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31.05.13Leser-Kommentar

Kurioses auf der High End 2013: Mittelwellensender als Endstufe und Nanoröhrchenkabel

Die "High End" ist die Messe für den guten Ton und inzwischen auch das gute Bild, sprich: HiFi und Heimkino. Neben "ganz normalen" Geräten findet sich hier aber auch einiges Ungewöhnliches. Wie wäre es angesichts des kalten Wetters beispielsweise mit einem Röhrenverstärker?

Röhrenverstärker von Straussmann. (Bilder: W.D.Roth) Röhrenverstärker von Straussmann. (Bilder: W.D.Roth)

Eigentlich wurde die Röhre in der Elektronik von den Halbleitern abgelöst - zunächst Transistoren, heute auch im Leistungsbereich komplette integrierte Schaltkreise. Mancher schwört aber - ebenso wie auf die analoge PVC-Langspielplatte - noch auf die Röhrentechnik, bei der alles etwas gemächlicher zugeht: Nach dem Einschalten muss der Verstärker erst mal warmlaufen, bevor er betriebsbereit ist, und glimmt dann vor sich hin. Außerdem sollen die bei Übersteuerung auftretenden Verzerrungen bei Röhrenverstärkern einfach angenehmer klingen als die hart begrenzenden Halbleiter.

Der Nachteil: Man kauft sich auch eine Raumheizung. Stromsparend ist ein Röhrenverstärker nicht, und möglicherweise fällt die Produktion weiterer Geräte in dieser Technik in zukünftigen Jahren den Öko-Richtlinien zum Opfer. Bereits existierende Röhrenanlagen sind hiervon jedoch nicht gefährdet.

Interessante Konstruktionen sah man aus Serbien von Auris Audio, aus Griechenland von Tsakiridis Devices, aus Deutschland von Straussmann - hier gab es unter dem Titel 100 Ohm auch einen Röhren-Moving-Coil-Phonovorverstärker ohne Koppelkondensatoren zu sehen - oder aus den USA der 833TNT von Audio Power Labs: Mit der auch für Mittelwellensender genutzten Endröhre 833 bestückt, liefern diese 200 Watt Ausgangsleistung - bei 1.560 Watt Eingangsleistung. Mit einem Pärchen davon ist ein normaler Haushalt elektrisch bereits ausgelastet und kann sich das Heizen sparen.

Riskant könnte dagegen der Kauf der Kohlenstoff-Nanoröhrchen-Kabel von Van den Hul sein, gegenüber denen sauerstofffreie Kupfer-, Silber- und Goldkabel billiger Tand sind: Sie verbinden Vorverstärker mit Endstufe, werden aus Carbon-Nanoröhrchen gesponnen und kosten je 500.000 Euro. Bei der Vorführung wurde bereits versucht, eine Rolle Carbon-Nanoröhrchenfaser zu entwenden. Eine Alamanlage sollte man also gleich mit bestellen

Nicht ganz so teuer und dennoch kurios schließlich wieder die Strom-, CD-, Raum- und Akustikverbesserer von Phonosophie: Ob Schmelzsicherungen aus Reinsilber, ob Flux, der Conditionierer und Aktivator für CDs und DVDs, oder gar Energie-Nuggets und -Donuts: Hier durfte der geneigte Hörer dran glauben - an die Wirksamkeit der Produkte.

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Kommentare

  • AlphaOrb

    31.05.13 (08:44:14)

    Auch wenn sie viel Saft brauchen, und eventuell gar nicht besser klingen, haben die Röhren-Amps doch eine Sache, die gut ist: Sie sehen geil aus :)

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