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25.07.07

Kostbare Stille: Effiziente Lärmkiller

Im Test von Neuerdings haben zwei Noise-Canceling Kopfhörer hervorragend abgeschlossen - der teure Bose "Quiet Comfort 3" und der wesentlich günstigere Panasonic "RP-HC500". Teil III des Lärmbekämpfer-Tests.

Teil I: Die Noise-Canceling Technologie

Teil II: Preiswerte NC-Kopfhörer

bose

Sie werden beide im schmucken Etui geliefert, und sie wirken beide im Vergleich zu den billigeren Modellen in unserem Test sehr solide. Und noch eins haben der Bose "Quiet Comfort 3" und der Panasonic "RP-HC500" gemeinsam: Sie machen dem Krach sehr effizient den Garaus. Wenden wir uns zunächst dem Bose zu, denn bei diesem Modell handelt es sich gemäss unzähligen Testberichten um den Klassensieger.

 

Bose Quiet Comfort 3: Der Luxus der Stille

Daran mag etwas erstaunen, dass es sich beim neusten Modell des "Quiet Comfort" um ein Modell handelt, das auf dem Ohr aufliegt statt es zu umschliessen. Diese Bauweise vermag vielleicht theoretisch etwas weniger Wirksam Lärm von aussen abzublocken, aber im Fall von Bose ist das kein Thema: Die dicken, in sehr weichem Leder gehaltenen Polster, die auf der Ohrmuschel aufliegen, wirken bereits wie ein dicker Schalldämpfer.

Nach dem Einschalten verblüfft der Klassenbeste tatsächlich mit wattiger Stille - alles, was an niederfrequenten Geräuschen vorhanden ist, bleibt ganz einfach weg. 98 Prozent des Lärms soll das Luxusmodell laut Hersteller abblocken. Bleibt die Frage, was Lärm ist und was nicht. Solange der Benutzer nicht den eben ausgesperrten Lärm durch ohrenbetäubend laute Musik ersetzt, kann er jedenfalls noch hören und sogar verstehen, wenn ihn jemand anspricht.

Die Klangleistungen bezüglich Musik sind selbstredend ausgezeichnet - schliesslich ist die Firma Bose weniger für die Beseitigung von Klängen als für deren akkurate Wiedergabe berühmt.

Im Gegensatz zum ohrumschliessenden Vorgängermodell erscheint der QC3 ausgesprochen handlich und leicht, und das, obwohl in seiner einen Ohrmuschel ein Akku sitzt, der mit einem Handgriff entfernt und im mitgelieferten Ladegerät aufgeladen werden kann. 20 Stunden Musikgenuss verspricht Bose. Ein Set von Adaptersteckern sorgt dafür, dass der Kopfhörer sowohl mit Geräten mit 3,5mm-Klinke als auch mit dem Flugzeug-Doppelstecker oder einer grossen 6,3mm-Kopfhörerbuchse klar kommt. Das Kabel lässt sich am Kopfhörer abziehen, was den Vorteil hat, dass nichts herumbaumelt, wenn einfach nur Stille gewünscht ist.

Während die Klangeigenschaften unbestrittene Spitze sind und auch die Lärmbeseitigung überzeugt, haben uns an dem Gerät zwei Dinge gestört: Der Akku bringt die Gefahr mit sich, dass man unterwegs vergisst, ihn aufzuladen und auf dem nächsten Flug des Business-Trips ohne die ersehnte Lärmbeseitigung auskommen muss. Und das Auf-Ohr-Design verringert zwar die Masse des Kopfhörers (der im edlen Etui mit Ladegerät und allen Adaptern aber immer noch eine Belastung fürs Handgepäck darstellt); aber mich hat eine Eigenschaft der -Über-Ohr-Geräte auf dem letzten langen Transaktion-Flug überzeugt, die ich nicht mehr missen möchte:

Panasonic RP-HC500: Preiswerter Rivale

Der Panasonic ist, wie der JVC aus dem letzten Teil des Tests, ein Über-Ohr-Modell - er umschliesst beide Ohrmuscheln vollständig und sorgt schon damit für eine angenehme Abschottung vom Umgebungskrach. Auch wenn diese Architektur herausragend gefertigten Auf-Ohr-Modellen nicht unbedingt überlegen ist, bietet sie ein "Feature", das diese nicht haben: Man kann sich "drauflegen". Will heissen, die Hörmuschel verrutscht nicht und drückt auch nach Stunden in der Horizontalen (quer über drei Flugzeugsitze in einer halbleeren Air-Canada-Maschine zwischen Toronto und Zürich) noch nicht schmerzhaft aufs Ohr, sondern einigermassen erträglich auf die umliegende Schädelbasis.

Davon mal abgesehen, überzeugt der Panasonic RP-HC500 mit annähernd so guter (subjektiver) Lärmbekämpfung wie das Bose-Spitzenmodell: Aufsetzen und staunen, Schalter am linken Ohrteil umlegen und noch mehr staunen: Jegliches Brummen, Dröhnen oder Klappern ist weggewischt. Das funktioniert sogar auf dem Balkon als Schutz gegen vorbeifliegende Sportflugzeuge, von deren Motorengebrumm allenfalls die höchsten Frequenzen grade noch vernehmbar sind, obwohl sich das Geräusch ständig ändert.

Von der Bauweise her etwas klobiger als der Bose, ähnelt der Panasonic jenem durch die beiden seitwärts drehbaren Ohrmuscheln und das Etui, in dem er versorgt wird. Anders als der Klassenführer wird der Panasonic aber mit einer AAA-Batterie gespeist, analog zum früher besprochenen JVC. Die dicke Lederpolsterung am Scheitelteil verrichtet ebenso gute Dienste in Sachen Tragekomfort wie die des Bose - der billige JVC verzichtet zugunsten des Klappmechanismus auf diesen Luxus und kann deshalb auch schon mal unangenehm auf den Skalp drücken.

Klanglich fällt der Panasonic gegenüber dem Bose im Musikbetrieb ganz leicht ab, indem er im Noise-Canceling-Modus weniger Höhen liefert, während der Bose noch immer wie eine Hifi-Anlage klingt.

Diesen kleinen Nachteil, der allenfalls High-End-Audiofans zu stören vermag, macht der Panasonic allerdings mit einem Feature gegenüber dem Bose-Spitzenteil wieder wett: Mit dem Preis.

Der Bose QC3 kostet laut Herstellerseite nämlich 398 Euro. Der Panasonic ist auf Herstellerseiten in Deutschland und den USA nicht zu finden, im Handel aber für einen angeblichen Listenpreis von knapp 250 Euro und in amerikanischen Webshops und auf Amazon für wenig über 100 Dollar, also inklusive Lieferung nach Europa für rund 100 Euro zu finden.

Meine Wahl fiel deshalb auf den Panasonic (es gibt Dutzende anderer Modell weiterer Hersteller), und bisher habe ich die Entscheidung nicht bereut.

Grössenvergleich: JVC und Panasonic im "Reisezustand"

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