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26.03.09

LED-Lampen mit Sharp-Chips im Test: Nun leuchtet es 50.000 h

LED-Lampen sind die Zukunft. Doch die Qualität läßt mitunter schwer zu wünschen übrig. Das Unternehmen Linelite aus den Niederlanden verbaut Sharp Zenigata-Chips. Sind diese besser?

Die ersten Erfahrungen mit LED-Lampen waren nicht so berauschend: Die Ware kam aus China, und ob als Nachttischlampe, leuchtende Hausnummer oder Ersatz für Halogenstrahler oder 230V-"Birne": Die Ausfallraten waren enorm. Teils hielten die Lampen nur wenige Stunden und verabschiedeten sich mit Knall, Rauch und Gestank, teils immerhin 14 Tage. Inzwischen leiden alle überhaupt noch leuchtenden Exemplare dieser Zeit unter Flackern und Teilausfall.

Als Sharp nun bessere LED-Beleuchtung ankündigte, waren wir deshalb neugierig: Hielten diese endlich länger?

Die Zenigata-Chips von Sharp gibt es als Warmton-Funzeln mit 2700 K im Stile von Glühlampen oder Energiesparlampen, als Warmweiß mit 5000 K, wie bei Leuchtstoff-Fotolampen gebräuchlich, und als 6500 K Tageslicht-Chips. Letztere sind am hellsten.

Außerdem gibt es die Zenigata-Chips noch mit besserer Lichtqualität (breiteres Spektrum) und dafür etwas geringerer Effizienz. Die Sharp-Zenigata-Chips werden mit 3,6 und 6,7 Watt hergestellt. Da sie mit etwa 9 Volt versorgt werden und bis zu 3x 15 LEDs parallel verwenden, nicht alle LEDs hintereinander geschaltet wie bei mancher China-Ware, ist die Ausfallwahrscheinlichkeit deutlich geringer: 50.000 Stunden Betriebszeit verspricht der Hersteller.

Dabei ist dies alles extrem arbeitsteilig, denn Sharp fertigt die auf den Chips montierten LEDs nicht selbst. Und ebenso baut Sharp mit seinen Zenigata-Chips (Zenigata ist eine japanische Münze und soll die Form der Chips benennen) selbst keine Lampen.

Nachdem uns ein Produktmanager von Sharp auf der Electronica in München von der hohen Qualität und Lebensdauer der hauseigenen Chips vorgeschwärmt hatte, wollten wir diese natürlich ausprobieren - doch wer baut nun aus den Sharp-Chips tatsächlich Lampen?!?

Fündig wurdem wir beim niederländischen Unternehmen Linelite: Dort gibt es klassische "Birnen" mit E27- oder E14-Schraubgewinde, Halogenstrahlerersatz für 12-V-Betrieb und solche für 230-V-Betrieb. Und noch richtige "Scheinwerfer" für 12-V-Betrieb, die typischerweise in Schaufensterbeleuchtungen eingesetzt werden.

Leider gibt es in den Linelite-Lampen nur die einfachen Sharp-Chips, nicht die mit der erhöhten Farbqualität, also dem besseren Spektrum. Und die stärkeren 6,7-Watt-Chips fanden sich zum Testzeitpunkt nur in den "Scheinwerfer-Lampen" der Bauform AR 111 - die anderen hätten nicht genug Kühlfläche, um die von 6,7-Watt-Chip erzeugte Wärme abzuleiten, so Produktmanager Menno Rottenberg. Klar: Wird der Chip zu heiß, sinkt die Lebensdauer.

Inzwischen scheint Linelite zumindest mit E27-Gewinde auch 6,7-Watt-Sharp-Chips zu verbauen, die "Birnen" haben dann allerdings deutliche Kühlrippen.

Die Lampen können bei Linelite online im Webshop gekauft werden, die Preise sind mit 20 Euro für die "Birnen", 23 Euro für die "Scheinwerfer" und 35 Euro für die stärkeren 6,7-Watt-Lampen dabei durchaus noch akzeptabel - preiswerter sind vergleichbare "Billigprodukte" auch nicht.

Allerdings kommen noch 19% Mehrwertsteuer und der Versand hinzu - etwa 10 Euro nach Deutschland, so Marco Rottenberg. Der internationale Versand dürfte zumindest die Bestellung einzelner LED-Lampen unrentabel machen, aber wenn man zumindest eine Handvoll bestellt, spielt er keine Rolle mehr.

Eine Musterkollektion wurde bestellt und zügig geliefert. Als Ersatz für eine 12-V-20-Watt-Halogenlampe in einer Hängeinstallation macht sich die Linelite-4-Watt-LED-Lampe sehr gut. Das Licht ist rosa, wie von Energiesparlampen gewohnt und ähnlich breit streuend wie man es von Halogenlampen gewohnt ist.

Dafür entfällt die Blendung durch den Kaltlicht-Reflektor durchdringendes Licht, wie man es von der Halogenlampe kennt: Der Reflektor der LED-Lampe ist aus massivem Metall und damit undurchsichtig. Er muß auch aus massivem Metall sein: Trotz 3,6 Watt statt den 20 Watt der Halogenlampe wird die LED-Lampe knapp 70°C heiß. Das bedeutet, man kann sich an ihr nicht nur die Finger verbrennen, sondern sie darf auch nicht noch heißer werden, weil sonst der Chip in der Lebensdauer stark absinkt. Deshalb gibt es diese Bauform auch nicht mit 6,7-Watt-Chip.

Etwas störend fiel nur auf, daß der Betrieb am 12-V-Trafo mit 50 Hz zu einem leichten Flimmern des LED-Lichts führt. Nicht extrem störend, aber deutlich. Die LED-Chips haben ja keine Trägheit - und Platz für ausreichend große Pufferkondensatoren ist im kleinen Gehäuse offensichtlich nicht.

Die Modelle für 230-Volt-Betrieb zeigen dieses Flimmern dagegen nicht - hier reichen offensichtlich bei der höheren Spanung die Pufferkondensatoren aus. Extrem hell ist eine 4-Watt-LED-"Birne" natürlich nicht - sie ist mit einer 25-Watt-Glühlampe vergleichbar. Als durch einen Bewegungsmelder geschaltete Lampe ist sie jedoch optimal: Energiesparlampen werden zu langsam hell und leiden unter dem Schalten, und Glühlampen fallen zu oft aus.

Die Linelite-/Sharp-Lampen sind inzwischen seit einigen Monaten in Betrieb, ohne irgendwelche Veränderungen zu zeigen. Wir werden uns nach 50.000 Betriebsstunden wieder melden und verkünden, ob die Chips ihr Versprechen einhalten. Es schaut jedoch ganz danach aus.

[...off to watch the light glow...]

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