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21.09.12

LG Optimus 4X HD im Test (2): Quad-Core für Schnäppchenjäger

Das LG Optimus 4X HD ist pfeilschnell, wurde mit pfiffiger Software augestattet und kostet dabei weniger als 400 Euro. Bei diesem Preis hat es die Konkurrenz schwer.

Der erste Teil unseres Tests ließ vermuten, dass es sich beim LG Optimus 4X HD um ein Schnäppchen handelt. Das heißt jedoch auch, dass man viel Leistung und auch Qualität für wenig Geld erhält. Stimmt das wirklich? Zumindest bei der Audioqualität musste ich kurzzeitig nachdenken.

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Video

Über den Videoplayer haben wir ja bereits erfahren, dass man damit während des Filme-Abspielens auch eine Vorschau laufen lassen kann. Auch den Zeitraffer und die Zeitlupe habe ich vorgestellt, in dieser Aufzählung darf aber unter keinen Umständen noch die Zoomfunktion fehlen. Bei 4:3-Material kann man entweder automatisch vergrößern lassen - dann fehlt oben und unten etwas vom Bild. Oder man bemüht einfach Pinch-To-Zoom und bestimmt selbst wie viel man wegschneidet.

Für die CSI-Fans unter uns: „Computer vergrößern” geht auch. Zwar ohne Sprache, doch wenn man wissen will, ob in der Szene die Fingerabdrücke wirklich auf dem Glas zu sehen war, kann man richtig tief ins Bild hineinzoomen. Während man im Hauptbildschirm herumspielt, läßt sich daneben die Videoplayliste öffnen und ein zweites Video als Vorschau ansehen, LGs Anwort auf die Live-Videovorschau im Samsung Galaxy S3

Audio

Bei der Klangqualität bin ich etwas enttäuscht. Für Zwischendurch und auch in Ruhe mit großen Kopfhörern reicht der Klang aus. Aber für ein Vorzeigemodell fehlt hier einfach das i-Tüpfelchen: der Bassbereich ist ausgeprägt, die Mitten klar und differenziert, aber im Hochtonbereich fehlt es etwas an Luft. Ja, ich spreche hier von einem Smartphone, aber sollen diese kleinen Taschencomputer nicht auch die Multimediazentrale ersetzen? Dass es besser geht, zeigen das Samsung Galaxy S3 oder das iPhone 4S, wobei letzteres unbestritten den besten Klang liefert.

Was die Bedienung betrifft, findet sich selbst ein Laie sofort zurecht, Album-Cover werden angezeigt und mit einem Klick hat man die Klangverbesserung Dolby Mobile aktivert. Der Musikplayer findet sämtliche Stücke, egal wo sie versteckt sind und listet sie dann in der gleichen Ordnerstruktur wieder auf. So entsteht keine Unordnung und man weiß stets wo man zu suchen hat.

Kamera

Die Kamera liefert gute, detailreiche Bilder und hat einen ausgewogenen Farbabgleich. Die Bilder eignen sich damit sowohl für Facebook und Flickr, wie auch für Ausdrucke. Neben dem fast schon obligatorischen HDR-Modus sind auch Serien- und Panorama-Aufnahmen möglich. Hier schummelt LG allerdings, denn die Aufnahmen werden nur im VGA-Format aufgenommen, wenn die Serienaufnahme ausgewählt wird. Für Selbstporträts und Gruppenaufnahmen kann der „Cheese-Modus” herhalten: Sobald man laut „iiiiiiiih” ruft, löst die Kamera automatisch aus. Das ist allemal praktischer als hektisch herumzurennen, wenn der Selbstauslöser aktiviert wurde.

Kritikpunkte

Neben der angesprochenen Audioqualität, die wirklich nur Klangfanatiker heraushören werden, ärgert der Quad-Core etwas. Nach längerem Abspielen von Videos wird die Rückseite in der Gegend der Kamera fühlbar warm, im heißen Sommer erträglich, aber unangenehm warm. Dies ist der Preis, den man für einen Vierkern-Prozessor zahlt. Zudem zollt man auch bei der Akkulaufzeit dem Vierkern-Prozessor Tribut: mit 2150mAh ausgestattet, sollte man eigentlich mehr als einen Tag durchstehen können. In dieser Konfiguration kommt man jedoch über einen langen Arbeitstag mit Überstunden nicht hinaus. Kein echtes Manko, aber ein wenig enttäuschend, wenn man die Größe des Akkus bedenkt.

Ich finde die Form etwas unergonomisch, da die Ecke beim Halten stört und man beim Filmeschauen nicht so recht weiß, wie man das Smartphone am besten halten soll. Weichere Ecken wie beim HTC One S oder dem Samsung Galaxy S3 wären von Vorteil gewesen.

Fazit

LG hat in die Premiumkiste gegriffen und ein begehrenswertes Smartphone zusammengestellt. Auf der Habenseite stehen ein schneller Quad-Core-Prozessor, ein großes, helles 4,7 Zoll IPS-Display und ein wechselbarer Akku nebst microSD-Kartenslot. Auch die Software wurde angepasst, um dem Nutzer die Bedienung so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten.

Im Prinzip ist das LG Optimus 4X HD konkurrenzlos günstig. Von den technischen Daten her muss es sich zwar gegen das Samsung Galaxy S3 und das HTC One X behaupten, doch beide sind mindesten 80 Euro teurer und liefern nicht substantiell mehr. Wer auf eine gute Kamera wert legt, sollte sich das Sony Xperia S ansehen, das „nur” eine Dual-Core-CPU beherbergt. Im Prinzip definiert sich das LG über den Preis und der ist unschlagbar für die gebotene Leistung. Klare Kaufempfehlung von mir.

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