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20.12.12

Deutschlehrer verzückt: Lernstift aus Österreich vibriert bei Rechtschreibfehlern

Ein österreichisches Startup will einen intelligenten Stift entwickeln, der bei Rechtschreib- und Grammatikfehlern vibriert. Das Projekt könnte Kindern auf eine sympathische Art Rechtschreibung und Schönschrift beibringen. Erstes Investorengeld ist bereits vorhanden, im Februar will sich das Lernstift-Projekt zusätzlich über Crowdfunding finanzieren.

Vielleicht wurde der eine oder andere Leser gar noch mit dem Rohrstock zu schöner und fehlerfreier Schrift gezwungen. Als ich in die Schule kam, kam der Druck über eine Zeugnisnote zustande. Bald könnte die Technik dabei helfen, für schöne und fehlerfreie Schrift zu sorgen: Der Lernstift der Österreicher Falk und Mandy Wolsky soll vibrieren, wenn beim Schreiben ein falsches Wort auftaucht.

Die Idee kam den Eheleuten, als der gemeinsame Sohn einen Text schreiben musste und sie gleich bei den ersten Wörtern Fehler entdeckten. Wenn gerade niemand über die Schulter schaut, bemerkt der Schreibende seine Fehler oftmals gar nicht. Ein Stift kann darauf hinweisen, damit der Schreiber augenblicklich korrigieren kann – ein neuartiges Lernen über Sinneserfahrungen. Die Pädagogin Mandy und der Software-Entwickler Falk Wolsky beschließen, das Projekt zusammen mit dem Texter Daniel Kaesmacher zu realisieren.

Die technischen Komponenten stehen im Grunde zur Verfügung. Digitalstifte wie Livescribe Sky und Livescribe Pulse, Wacom Inkling, Staedtler 99001 oder den HP Digital Eraser gibt es bereits. Sie digitalisieren, was der Anwender handschriftlich aufzeichnet. Einige Modelle funken auch kabellos an einen Rechner. Eine intelligente Korrektur aber haben diese Geräte noch nicht.

In Zukunft noch Papier?

Ein ähnliches Projekt stammt ursprünglich vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Eine Ausgründung namens Iuvaris wurde Ende 2010 von der Helmholtzgemeinschaft mit 100.000 Euro gefördert. Der intelligente Sensorstift, den man dort entwickelt, widmet sich aber vor allem therapeutischen Zwecken für Kindern mit grobmotorischen Störungen.

Der Lernstift befindet sich noch in einer frühen Phase der Entwicklung. Das ergonomisch geformte Gehäuse hat Falk Wolsky bereits an einem 3D-Drucker entwickelt. Jetzt fehlen "nur" noch Elektronik und Praxistests. Laut Zeitplan soll nach der Crowdfundingphase im kommenden Februar ein Prototyp entwickelt werden, die erste Version des Stiftes dann Ende 2013 fertig sein. Eine zweite Version, die bis 2014 entwickelt werden könnte, soll außerdem über einen Drucksensor und ein Netzwerkmodul verfügen, um die Schrift wie bei anderen Digitalstiften auf einem Rechner zu speichern. Wolsky stellt das Projekt hier vor:

Investieren kann man in das Projekt bereits jetzt auf der Website des Lernstifts. 90 Prozent der angestrebten 5.000 Euro der ersten Investitionsrunde sind bereits eingesammelt. Falk Wolsky kann sich vorstellen, das Projekt in Zukunft noch mit speziellen Apps zu ergänzen. Damit die künftige Generation ihre Lehrer wegen unleserlicher oder falscher Schrift nicht mehr in den Wahnsinn treibt. Falls Papier in Zukunft überhaupt noch zur Ausrüstung moderner Schüler gehört. Handschrift könnte man auch mit einem Stylus eingeben und das Tablet falsche Schrift sofort korrigieren.

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