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05.07.16

Ratgeber

Kopfhörer fürs Büro: Darauf sollten Sie achten

W.D. Roth

Wenn mehrere Personen in einem Raum arbeiten, können Kopfhörer den Stress im Büro deutlich verringern. Welche Modelle sind hierfür geeignet? Wir geben einen Überblick.


Kopfhörer (Bild: W.D. Roth)

Lautsprecher sind oft  ein Störfaktor

Wer alleine im Büro sitzt, kann gerne alle Windows-Systemgeräusche, Youtube-Videos und seinen Lieblingssender über die PC-Boxen tönen lassen. Sitzt man zu mehreren im Büro, ärgert es dagegen sehr, wenn auch nur ungewollt plötzlich ein Werbespot auf einer Website losdröhnt.

Deswegen ist es ratsam, dass man im Büro Kopfhörer einsetzt. Sei es, um in kreativen Pausen Musik zu hören oder um Online-Seminaren bzw. Webinaren aufmerksam folgen zu können.

Doch auch, wer alleine arbeitet, kann mit Kopfhörern gewinnen. Das „freihändige“ Telefonieren über Headset ist dem über eine Freisprechanlage klar vorzuziehen: Der Gesprächspartner hört einen immer gleich laut, auch wenn man den Kopf dreht. Auch das ständige ungewollte Sich-Ins-Wort-Fallen im Lautsprecherbetrieb (weil der Lautsprecher stummgeschaltet wird, wenn man selbst spricht) entfällt. Nur das Kabel nervt – doch dafür gibt es ja wieder Schnurlos-Lösungen.

Reingehört!

Doch welches Kopfhörer-Modell ist für den Büro-Einsatz gut geeignet? Der Musik-Liebhaber mag zunächst einmal daran denken, einen HiFi-Kopfhörer an seinen Computer anzuschließen. Vielleicht gleich den besten und teuersten?

Beim Premium-Hersteller Beyerdynamic wäre dies der T1 für knapp 1200 €. Ein außergewöhnliches Gerät, mit dem man wortwörtlich das Gras wachsen hört, denn die hohen Frequenzen werden sehr deutlich wiedergegeben.

Doch bei schlechtem Audiomaterial wie stark komprimierten Videos werden die Artefakte bei so präsenter Wiedergabe Ohrenschmerzen verursachen – so genau will man es dann lieber doch nicht hören. Zudem ist der T1 ziemlich schwer und sitzt der guten Wiedergabe zuliebe sehr fest auf den Ohren. Das mag beim Liegen im Sessel noch angehen, den ganzen Tag am Computer sitzend wird es lästig. Das größte und teuerste Modell ist also in diesem Fall nicht die beste Wahl. So einfach ist es nicht.

Kleiner ist besser

Wir empfehlen deswegen lieber etwas Kleineres. Statt Kopfhörern für das Wohnzimmer sind hier Modelle, die für den mobilen Betrieb gedacht sind, besser geeignet. Sie sind leichter und schirmen trotzdem die Umwelt etwas ab. Das ist durchaus sinnvoll, denn wenn die Kollegen es trotzdem aus dem Kopfhörer tröten hören oder umgekehrt man selbst nichts versteht, weil alle Umgebungsgeräusche durchkommen, ist der Zweck verfehlt.

Andererseits kann eine zu gute Abschirmung auch von Nachteil sein. Steht der Chef neben einem, sollte man ihn verstehen können, ebenso, wenn die Kollegen einem etwas zurufen. Ob ein offenes (= wenig abschirmendes), halboffenes oder geschlossenes System das Richtige ist, hängt vom Einzelfall ab.

Die offenen Systeme sind meist angenehmer zu tragen, die Ohren schwitzen hierunter nicht. Gegebenenfalls kann eine aktive Lärmkompensation noch etwas helfen, jedoch ist diese meist mehr auf Verkehrs- denn auf Bürogeräusche ausgelegt.

TV-Kopfhörer für PC-Videos

Am PC praktisch einsetzbar und nicht teuer ist die Fernseh-Version des DT 131, der DT 131 TV benannt ist. Dieser hat wie bei Fernsehkopfhörern üblich eine Klangwiedergabe, die den Schwerpunkt mehr auf Sprach- denn auf Musikfrequenzen legt. Das hilft bei den Alltagsaufgaben und verhindert zu starke Wiedergabe von Audio-Artefakten.

Ein Lautstärkeregler im Kabel erleichtert die schnelle Reaktion, wenn eine Videowerbung unerwartet losplärrt, ohne den Kopfhörer vom Kopf reißen zu müssen. Die lange und robuste Leitung wiederum sichert den unproblematischen Anschluss auch an Tower-PCs, die unter dem Tisch stehen.

Wer den Kopfhörer nicht nur zur Arbeit, sondern auch zum Vergnügen nutzen will und auf gute Musikwiedergabe Wert legt, wird bei den Modellen für mobilen Einsatz ebenfalls fündig. Noch praktischer als ein reiner Kopfhörer zur reinen Wiedergabe ist allerdings ein Headset. So kann der Nutzer auch an Webinaren und Telefonkonferenzen teilnehmen. 

In-Ear weniger zu empfehlen

In-Ear-Kopfhörer, wie sie bei Mobiltelefonen sehr beliebt sind, eignen sich fürs Büro mit festem Anschluss am PC weniger. Denn man kann sie sich bei dem erwähnten Werbe-Gau nicht schnell genug aus den Ohren reißen. Zudem vergisst man irgendwann garantiert einmal, den Kopfhörer vor dem Aufstehen aus den Ohren zu nehmen, was dann unangenehm wird – für Ohr und Kopfhörer. On-Ear-Modelle sind dagegen unproblematisch.

Schnurlose Lösungen sind noch ein Stück eleganter, man kann dann auch beim Telefonieren auf- und abgehen, was der Gesundheit zugutekommt. Die üblichen Bluetooth-Lösungen für Mobiltelefone sind im Büro allerdings nicht zu gebrauchen, außer eben am Mobiltelefon oder einem geeigneten Notebook: Normale Desktop-PCs haben keine zur Kopplung notwendige Bluetooth-Schnittstelle. Hier sind dann Telefon-Headsets, beispielsweise von Plantronics, sinnvoller. Wobei es Modelle gibt, die zum Betrieb an Festnetztelefonen optimiert sind und andere, die auch Anschlüsse für PC-Soundkarten oder USB-Ports haben. 

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