösung (1366 x 768 px respektive 1440 x 900 px) und kräftige Farben – letztere bezahlt der User mit einer in hellen Arbeitsumgebungen unangenehm spiegelnden Bildschirmoberfläche (Phil, Jonathan…?).

Überrascht hat mich, wie leicht es sich mit dem 11-Zoll-Modell arbeitet. Ich hätte vermutet, dass ein Halbblinder wie ich mit so einem kleinen Display nicht zu Rande kommt. Nach einer kurzen Eingewöhnung fiel mir nicht mehr auf, dass ich mit 11 statt wie gewohnt 15,4 Zoll arbeitete! Was mir am kleinen MacBook Air weniger gut gefallen hat: die Batterielaufzeit. Es mag komisch klingen, doch die sieben Stunden des 13-Zoll-Modells, vermitteln einem das Gefühl ausreichender Energiereserven, die fünf Stunden des kleinen Modells nicht – anzumerken ist: Apples Werksangaben entsprechen ziemlich genau den Durchschnittswerten, die ich im Praxistest ermittelt habe.

Wer Wert legt auf hohe Mobilität (das heisst auch Unabhängigkeit von Steckdosen) sollte also eher zum 13-Zoll-Modell greifen. Wer das Gewicht seiner Laptoptasche um jeden Preis minimieren will, sollte zur Variante mit 11 Zoll grossem Display greifen.

Mehr Dockingstation denn Display

Gross und vielseitig: Das Thunderbolt-Display {pd Apple;http://www.apple.com/pr/products/displays/displays.html}Wer ein MacBook Air (oder ein MacBook Pro mit Thunderboltschnittstelle) auch stationär einsetzt, und dabei lieber auf einem grossen Bildschirm arbeiten möchte, kann sich für schlappe CHF 1'099,00 ein Thunderbolt-Display gönnen. Dafür bekommt man dann ein Panel mit 27 Zoll Bildschirmdiagonale und einer Auflösung von 2'560 x 1'440 px sowie ein Y-Kabel, das Stromversorgung für den mobilen Rechner und Thunderbolt-Schnittstelle (bis zu 10 GB bidirektional) vereint.

Die neue Schnittstelle hat es in sich: Über diese werden nämlich einerseits Bild und Ton vom MacBook Air auf das Display übertragen – und Bild und Ton von der iSight-Kamera und dem Mikro des Displays auf das MacBook Air. Andererseits kann das Air auf an dem Display angeschlossene Harddisks zugreifen. Zu diesem Zweck ist das Display mit drei USB 2.0-, einer FireWire 800-, einer Thunderbolt- und einer Gigabit-Ethernetschnittstelle ausgerüstet. Über letztere lässt sich das MacBook Air gar mit dem Internet verbinden – falls kein W-LAN zur Verfügung steht. Wenig überraschen kann, vor diesem Hintergrund, dass das Gehäuse des MacBook Air sich um die Tunderboltschnittstelle herum ziemlich stark erhitzt, ohne allerdings beunruhigend warm zu werden.

Leider konnte die Datenübertragung auf eine Harddisk nicht getestet werden – Noch ist es schwierig, Geräte mit dieser neuen Schnittstelle aufzutreiben, selbst für Gadgettester. Ein solcher Test wäre gerade auch vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Wärmeentwicklung aufschlussreich gewesen – ist die Annahme: «Mehr Daten = höhere Temperaturen» zu einfach? Immerhin lassen sich über Thunderbolt beliebig viele Peripheriegeräte in Serie schalten. Wer zwei von LaCies Little Big Disks mit SSDs und im RAID-Level 0 in Serie schaltet, dürfte alleine damit 800 MB pro Sekunde via Display zwischen MacBook Air und Little Big Disk hin und her jagen…

Wer sein MacBook Air (oder MacBook Pro) um ein grosses Display und eine elegante, leistungsfähige aber auch kostspielige externe Speicherlösung erweitern möchte, sollte sich das Thunderbolt-Display unbedingt genauer anschauen.

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Kommentare: MacBook Air und Thunderbolt-Display im Test: Da haben sich zwei gefunden

Nettes Review. Der Preis ist natürlich sehr hart an der Schmerzgrenze (angesichts der Halbwertszeit aktueller Hardware). Interessant fände ich aber mal Angaben zur Akkulaufzeit, wenn rechenintensive Programm am Start sind (CS Suite z.B. oder ein komplettes Office-Paket). Bischen Surfen und Tippen sind ja nett, aber dabei reden wird nicht unbedingt von „arbeiten“ im eigentlichen Sinne... Gibt es also Werte, aus denen man schließen kann, wie sich das AirBook beim „richtigen“ Arbeiten schlägt?

Diese Nachricht wurde von Christian am 24.10.11 (07:05:02) kommentiert.

Wer Youtube- oder Vimeo-Videos in 1080p abspielt (hoher Datendurchsatz und relativ rechenintensiv), kriegt beim 11"-Modell den Akku in circa drei Stunden leer, beim 13"-Modell in knapp fünf.

Diese Nachricht wurde von Simon Wüthrich am 24.10.11 (07:17:13) kommentiert.

Für Studenten und Schüler bietet Apple (vergessen oder wissen viele nicht) auch edu Rabatt an dies sogar über deutsch Distributoren die dann manchmal sogar (via Cashback) ein Parallel (Virtulisierungssoftware) etc. springen lassen. Ich habe mir mein Air hier gekauft: http://www.unimall.de/apple/mac/macbook-air/macbook-air-11-i5-16-ghz-2-gb-ram-64-gb-ssd.html vergünstigt natürlich und bin Top zufrieden ;-) inkl. den Video2Brain Abo für schlappe 80€ 500 HighQuality Tutorial Videos -> nun lernen ;-)

Diese Nachricht wurde von Daniel am 27.10.11 (15:16:20) kommentiert.

Hi. Ich bin besitzer genau dieser kombination thunderbolt und 11ernairbook mitte 2011. wie schaut es mit der auflösung aus? Muss ich oder kann ich irgendwo etwas einstellen? Auf dem 27 er wird einach die auflösung meines 11er übernommen. Leider keine 2560 auflösung. Tips? Danke

Diese Nachricht wurde von Matthias am 15.04.13 (18:36:43) kommentiert.
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