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10.01.15Leser-Kommentare

kraftwerk: Akku für mobile Geräte mit Gaspatronen aufladen

Spannende Ideen kommen auch häufig aus Deutschland. Ein aktuelles Beispiel nennt sich kraftwerk. Das ist ein Ladegerät für mobile Geräte, das mit Gas betrieben wird und eine enorme Ausdauer besitzt.

Ein Kraftwerk für die Hosentasche. (Foto: eZelleron) Ein Kraftwerk für die Hosentasche. (Foto: eZelleron)

Es wiegt nur 200 Gramm und könnte am besten als – ja, richtig – Kraftwerk für die Hosentasche bezeichnet werden. Eine spezielle Brennstoffzellen-Technologie macht es möglich, Energie für Smartphones, Tablets, Actioncams, Modellflugzeuge und dergleichen freizugeben, ohne dass man in irgendeiner Weise auf eine Steckdose angewiesen ist.

 

Clevere Idee

Das Konzept von kraftwerk stammt von dem Dresdner Unternehmen eZelleron. Die ehemalige Ausgründung eines Instututs der Frauenhofer-Gesellschaft beschäftigt aktuell 25 Mitarbeiter, die sich unter anderem mit dieser externen Stromversorgung auseinandersetzen. Spannend hierbei: Mit regulärem Feuerzeuggas, das es beispielsweise an Tankstellen oder gar im Supermarkt zu kaufen gibt, lädt man innerhalb kürzester Zeit Akkus auf. Rund drei Sekunden dauert es, bis kraftwerk einsatzbereit ist. Letztlich steckt man passende Akku-Packs bzw. kleine Gaspatronen in das Gerät, fertig ist der Energielieferant.

Es heißt, dass ein mit Gas befülltes kraftwerk in der Lage sei, bis zu 11x ein iPhone zu laden.  Das entspräche bei einem iPhone 6 ungefähr 20.000 mAh, die eine Gaspatrone zur Verfügung stellt. Mehrere Wochen Unabhängigkeit von der Steckdose seien gar kein Problem - genügend Cartridges vorausgesetzt.

Noch viel Arbeit

Die eZelleron GmbH hat noch viel zu tun, bis aus kraftwerk ein fertiges Produkt wird. Man habe bereits einige „einwandfrei funktionierende“ Prototypen am Start, allerdings sei das finale Gerät für November bzw. Dezember 2015 vorgesehen. Einen Partner für die Serienproduktion hätte man außerdem schon gefunden. Allerdings benötigt man noch eine Geldspritze, um zwei aufwändige Testphasen zu finanzieren. Und hier entschied man sich für Kickstarter. 500.000 US-Dollar sollen via Crowdfunding zusammen kommen, die Hälfte der anvisierten Summe knackte man bereits nach ein paar Tagen.

Wer das reizvolle Projekt unterstützen möchte, kann sich ein persönliches kraftwerk aktuell für ab 99 US-Dollar (rund 80 Euro) sichern, regulär wird es wohl 149 US-Dollar (120 Euro) kosten. 12 Akku-Packs bzw. Cartridges liegen bei 49 US-Dollar (40 Euro). Es sollte klar sein: Eine externe Stromquelle, die vor dem Laden eines mobilen Gerätes selbst an die Steckdose angeschlossen werden muss, dürfte bezogen auf die Kosten nach wie vor deutlich günstiger ausfallen.

Wie sich die Schöpfer ihr kraftwerk vorstellen? Das zeigen sie in einem Video.

www.youtube.com/watch

Weitere Informationen gibt’s direkt beim Hersteller und bei Kickstarter.

Kommentare

  • Ben

    11.01.15 (13:57:23)

    Das ist ja genial, mein externes Anker Akkupack was 5.000 Ah liefert (obwohl 10.000 Ah draufstehen -Akkus geben wohl den internen Akku an) wiegt 350 g und kostete 40 EUR. Ich hab meist 4 dabei für die benötigten 20.000 mAh. Akkus sind also 7 mal schwerer und viel teurer und ich muss nie mehr Nachladen! Wie geil ist das denn?

  • Susanne Müller

    11.01.15 (22:14:32)

    Das nenne ich mal eine innovative Idee, wenn man mittels einfachem Feuerzeuggas seinen Akku aufladen kann, vor allem innerhalb von 3 Sekunden, das ist sowas von genial. Kann man nur hoffen, daß die Testphase dieses Prototypen positiv ausfällt.

  • Flo

    13.01.15 (10:21:49)

    Stellt Euch vor wie weit ein Auto mit vollem Gastank käme. Auch ich wünsche mir derartiges !! LG Flo

  • Flo

    13.01.15 (10:23:23)

    Bzw. Damit würden sich die Drohnen-Geschichte wirklich lohnen. 15 Minuten (DJI) sind echt mager dann würde jedes dieser Teile 2-4 kleine Kartuschen mit sich tragen und man fliegt über eine Stunde am Stück :-)

  • Nils

    16.02.15 (22:50:08)

    Es gab vor mittlerweile sicher 10 Jahren ein sehr ähnliches Projekt für Brenstoffzellen in Laptopakkuformat - ist an Handgepäckbestimmungen für Flugzeuge gescheitert, da die Hauptzielgruppe Geschäftsreisende mit grossem Mobilitätsbedarf waren. Die Bestimmungen haben sich nicht geändert: Eine Gaszelle im Flieger ist ein No-Go, von daher ist die Passage mit dem dynamischen Reisenden am Flughafen wohl ein wenig fehlleitend...

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