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05.09.16

Hardware

Yoga Book: Läutet Lenovo das Ende der Tastatur am Notebook ein?

Sven Wernicke

Ein neuer Trend oder nur heiße Luft? Lenovo schafft die Tastatur am Notebook ab. Und trotzdem kann mit dem Yoga Book getippt werden. Wie das funktioniert? Wir erklären es.


Yoga Book (Bild: Lenovo)

Neues Konzept schafft klassische Tastatur ab

Für effektive Arbeit unterwegs braucht es ein Keyboard. Wer einige Zeit versucht hat, an einem Tablet auf dem Touchscreen produktiv zu sein, wird ganz sicher dieser Auffassung sein. Und trotzdem verzichtet der chinesische Konzern Lenovo beim Yoga Book auf klassische Tasten. Stattdessen wird bei dem Convertible eine schwarze, berührungsempfindliche Oberfläche verbaut, die bewährte Eingaben ermöglichen und zugleich eine Stift-Steuerung perfektionieren möchte.

Wie? Statt einer Tastatur gibt es eine Fläche, auf der man einen Eingabestift schwingt? Ja. Das klingt nicht nur unkonventionell, sondern auch spannend. Denn 2048 Druckstufen erkennt der Stylus, der wiederum als ganz normaler Kugelschreiber genutzt werden kann. Minen lassen sich bei Bedarf nachkaufen, Batterien wiederum werden gar nicht benötigt. Dank Induktion darf der Stift in maximal zehn Zentimeter Abstand noch verwendet werden.

Der Clou ist aber ein anderer: Wer ein Blatt Papier auf die Touchfläche legt, zeichnet mit dem Digitizer nicht nur ein reales Bild oder kritzelt Notizen aufs Blatt, sondern überträgt diese auf Wunsch direkt in ein Programm auf dem Rechner. Bei Bedarf wechselt man die Stiftspitzen, zum Beispiel zum Zeichnen direkt auf dem Touchscreen des Yoga Book.

Das Yoga Book besitzt eine virtuelle Tastatur

Skeptiker sollen natürlich eine Keyboard-Eingabe erhalten. Sämtliche Tasten und sogar das Touchpad eines gewöhnlichen Notebooks werden virtuell dank einer Hintergrundbeleuchtung angezeigt, durch Vibrationen erhält man ein haptisches Feedback. Aufgrund der Tatsache, dass die Fläche angeraut ist, könnte sich das Schreiben angenehmer anfühlen als eine virtuelle Tastatur auf einem Tablet mit Glas-Oberfläche.

Die zwangsläufig vorhandene Ungenauigkeit möchte Lenovo mit einer künstlichen Intelligenz umgehen, die selbständig lernt und die Fehler des Nutzers berücksichtigt sowie gar nicht erst aufkommen lässt. Auch hier wird also mitgedacht.

Die Zukunft eine Mischung aus Zeichenblock, Tablet und Notebook?


Yoga Book als Block-Ersatz (Bild: Lenovo)

Lenovo will mit dem Yoga Book für frischen Wind sorgen, der vielleicht sogar andere Hersteller motiviert, ihre eigenen Lösungen zu entfernen. Und nicht ohne Grund setzt Microsoft bei Windows 10, das standardmäßig bei diesem Gerät installiert ist, auf Stylus-Bedienung und Windows Ink-Funktionen. Denn der Stift soll zunehmend das Keyboard ablösen.

Zugleich dürften Geräte wie das Yoga Book aber auch für (angehende) Künstler, Kreative, Office-Anwender oder Privatanwender reizvoll sein. Der Knackpunkt könnte aber auch hier sein: Wollen sich Menschen mit neuen Arten der Eingabe anfreuden, wenn sie doch im Laufe der Jahre so sehr an die Tastatur gewöhnt sind? Das werden die nächsten Wochen, Monate und vielleicht sogar Jahre zeigen.

Was bietet das Yoga Book noch?

Das Lenovo Yoga Book ist ansonsten ein vollwertiges Convertible, das zusammengeklappt nur 9,6 Millimeter dünn und 690 Gramm leicht ist. Das 10,1 Zoll große IPS-Display verfügt über eine 1080p-Auflösung, der Intel Atom x5-Z8550-Prozessor besitzt vier Rechenkerne und kann maximal mit 2,4GHz takten. Mit 4GB RAM und 64GB eMMC-Speicher ist das Gerät solide ausgestattet, zusätzlich gibt’s einen micro-HDMI- und USB-Typ-C-Anschluss, genauso einen microSD-Speicherkartenslot.

Der Akku soll bis zu 15 Stunden durchhalten. Und allzu teuer ist das Yoga Book auch nicht: Mit Android 6-Betriebssystem kostet das Convertible mit seinem drehbaren Bildschirm 500 Euro, für 100 Euro mehr erhält man die Variante mit Windows 10. Und für jeweils 100 Euro Aufpreis sind Modelle mit LTE-Modul verfügbar.

Ab September 2016 beginnt der Verkauf. Bei den doch recht fairen Summen könnte sich das Yoga Book perspektivisch vielleicht sogar bei jungen Zielgruppen, gerade Studenten oder Azubis, einer größeren Beliebtheit erfreuen. 

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