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05.07.13 06:30

, von Ricarda Riechert

LibraryBox 2.0: Kleine Box zum Datentausch ohne staatliche Kontrolle

Jason Griffey hat eine vom Internet unabhängige Datenbox mit dem Namen "LibraryBox 2.0" entwickelt, die einen öffentlichen und dezentralen Datenaustausch ermöglicht. Mögliche Einsatzgebiete sind nicht nur Schulen und Universitäten, sondern auch Krisengebiete, in denen Internet und Telefon in staatlicher Kontrolle sind.

d057656973f2f841a7d55d2221c0ca41_large Die LibraryBox 2.0 ist klein, aber hat es in sich

Jason Griffey ist 39, mag asiatisches Essen und hört in seiner Freizeit am liebsten Nine Inch Nails. In seinem Job geht der Familienvater völlig auf. Als Außerordentlicher Professor der University of Tennessee und Leiter der Bibliotheks-IT sind Daten seine Welt. Zwei Bücher schrieb er über die Informationstechnik in Bibliotheken und spricht auf Tagungen über den Nutzen neuer Medien in der wissenschaftlichen Arbeit. Das Archivieren und Bereitstellen von Informationen ist ein großer Kernbereich seines Arbeitsfeldes. Ein uneingeschränkter Austausch von Daten ist aber nicht immer so einfach, wie man sich vielleicht vorstellen würde. Und so entstand die Idee zur LibraryBox 2.0.

In einigen Situationen wird der Zugang zu bestimmten Daten bewusst reglementiert. Die Zensurinfrastruktur in China beispielsweise lässt sich zwar umgehen, aber dazu braucht man Fachwissen. Das führt zu einer Zweiklassengesellschaft in der nur die Menschen Informationen bekommen, die sich über die staatlichen Grenzen hinwegsetzen können.

In Krisengebieten, in denen Aufstände toben wird von Regierungen das Internet- und Telefonnetz zumindest kontrolliert, wenn nicht sogar abgeschaltet. Wer sich Informationen zukommen lassen will, muss dies auf den direkten Weg tun.

Unabhängig von Stom- und Datennetz

Die LibraryBox 2.0 wäre für beide Anwendungsfälle eine Lösung, denn sie ist nicht von anderen Netzwerken abhängig. Sie erstellt ein eigenes Netzwerk, dem man mit seinem mobilen Endgerät beitreten kann. Darüber kann man über den normalen Browser auf die Inhalte und Informationen zugreifen. Die LibraryBox 2.0 wird über USB geladen und kann daher mittels eines Solarladegeräts unabhängig von einem vorhandenen Stromnetz eingesetzt werden.

Der selbsternannte Geek und Freizeit-Hacker Griffey hatte auf Kickstarter kleine Ziele: 3000 Dollar wollte er sammeln, um die Datenbox zu realisieren. 5 Tage später hat er bereits eine Summe von über 16.000 Dollar erreicht.

Mehr Geld - Mehr Features

Mit einer immer weiter steigenden Summe möchte Jason Griffey die Hardware verbessern und weitere Features hinzufügen. Die Spendensumme soll in fähige Mitarbeiter investiert werden. Die Box selbst hat einen Materialwert von ungefähr 40 Dollar und wird mit Open Source Software bestückt. Über Kickstarter bekommt man die LibraryBox 2.0 bereits ab 150 Dollar Spendensumme.

Das Kickstarter-Projekt läuft noch nicht einmal eine Woche. Dass Griffey innerhalb kürzester Zeit bereits so viel Geld gesammelt hat, zeigt, dass ein Bedarf an der LibraryBox 2.0 besteht. Die Endsumme erfahren wir beim Ende des Projektes am 28. Juli 2013. Aber schon jetzt ist sie ein Erfolg.

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