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28.11.13

Lit Kubo: Vespa für sperrige Einkäufe

Der kalifornische Motorradhersteller Lit hat in einem Nebenprojekt den Kubo vorgestellt, einen Elektro-Motorroller, mit dem sich besonders einfach Gegenstände transportieren lassen sollen. Der ist dazu noch schlank und flink geworden - und sorgt doch für eine kleine Enttäuschung.

Lit Kubo: Neu entwickelter Elektro-Motorroller. Alle Bilder: Lit

Mit einem Motorroller kurvt es sich viel leichter durch den Stau in den Innenstädten, aber die Dinger haben ein großes Problem: In die kleine Box am Ende oder den Mini-Stauraum unter der Sitzfläche passen ein Helm und mit Glück noch ein paar kleine Gegenstände. Aber der Großeinkauf im Supermarkt, oder auch nur ein kleines Schränkchen, das man sich vielleicht einmal im Möbeldiscounter im Industriegebiet kaufen will, lässt sich damit nicht transportieren.

Der Lit Kubo soll hier Abhilfe schaffen. Völlig anders konzipiert als übliche Motorroller soll er Stauraum für einen kleine Kiste bieten und sich dabei trotzdem sicher fahren lassen - durch den tief liegenden Schwerpunkt angeblich sogar besonders sicher. Und um das Ganze auch noch umweltfreundlich zu machen, verwendet der Kubo natürlich einen Elektromotor.

Bis zu 80 Kilometer soll man mit einer Akkuladung zurücklegen können. In der Spitze schafft der Roller trotz nur 3 Kilowatt Leistung stolze 72 Kilometer pro Stunde - für den Stadtverkehr also mehr als ausreichend. Samt Fahrer lassen sich 136 Kilogramm damit transportieren und Gegenstände mit einer Tiefe bis zu 55 Zentimeter. Der Lenker befindet sich in der Mitte des Rollers. Ansonsten ist alles drin, was ein normaler Motorroller auch hat: Scheibenbremse, Vorder- und Hinterlicht und natürlich die üblichen Armaturen wie Geschwindigkeitsanzeige und Co.

Kann man damit auch fahren? Lit zeigt im Video zur Präsentation, dass das eigentlich sehr gut gelingt:

Die Kickstarter-Aktion, die Lit dazu initiiert hat, läuft noch bis zum 20. Dezember - und bisher eher schleppend. Momentan sind erst gut 30.000 der gewünschten 300.000 US-Dollar zusammen gekommen. Etwa 100 Förderer hatte das Projekt da zur Investition animiert. Es dürfte am Preis liegen: Im "Early Bird Special" kostet der Kubo 5.000 US-Dollar, regulär 5.500 Dollar. Im Juli kommenden Jahres sollen sie ausgeliefert werden. Wer nicht so lange warten will, legt noch ein paar Tausender drauf und erhält den Kubo schon im April oder Mai.

Kein zweiter C1

Das ist nicht exorbitant teuer für einen Elektroroller. Allerdings etwas viel verlangt für ein Kickstarter-Projekt. Ein Fortbewegungsmittel ist eine hohe Investition, die man lieber einmal live gesehen und bestenfalls ausprobiert hat, bevor man tausende Euro dafür investiert. Lit allerdings ist kein Unbekannter in der Branche. Bekannt wurde das Unternehmen vor allem für den C1, das "unumstößliche" Motorrad.

Und das ist gleich ein kleiner Wermutstropfen: Diese starke elektronische Stabilisierung soll den Fahrer eines Motorrads oder Rollers vor schweren Stürzen schützen und hat Lit erst berühmt gemacht – und sie fehlt im Kubo. Außerdem ist noch nicht klar, ob der Roller im US-Ausland zugelassen wird. Man wolle zwar ins Ausland liefern, aber dann obliegt es den nationalen oder lokalen Behörden, ob man mit dem Gefährt auch in den Straßen Berlins, Londons oder Berns fahren darf.

Noch bleiben also ein paar Hürden, aber das Konzept gefällt: Ein Motorroller, mit dem man endlich einmal etwas transportieren kann, der trotzdem nicht sperrig und der trotz eines Elektrorollers flink unterwegs ist. Das klingt doch gar nicht so schlecht.

Weitere Informationen findet ihr auf der Kickstarter-Projektseite des Lit Kubo

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